Götter und Kulte der Germanen

Von Rudolf Simek

Buch, Taschenbuch, 128 Seiten, 3. Auflage
Erschienen: 16. September 2009
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Beck
Verkaufsrang: 98746 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783406508356
ISBN-10: 3406508359
ASIN: 3406508359 (Amazon-Bestellnummer)
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Götter und Kulte der Germanen
Das vorliegende Buch liefert einen knappen, informativen Überblick über die religiöse Welt der Germanen, über Opferkulte, Kultstätten, Götterwelt und ihre Mythologie sowie über Magie und Totenreich. Der Autor hält sich dabei vor allem an die authentischen archäologischen Zeugnisse und zeigt, daß sich von einer einheitlichen Religion der Germanen nach dem neuesten Stand der Forschung nicht mehr sprechen läßt.

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 6 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
Schwierig zu lesende Einführung (3 von 5 Punkten) schreibt T.T.
Die Einführung von Rudolf Simek "Götter und Kulte der Germanen" lässt sich schwer lesen. Dies liegt vor allem an seinem Versuch, der Komplexität und Diversität des Themengebietes gerecht zu werden. Es bleibt für den Leser die Erkenntnis, dass keinesfalls von einer kodifizierten Religion oder einem einheitlichen Kult bei den vorchristlichen germanischen Stämmen gesprochen werden kann.

Sehr wissenschaftlich (5 von 5 Punkten) schreibt J. aus Wien
Ich kaufte das Buch, weil ich Information über die germanische Religion wollte.
Die Information,die das Buch bietet ist sehr genau und war für mich mehr als ausreichend.
Teilweise wurde das Thema sehr wissenschaftlich betrachtet, dadurch manchmal ein wenig langamtmiger zum Lesen.
Vom Grund auf jedoch ein gutes und sehr informatives Buch.


Brakteaten und Guldgubber: Fakten statt Fantasy (5 von 5 Punkten) schreibt h. aus Stuttgart
Götter und Kulte der Germanen sind schwer umstritten, vermeintlich Sicheres ist in Wirklichkeit Phantasie der Romantiker des 19. Jahrhunderts oder der Nationalsozialisten und anderer völkischen Ideologen des 20. Jahrhunderts oder von Esoterikern und Neuheiden der Gegenwart, oft mit antichristlicher Note im Sinne von menschliches, großmütiges Heidentum gegen bösartiges, inhumanes Christentum.

Da ist es hilfreich, einmal wissenschaftlich präzise und mit dem überlegten Handwerkszeug des Historikers den germanischen Kulten und den Göttern nachzuspüren. Wie war es denn wirklich?

Rudolf Simek gibt knapp und konzentriert tragfähige Antworten, indem er sich streng an schriftlichen und archäologischen Quellen orientiert, spekulative Interpretationen vermeidet und offen und oft beim Namen nennt, was wir nicht wissen. Ausgezeichnet finde ich dabei, dass er trotz knappem Raum auch alternative Deutungsmöglichkeiten aufzeigt.

Im Vorwort legt er seinen historischen, vor allem phänomenologisch orientierten Ansatz offen, gibt einen Einblick in die Werkstatt des Gelehrten. Archäologische Funde bekommen starkes Gewicht. Deutlich grenzt er sich gegen die ältere Forschung ab, die er als leichtgläubig, spekulativ, phantasievoll, harmonisierend bezeichnet, weil sie die Quellen nicht kritisch genug befragt habe, zum Beispiel indem sie den christliche Hintergrund beinahe aller mittelalterlichen Autoren einfach naiv oder bewusst ignoriert hat. Oder nicht unterschieden hat zwischen literarischer und wirklich gelebter Religiosität. Oder die Wechselwirkung der germanischen Vorstellungen mit den klassisch-antiken Religionen oder den neuen christlichen Inhalten nicht berücksichtigt hat.

So steht als Ergebnis der neueren Forschung für Simek fest, dass die Germanen nicht eine Religion hatten, sondern dass man korrekt von den germanischen Religionen sprechen müsse, die in Austausch mit der klassisch-antiken und christlichen Umwelt standen. Und die meisten Zeugnisse dieser germanischen Religionen widersetzen sich auch noch hartnäckig der heutigen (und damaligen!) Interpretation, so dass das meiste im Dunkeln bleiben muss.

