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Dem Roman liegt die Überzeugung zugrunde, daß alle Revolutionen letzten Endes nur eine Verschiebung im Kaleidoskop der Macht herbeiführen, daß die Grunstrukturder Gesellschaft aber immer die gleiche bleibe. Dieser Pessimismus zeigt, daß die Farm der Tiere mehr ist... Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 45 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Mehr als eine Propagandawaffe im kalten Krieg (5 von 5 Punkten) schreibt s. Orwells Meisterwerk "Farm der Tiere" kam den kalten Kriegern der westlichen Seite wie gelegen, als um 1950 nach antistalinistischen Texten gesucht wurde, die man zu Propagandazwecken verwenden konnte; in diesem Sinn ist es auch jahrzehntelang in westdeutschen Schulen besprochen worden. Vergisst man diese, sozusagen staatlich verordnete, Standardinterpretation für einen Moment, so bietet der Text einige Überraschungen. Der wesentliche Inhalt ist schon so oft zusammengefasst worden, dass hier eine Wiederholung sinnlos scheint. Orwell wechselt zwischen Anspielungen auf die französische und die russische Revolution; er zeigt, wie die natürliche Verschiedenheit der Tiere letztlich zur gesellschaftlichen Ungleichheit führt. Die Macht des intellektuell Überlegenen (der Schweine) wird mißbraucht, aber ohne sie ginge es erst recht nicht; die Idee des Rechtsstaats scheitert, weil niemand die Gesetze an der Scheunenwand lesen kann und nur die Schweine sie nach Gutdünken ändern; Machtbasis des totalitären Staates unter dem Schwein Napoleon sind am Ende nur Schweine und Hunde (= Polizei, NKWD, ..), weil der Versuch, alle zur Mitwirkung zu erziehen, zuvor jämmerlich fehlgeschlagen ist. Dieser Punkt scheint Orwell auch persönlich sehr wichtig gewesen zu sein, der nach Erklärungen suchte, warum seine eigene (anarchistische) Position im Verlauf der Geschichte nie eine Erfolgschance hatte, und in der Schilderung seiner Figuren stark mit Schneeball (=Trotzki) sympathisiert. Doch ist Dummheit - im Text für jedes Tier beschrieben in Form der Anzahl der Buchstaben des Alphabets, die es beherrscht - nicht einmal das eigentliche Problem. Auch die charakterliche Verwahrlosung der Schweine entwickelt sich erst nach und nach. Hingegen bergen schon die grundlegenden Ideen der neuen Lehre unentrinnbare Widersprüche: so muss der Satz "Kein Tier darf ein anderes töten" die fleischfressenden Tiere in Schwierigkeiten stürzen. Der auch daraus folgende bizarre Außenhandel der Farm, die u.a. massenhaft Hundekuchen importiert, gehört zu den köstlichen Ideen des Buches. Auf einer Farm erfüllt jedes Tier seine Rolle. Bestimmte Rollen entfallen durch die Revolution. Und das Kutschpferd, das jetzt, da niemand mehr kutschiert wird, die Degradierung zum Ackergaul befürchten muss, ergreift die Flucht. Dieser hingegen darf seine Rolle behalten: aber das heißt letztlich nur, dass sich auch für ihn die Revolution nicht lohnt. Auch die Hühner erfahren nach einiger Zeit, dass sie weiter ihre Eier abliefern dürfen. All dies scheint auf einen resignativen Standpunkt hinauszulaufen: Revolutionen sind sinnlos und bewirken keine Verbesserung. In der Tat wird dieser Standpunkt innerhalb der Geschichte vertreten (von Benjamin, dem Esel). In jedem Fall widerspricht das "happy end" gewisser Filmfassungen, in denen am Ende eine weitere Revolution die Herrschaft der Schweine stürzt, völlig dem Inhalt und Geist des Buches. Ich empfehle, "Mein Katalonien" zuerst zu lesen, auch um