Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters

Von Rebecca Gablé

Buch, Taschenbuch, 240 Seiten, 1. Auflage
Erschienen: 25. September 2010
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei Verlag)
Verkaufsrang: 3212 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783404642427
ISBN-10: 3404642422
ASIN: 3404642422 (Amazon-Bestellnummer)
Preis: € 9,99 (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
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Von Ratlosen und Löwenherzen: Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters
Gönnen wir ihr die kleine Auszeit. Nach sechs fast schon obligatorischen Tausendseitern, mittelalterliche Blockbuster allesamt, mit denen Rebecca Gablé ihre Fangemeinde in den letzten Jahren verwöhnte, folgt nun die wohlverdiente Verschnaufpause. Und wie sieht die bei einer Literaturwissenschaftlerin, Fachfrau in Sachen Mediävistik und passionierten England-Reisenden wohl aus? Richtig! Sie schreibt ein Sachbuch übers Mittelalter in England. Und fängt sogleich an, den etwas verwaschenen Begriff zeitlich zu fixieren: Von der Völkerwanderung Ende des 3. Jahrhunderts bis zur Verbreitung des Buchdrucks Ende des 15. Jahrhunderts. Basta! Kein geringes Vorhaben auf gerade mal 230 Seiten. Doch Frau Gablé erweist sich auch in der kleinen Sachbuchform als Meisterin.
Alles begann im 4. Jahrhundert mit dem Abzug der Römer, die genug Trouble in der Heimat hatten. Wilde Pikten und Scoten hatten sich überdies auf dem neblichten Eiland als lästige Wanzen erwiesen. Die zurückgebliebenen britischen Kelten hatten aber am römischen Lifestyle nicht wenig Gefallen gefunden. So ging?s los. Um sich nun ihrerseits die blauen Barbaren aus dem kargen Norden vom Halse zu halten, engagierten sie Kampfverbände aus Norddeutschland ? und schon waren sie da ? die Angelsachsen. In diesem Stile lässt sich Geschichte erfolgreich vermitteln. Nicht einschläfernd, forsch bis kess im Ton. Nichts weniger zeichnet eine Bestsellerautorin aus!
Vom "Volk der Angeln" und ihrem "Engla-Land", über Alfred den Großen, Englands sagenhaften ersten King, der 878 den Dänen den Garaus machte, bis hin zu Herrschern, deren Namen Sven Gabelbart, Edmund Eisenseite oder Harald Hasenfuß eher unfreiwillig komische Naturen verhießen; oder dem frühen Gotteskrieger Richard Löwenherz, der hinter deutsch-österreichischem Gemäuer vor sich hinfaulte -, Madame Gablé wartet zur Auflockerung ihrer Geschichtsstunde mit allerlei Kuriosa und Skurrilitäten auf. Dies verheißt eine Menge Lesespaß, zugunsten dessen die historische Akkuratesse bei der Fülle des Materials bisweilen schmunzelnd übersehen werden sollte. Kleine, aber hübsche verlegerische Serviceleistung: Das Buchcover lässt sich zum königlichen Stammbaum entfalten. Und nach der Lektüre wird man wenigstens einige der sprichwörtlichen britischen Schrullen etwas besser verstehen. Dermaßen präpariert, freuen wir uns auf den nächsten großen Gablé-Wurf.?Ravi Unger

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 32 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
Englische Geschichte, mit einem Augenzwinkern vermittelt (5 von 5 Punkten) schreibt b. aus Braunschweig
Bei diesem Hörbuch haben sich zwei gefunden, die zusammen zu passen scheinen: Rebecca Gablé, die es mit ihrem feinen Humor auf äußerst unterhaltsame Weise ebenso versteht, einem die englische Geschichte ein wenig näher zu bringen, wie sie auf die Schippe zu nehmen, und Andreas Fröhlich, der als "Vorleser" ihres Werkes wieder einmal seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt und auf einfühlsame Weise sowohl die ernsten wie auch die witzigen Seiten dieser Produktion mit seiner Stimme ins rechte Licht zu rücken weiß.

Allen Interessierten sei vor allem Folgendes gesagt: Man muss kein Fan englischer Geschichte sein, um dieses Hörbuch genießen zu können. Ich habe mich vorher nie näher mit dem Thema beschäftigt. Dennoch habe ich jede einzelne Minute genossen. Historische Fakten werden inklusive Jahreszahlen anschaulich präsentiert, die einzelnen Herrscher inklusive ihres Hofstaates beleuchtet. Die Autorin erlaubt es sich aber auch ganz bewusst, eigene Beurteilungen und manchmal augenzwinkernde Anekdoten über Volk und Obrigkeit mit in ihr Werk einzubauen, was von Andreas Fröhlich durch unterschiedliche Lesearten und Betonungen immer wieder wunderbar in Szene gesetzt wird. Überhaupt lebt dieses Hörbuch meiner Meinung nach besonders durch seinen Sprecher, dem Monotonie ein Fremdwort zu sein scheint und der es immer wieder versteht, einen ebenso lachen wie schaudern zu lassen - je nachdem, ob es um die nicht sehr ambitionierten Pläne eines schwulen Königs geht, die Homosexualität in seinem Lande auszumerzen und seinen Bischof, der darüber schier verzweifelt, oder um die Gräueltaten, die bisweilen an politischen Feinden begangen wurden und wo so mancher Herrscher auch vor Kindern nicht Halt machte.