Kann der Historiker dann überhaupt noch etwas Sinnvolles über die Götter und Kulte der Germanen sagen? Ja, natürlich! Und das nicht wenig. Und wieder zeigt sich, dass es oftmals viel spannender ist, wissenschaftliche Lücken vorsichtig zu verfolgen, als wunderschöne, harmonische Systeme zu entwerfen, die keine Fragen mehr zulassen.

Die Kapitelüberschriften geben einen guten Überblick über Weg und Inhalt des Buches:
1. Waffen, Moore, Quellen: Opferkulte der Eisenzeit.
2. Gold und Festhallen: Kultgebäude und heilige Stätten während der Völkerwanderungszeit.
3. Die Götterwelt des germanischen Altertums.
4. Die Götterwelt der Merowinger- und Wikingerzeit.
5. Riesen, Zwerge und Alben: die Niedere Mythologie.
6. Magie.
7. Tote, Untote und das Reich des Hel.

Nach der abgeklärten, sachlichen Analyse müssen sich manche Leser wohl von liebgewordenen Phantasien verabschieden, sei es das geläufige Odin-/Wodan-Bild, oder das von Walhalla und Walküren, Nornen und Wikingerbestattungen in brennenden Booten, die ebenso filmreif wie weihevoll übers Meer dümpeln, seien es Bilder der angeblich rohen Germanen, völlig unbeeinflusst durch Rom und andere Kulturen. Und selbst die Frage, warum das Christentum für die Germanen schließlich doch so attraktiv war, dass es weitgehend gern und freiwillig und rasend schnell Aufnahme fand, wird plausibel geklärt.

Bei der konzentrierten Qualität des Buches, zu der auch ein gutes Literaturverzeichnis gehört, sehe ich über das Fehlen eines Glossars, über ein paar unnötige Abkürzungen und über kleinere stilistische Umständlichkeiten hinweg.

Die Lektüre lohnt sich für den schnellen Ein- und Überblick. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Wer es genauer wissen möchte, dem sei vom selben Autor empfohlen Religion und Mythologie der Germanen oder Lexikon der germanischen Mythologie.


Germanische Religionen durchs Mikroskop betrachtet (4 von 5 Punkten) schreibt D.N.T.G. aus Hannover
Viel ist dem meinen Vorrezensenten nicht hinzuzufügen; ich fand es einfach erstaunlich, wie wenig Gesichertes wir eigentlich über unsere kulturellen Wurzeln wissen. Als Laie denkt man wohl - mir ist es zumindest so ergangen - dass man über den germanischen Pantheon einigermaßen bescheidweiß, von Walvater Odhinn über Thor bis zur Midgardschlange. Dieses Buch belehrt den Leser eines Besseren. In den heutigen Zeiten des Populismus, der ja germanischen Götterglauben mitunter sofort in die rechtsradikale Ecke stellt, hat Simek den Mut gefunden, die wenigen aussagekräftigen archäologischen Funde neutral auszuwerten und in einem für den Laien nachvollziehbaren Buch zusammenzufassen, damit sich der Leser ein eigenes Bild von den Religionen und Kulten machen kann. Die Funde ergeben ein zwar sehr vielfältiges, aber gleichzeitig lückenhaftes Bild, und auch die Edda, die man als Laie eigentlich als die Quelle überhaupt für germanische Religion(en) einordnet, wurde wohl nicht mehr frei von christlichen Einflüssen verfasst. Ich persönlich fand Simeks Schreibstil nicht immer hundertprozentig ansprechend, aber das mag jeder Leser selbst entscheiden. Dennoch, ein gelungenes Werk!

Interessant von der ersten bis zur letzten Seite (5 von 5 Punkten) schreibt .
Dass dieses Buch darüber informiert, was der Titel verspricht, ist ja schon fast klar, aber darüber hinaus schafft es der Autor, nicht zu trocken und doch immer voll bei der Sache den Leser durchs Thema zu führen. Das Buch liest sich also sehr gut und ist interessant von der ersten bis zur letzten Seite.
Der Inhalt ist streng thematisch aufgebaut und aufbauend, d.h., dass der Autor am Anfang davon ausgeht, dass man wirklich kaum Ahnung vom 'Sujet' hat, mit der Zeit baut dann eine Sache auf die andere auf und am Ende besitzt man ein Grundwissen vom Thema und merkt auch die Feinfühligkeit, wie zwischen puren Rückschlüssen aus Funden etc. und möglicherweise nicht mehr ganz wahrheitsgemäßen Quellen penibelst unterschieden wird. Kurzum sehr zu empfehlen für jeden, der sich in dieses Gebiet einen Einblick verschaffen will!

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