Orwells Zusammenstoß mit dem Stalinismus besser zu verstehen. Macht verändert den Menschen (5 von 5 Punkten) schreibt l. aus Berlin George Orwells Märchen Farm der Tiere erschien 1945. Es war die Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Das Naziregime war überwunden und nun wurde eine neue Angst geschürt. Die Angst vor dem Kommunismus. Der Autor bezieht sich in dem Buch auf die Oktoberrevolution im Jahre 1917 in Russland. Die Bolschewiken stürzten damals die Regierung und übernahmen die Macht. Aus einem ehemals von einem Zaren regierten Land sollte unter der Führung von Wladimir Iljitsch Lenin eine klassenlose Gesellschaft werden, mit gleichen unter Gleichen. Daraus wurde aber nichts, vielmehr entwickelte sich die Sowjetunion unter Lenin und seinem Nachfolger Stalin zu einer grausamen Diktatur in dem Lebensmittel rationiert wurden, Säuberungen - Ermordung von Dissidenten- stattfanden und es weiterhin eine Klassengesellschaft gab, die Führungsriege und die untergebenen Arbeiter. In dem Buch werden die Herrschenden folgerichtig als Schweine bezeichnet. "Ihr glaubt doch hoffentlich nicht etwa, wir Schweine täten dies aus Eigennutz oder Privilegdenken?...Die ganze Leitung und Organisation hängt von uns ab...um euretwillen essen wir diese Äpfel." Die Parabel von Orwell ist aber nicht nur auf den Kommunismus begrenzt zu sehen, sie betrifft alle Diktaturen. Ideale werden dem Machtgefühl geopfert und viele Menschen sind einfach nur dumme Schafe, die das wiedergeben, was ihnen vorgekaut wird, "Vierbeiner gut, Zweibeiner schlecht", oder glauben sie dienen mit ihrer Arbeit der Gemeinschaft. "Ich will und werde noch härter arbeiten." Das Buch kann aber auch als ein Angriff auf die Politik eines jeden Landes gesehen werden. Auch die deutschen Politiker zeigen, dass ihnen ihr eigenes Wohlergehen weit mehr bedeutet, als das des Landes. Und leider passt sich jede Regierung diesem Machtdenken an und verrät die eigenen Ideale. "...blickten von Mensch zu Schwein und von Schwein zu Mensch, doch es war bereits unmöglich zu sagen, wer was war." Das Buch ist jedem zu empfehlen, der kritiklos die Entscheidungen der Regierung, wie ein Schaf abnickt und sich von den rhetorisch geschickten Formulierungen einlullen lässt. Doch nur weil eine Erklärung in sich schlüssig ist, ist sie noch lange nicht wahr in ihrer Aussage. "Ein Vogelflügel ist ein Organ der Mobilisation, nicht aber der Manipulation. Er sollte deshalb als Bein angesehen werden." George Orwell (1903-1950) war ein britischer Schriftsteller und Journalist. Seine bekanntesten Werke sind 1984 und Farm der Tiere. Er war Sozialist und kämpfte in seinen Werken stets gegen den Totalitarismus. Fabelhaft... (5 von 5 Punkten) schreibt D.M. aus Kourou / Leipzig / Berlin Die Tiere einer Farm stürzen den Menschen als herrschende Klasse in einer Revolution. Die Ideen klingen wunderbar, die Strategien und Grundsätze auf der Farm sind es auch, Motivation ist im Überfluß vorhanden. Je weiter man jedoch in dieser Fabel vordringt, desto mehr fühlt man sich wie in einem bösen Traum, in dem der real exitierende Kommunismus auf der Farm einzug hält. Vorsätze werden vergessen und, um es kurz zu machen mit dem letzten Satz aus dem Buch: "Die Tiere draußen schauten von Schwein zu Mensch und von Mensch zu Schwein, und dann nochmals von Schwein zu Mensch, aber es war bereits unmöglich zu sagen, wer das Schwein und wer der Mensch war." Die Fabel stammt von 1945, also vor der Gründung der DDR, und