Interessant fand ich inhaltlich vor allem, dass auch immer wieder die Verhältnisse in der einfachen Bevölkerung beleuchtet werden. Darüber weiß man mitunter nicht viel, aber was man weiß, wird gut verständlich und ungeschönt vermittelt. Ebenso versucht Rebecca Gablé mit so manchem Vorurteil aufzuräumen, wie eben dem klassischen "finsteren Mittelalter" und all seinen Schrecken - Hexenverfolgung, das Recht der "ersten Nacht" und noch so manch anderen Geschichten, die sich doch auch im eigenen Kopf recht gut festgesetzt haben.

Meiner Meinung nach ein absolut empfehlenswertes Hörbuch. Wer sich nicht scheut, ein bisschen was dazuzulernen und dieses Stückchen Allgemeinbildung gern auch noch unterhaltsam, spannend und witzig präsentiert bekommen möchte, der kann mit dieser Ausgabe nichts falsch machen.

Englische Geschichte in Kurzform und.... (5 von 5 Punkten) schreibt H.
... sowas von informativ geschrieben, dass ich in so kurzer Zeit mir wirklich ein gutes Bild von der englischen Geschichte machen konnte. Und jetzt merke ich, dass auch gerne immer mal wieder nachschlage um was konkretes nachzuschauen. Tolles Buch!

So was hat bisher gefehlt! (5 von 5 Punkten) schreibt R.W.
Wer kennt das nicht...

Man liest eine Geschichte mit historischem Hintergrund. Auf einmal taucht die Frage auf, wie war denn das damals wirklich...
Welche großen Ereignisse haben die Menschen dieser Zeit geprägt. Wer war denn da wirklich an der Macht. Wieso haben sich die herrschenden Engländer mit den Franzosen über die Jahrhunderte immer wieder die Köpfe eingeschlagen.
Klar, all dieses Wissen kann man sich in dicken 1000 seitigen Geschichtsbüchern zusammensuchen, aber das was dann an Information geboten ist, das sprengt sowohl das Interesse des Belletristikkonsumenten" als auch das Zeitbudget eines durchschnittlichen Lesers...
Hier hat Frau Gable das ideale Werk geschaffen!
Es liest sich kurzweilig wie eine ihrer wunderbaren Mittelaltergeschichten und ist trotzdem sehr informativ. Der Aufbau ist hervorragen, so dass man ganz schnell einen Einstieg findet und wenn man mal wieder beim Lesen vor der Frage steht, wie war das jetzt nochmal genau, dann findet man sehr schnell das richtige Kapitel. Ein Kapitel über die passende Epoche und schon hat man das passende Rüstzeug um einen Roman im richtigen Kontext einwerten zu können.


Gelungene und kurzweilige Geschichtsstunde (5 von 5 Punkten) schreibt S.S.
Wirklich mal ein spannendes und immer mit einem Augenzwinkern geschriebenes Buch über die englische Geschichte im Mittelalter. Besonders wer vorher viel von Gable, Cornwell oder Follet gelesen hat wird seinen Spass an der Erzählung dieser historischen Ereignisse, noch mal in kurzer Fassung und sehr lustig, wieder gegeben zu bekommen.
Ich habe das Buch an einem Wochenende verschlungen.
Wenn Sie wissen wollen was die Normannen mit den Klingonen zu tun haben und wer der "menschliche" Wanderpokal ist sollte Sie dieses Buch lesen.
Der einzigste kleine Wehrmutstropfen ist, dass es etwas kurz und zu schnell durchgelesen ist.
Meine Empfehlung: 5 Sterne


Mittelalter - informativ und humorvoll (5 von 5 Punkten) schreibt P. aus Schwabach
Zu Schulzeiten habe ich Geschichte gehasst! Dieses Thema war für mich eine staubtrockene Aneinanderreihung unübersichtlicher Namen und Zahlen. Warum gab es damals dieses Buch noch nicht?
Rebecca Gable berichtet ausführlich, aber nicht langweilig, informativ, aber nicht überfrachtet, humorvoll, aber nicht komisch über das englische Mittelalter. Sämtliche Wilhelms, Edwards, Henrys und Margareths werden abgehandelt, die Errungenschaften der jeweiligen Regierungsperiode dargestellt, über die Eigenschaften des entsprechenden Regenten berichtet. Trotz humorvoller Einlagen ("das Wasser stand ihm bis zur noch nicht erfundenen Halskrause") ist diese "Geschichtsstunde" immer seriös und gleitet niemals in platte Komik ab.
Was ich besonders schön finde: Es wird nicht nur über das Leben der Adeligen berichtet. Frau Gable macht immer wieder Abstecher zum einfachen Volk, erzählt über die Lebensumstände der Bauern, über die Situation der Frau im Mittelalter und auch über den Bildungsstand des Volkes. Und wie in ihren Romanen schafft sie es, dass der Leser trotz der ständig gleichen Namen (Henry, Edward, Margareth - konnten sich die Engänder nicht mehr Vornamen leisten?) nicht den Überblick verliert.


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