|
||||||||||
|
Nach der Lektüre der Geschichte des Waldes werden Sie mit Sicherheit nie wieder den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Ein anspruchsvolles Buch mit Atmosphäre. -Sven A. Zörner Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 3 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Eine wahre Geschichte (5 von 5 Punkten) schreibt R. Wenn wir im deutschen Sprachraum das Wort "Wald" hören oder lesen, so taucht bei sehr vielen von uns eine Vorstellung von unberührter Wildnis und Natur auf, ein weites Meer aus Blättern und Zweigen und Tieren in freier Wildbahn; das grüne Gegenstück zur menschlichen Zivilisation. Doch hat es den unberührten Naturzustand Wald in Mitteleuropa fast nie gegeben, selbst zur Zeit der alten Germanen nicht. Auch was wir heute als Wald sehen, ist keine ursprünglich gewachsene Natur, sondern ein Ergebnis, das über die Jahrhunderte durch ständige Einwirkung des Menschen entstanden ist. Warum und wie kam es aber sogar zu einem Mythos vom "wilden urwüchsigen germanischen Wald"? Hansjörg Küster liefert in seinem Buch eine ernüchternde und zugleich faszinierende Bilanz: Wald in Europa ist kein Zustand ursprünglicher Natur, sondern er ist das Ergebnis von Kultur! Die Entwicklung der Wälder ist eng verbunden mit der Entwicklungsgeschichte des Menschen, denn ohne Holz als Rohstoff hätte sich nie eine Zivilisation entwickeln können! Wald und Mensch hatten immer eine komplexe gegenseitige Beziehung, und Landschaft und Zivilisation entstanden und beeinflussten sich gegenseitig in einem eng verflochtenen historischen Prozess. Der Autor erzählt auf hervorragende Weise, wie sich das alles abgespielt hat, und irgendwann wurde mir beim Lesen bewusst, dass ich mit diesem Buch über die Geschichte des Waldes gleichzeitig auch ein faszinierendes Buch über die Entwicklungsgeschichte der Menschheit Mitteleuropas in den Händen halte, so eng ist alles miteinander verknüpft! Abschließend zeigt der Autor anhand der historischen Zusammenhänge, dass es beim Waldschutz heute so manche Faktoren gibt, die es gilt, ganz neu zu überdenken! Trotzdem man inzwischen weiß, dass das Ende des Waldes nicht gekommen ist, wäre eine Verharmlosung der Umweltsituation fatal! Glücklicherweise hat gerade das "Phänomen Waldsterben" zu einer intensiveren Waldschadenforschung geführt, die wesentliche neue Zusammenhänge aufdecken konnte und noch weitere aufdecken wird! Das Buch hat mir geholfen, den Wald auf eine neue Art zu sehen und zu verstehen, um ihn nun dadurch noch inniger zu lieben, zu achten und zu schützen! Wald ist etwas Besonderes, und seine Geschichte gibt wertvolle Anstöße für eine neue Zeit! Spannend und ernüchternd zugleich (5 von 5 Punkten) schreibt B.L. Wer in dem 267 Seiten starken Buch eine trockene wissenschaftliche Abhandlung erwartet, wird überrascht sein. Der Professor für Pflanzökologie am Institut für Geobotanik der Universität Hannover, bekannt auch durch andere Bücher zur Geschichte der Landschaft Mitteleuropas, hat mit der Geschichte des Waldes ein gut lesbares Werk ohne die bei wissenschaftlichen Arbeiten üblichen endlosen Anmerkungen oder Fußnoten geschrieben. Wer sich intensiver einarbeiten will, findet dennoch im Anhang zahlreiche Literaturempfehlungen zu jedem der 23 Kapitel. Küster spannt den weitest möglichen Bogen, indem er tatsächlich mit der Entstehung der ersten Bäume und Wälder vor etwa 320 bis 400 Millionen Jahren beginnt und mit Überlegungen zur zeitgenössischen Waldthematik, etwa dem Baumsterben, endet. Dazwischen zeichnet er das Bild einer wechselhaften und dynamischen Entwicklung von Bäumen, Wäldern und Landschaften, die diesem Abschnitt der jüngeren Erdgeschichte als bestimmend für die Bildung, den Fortbestand und auch den vereinzelten Niedergang menschlicher Zivilisationen erkennt. Dabei wird deutlich, dass die intensive Interaktion zwischen Menschen und Wäldern lange vor dem Entstehen der ersten zivilisierten Gesellschaften Wirkung zeigten und die Wälder zum Zeitpunkt der ersten schriftlichen Reflexionen (z. B. in Tacitus Germania) schon längst keine ursprünglichen Urwälder mehr waren. Diese Entmythologisierung von Vorstellungen, die sich (v. a. in Deutschland) z. T. bis heute beständig gehalten haben, gehört sicher zu den ernüchternden Aspekten in Küsters Buch. Die historische Hinterfragung macht aber deutlich, welche enorme Bedeutung die Wälder und das aus ihnen gewonnene Holz für die gesamte Menschheitsentwicklung hatten und bis heute haben. Die historische Betrachtung des Wechselspiels zwischen Waldnutzung, Zivilisation und Landschaftsentwicklung kann als wichtige Voraussetzung gesehen werden, heute klar erkennbare Kurzsichtigkeiten und ökologische Fehlentwicklungen künftig zu vermeiden, damit die Geschichte des Waldes die Chance hat, weitere Kapitel zu schreiben. Weit mehr, als ein Buch über Biologie (5 von 5 Punkten) schreibt . Hansjörg Küster hat kein Biologiebuch geschrieben, er hat die Verflechtung der menschlichen Siedlungs- und Lebensweise mit dem Erscheinungsbild des deutschen Waldes und die lange gemeinsame Geschichte dargestellt. Herausgekommen ist die Beschreibung eines Waldes, den es als "Urwald" in Deutschland nie gegeben hat, nicht einmal zur Zeit der Germanen. Von Anfang an hat der Mensch den Wald geprägt, sei es bewusst oder unbewusst. Die Entwicklung des Ackerbaus in der Jungsteinzeit, der Aufstieg der Städte im Mittelalter, die Verklärung des deutschen Waldes in der Romantik, sind nur einige wenige Beispiele für die vielen Faktoren, die den Wald zu dem gemacht haben, was er heute ist. Hansjörg Küster hat sich damit weit über die eigentlichen Grenzen seines Fachgebietes hinausbegeben. Ich finde, er hat die Aufgabe hervorragend gelöst. Dr. Frank Pawellek, Vorstand "GeoZentrum e.V" Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
|
||||||||||
|
|