gibt doch ein Spiegelbild 1:1 der Entwicklung Revolution und der Entwicklung der herrschenden Klasse in der ehemaligen DDR wieder. Farm der Tiere (4 von 5 Punkten) schreibt T.B. Hat toll geklappt, aber das bin ich von Amazon so gewöhnt. Auch das mit dem Bezahlen ist ein tolle Sache. Wie Menschen ohne Wahrheit (5 von 5 Punkten) schreibt R.N. aus Helibrunna Orwell geht in seinem Buch sogar noch einen Schritt weiter wie in "1984". Er schildert zunächst den Aufstand der Tiere einer Farm gegen den brutalen, ständig betrunkenen Bauer, der sie gewalttätig unterdrückt und ausbeutet. Die Erhebung gegen diese Gewaltherrschaft" gelingt auch. Doch indem man das Böse bekämpft, hat man noch lange nicht erreicht, dass sich das Gute einstellt. Als 1917 die Bolschewiken und Menschewiken das zaristische Russland stürzten, beseitigten sie ein System, das für die meisten nur schwer erträgliche Zustände gebracht hatte. An ihrer Stelle setzte sich ein Regime mit einer Ideologie, die eine wunderbare Zukunft versprach aber schrecklichere Zustände herstellte als sie jemals geherrscht hatten. Ebenso ergeht es den Tieren auf der Farm. Die Befreiten errichten eine noch viel schlimmere Herrschaft. Das geschieht nicht gleich, es ist ein schleichender und erschreckender Weise nicht zu vermeidender Prozess. Ist das das Los jeder freien Ordnung, dass sie zu einer Diktatur verkommt? Ist es das was Orwell uns sagen will? Nicht ganz! Ihm geht es darum zu zeigen, dass dies zwangsläufig nur dann so kommen muss, wenn das Bewusstsein für freiheitliche Werte untergraben wird. Das kann ein zunächst unmerklicher Prozess sein, der unter geschickter Anwendung der Sprache umso besser gelingt. Das Individuum soll sich an das Falsche gewöhnen und übernehmen. Das macht es steuerbar. Am Ende hat es keine eigene Stimme mehr und mäht und muht im Gleichtakt, bis es widerstandslos zur Schlachtbank geführt werden kann. Als erstes kommen die unangepassten dran, aber zum Schluss geht es allen an den Kragen, auch den Oberschurken. Sie hinterlassen eine Wüste. Beispiele gibt es genügend in der jüngeren Geschichte. Gerade das aufgeklärte 20. Jahrhundert hat sich besonders hervorgetan in der Verwirklichung von viel versprechenden und wenig haltenden Ideologien, deren verheerende Wirkungen noch lange nach halten. Orwells Buch ist ein Aufruf an alle die Freiheitsrechte der Menschen als oberstes Heiligtum menschlichen Besitztums zu verstehen und sie zu hüten und zu bewahren wie der kostbarste Schatz, den die Menschen besitzen. Er hofft, dass der Mensch Weisheit genug dafür besitzt. Es ist eine fromme Hoffnung. Die Freiheit ist immer dann in Gefahr wenn sich einer oder eine Gruppe von Menschen, eine Partei, eine Mehrheit usw. dazu versteigt sich als alleiniger Besitzer von "Wahrheit" zu begreifen. Und sie geht verloren, wenn daraus auch noch ein politischer Wille wird, der von den Machthabern umgesetzt wird. Ideologien versprechen die Menschen zu wahrer Größe zu bringen. In Wahrheit verkleinern sie ihn bis zur Unkenntlichkeit. Das kann man in neuerer Zeit gerade auch am Islam sehen wie ihn die Islamisten leben, wo der Einzelne nichts gilt, ihm aber das Paradies versprochen wird. Schon Friedrich Hölderlin hatte gesagt: "Immer haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen." "Farm der Tiere" ist spannend zu lesen, obwohl man schon von Anfang an weiß wie alles ausgeht. Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
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