Hungrige Zeiten. Überleben mit der Magersucht und Bulimie: Über Leben mit Magersucht und Bulimie

Von Annika Fechner

Buch, Broschiert, 303 Seiten, 2. Auflage
Erschienen: 8. Januar 2008
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Beck
Verkaufsrang: 29844 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783406547669
ISBN-10: 3406547664
ASIN: 3406547664 (Amazon-Bestellnummer)
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Hungrige Zeiten. Überleben mit der Magersucht und Bulimie: Über Leben mit Magersucht und Bulimie
Die autobiographische Erzählung führt durch ein Labyrinth aus Hungern, Erbrechen und Sportexzessen, Kalorienzählen und Wiegezwang, gestörter Körperwahrnehmung und lebensgefährlichem Gewichtsverlust. Eindringlich schildert Annika Fechner die inneren Konflikte, das Gedankenchaos, die Leiden und die desaströsen Zwänge, denen man bei einer Eßstörung ausgesetzt ist. Selbst den schambesetzten Bereichen der Störung weicht sie nicht aus. In jeder Zeile spürt man den Wunsch, zu erklären, was ein Leben mit der Eßstörung bedeutet. Man begreift als Leser, daß die Welt der Eßstörung ein eigenes Universum mit eigenen Regeln, Werten und Prioritäten ist, die mit denen der "normalen" Welt kaum Gemeinsamkeiten haben. Deshalb ist diese Welt Freunden und Angehörigen der Betroffenen oft schlechterdings unverständlich. Die Innenansicht dieser bestürzenden Welt wird in diesem Buch anschaulich. In ausdrucksstarken Bildern übersetzt es die Gefühle der Kranken in die Sprache der Gesunden. Dieses Buch macht es möglich, die fremde Welt der Eßstörung zu verstehen.

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 22 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
Deutsche Kopie von Marya Hornbachers "Wasted" (1 von 5 Punkten) schreibt L.
Das Buch ist eine gute Idee, jedoch nicht die der Autorin. Es hat sie nämlich schon einmal gegeben in Form von Marya Hornbachers "Alice im Hungerland" (deutscher Titel).
"Hungrige Zeiten" ist so offensichtlich abgekupfert vom genannten Roman, dass mir Seite für Seite immer mehr die Lust am Lesen verging. Es fängt schon beim Titel bzw. Untertitel an: Alice im HUNGERland -> HUNGRIGE Zeiten / Leben mit Bulimie und Magersucht -> ÜBERleben mit Magersucht und Bulimie.
Viele Ausführungen, wissenschaftliche Belege und Experimente, die die Autorin A. Fechner nennt/benutzt, kommen komischerweise genauso im "Vorgängerroman" WASTED vor. Auch ist der Roman ähnlich strukturiert. A. Fechner schließt ihren Roman ähnlich ab wie M. Hornbacher: Sie zeigt ihren Gewichtsverlauf in einer Art Countdown an und beschreibt bei jeder "Station", wie sich ihr Gesundheitszustand verändert, wobei sie auch hier nicht auf die Idee kommt eigene Formulierungen zu benutzen. Marya Hornbachers Roman hat mich u.a. dadurch begeistert, dass die Autorin trotz ihrer dramatischen Geschichte, nicht an Selbstironie spart. Auch das versuchte A. Fechner sich anscheinend zu eigen zu machen, jedoch ohne den herausragendem Erfolg wie Hornbacher. Kein Wunder, wir unterscheiden hier immerhin zwischen einer genialen und hochbegabten Schriftstellerin/Journalistin und einer ehemaligen Schülerin, die einfach mal Lust hatte, ein Buch über ihre Krankheit zu schreiben, warum auch immer.
Wer wirklich etwas über die Hintergruende von Essstörungen erfahren möchte und Erklärungen für das Denken und Verhalten von Magersüchtigen und Bulimikern sucht, dem empfehle ich wärmstens Marya Hornbachers "Wasted". Meiner Meinung nach das einzig wahre Buch in diesem Genre. Eine Meinung mit der ich mit Sicherheit nicht alleine stehen werde.

Die Wahrheit (5 von 5 Punkten) schreibt A.B.
Seit 2 Jahren leide ich ebenfalls wie die Hauptperson Annika an psychischen Störungen. Zuerst war es Magersucht, dann Bulimie und jetzt kommen auch noch Depressionen hinzu. So kann ich ihre Empfindungen, Taten und Gefuehle nur all zu gut nachvollziehen (leider)und habe mich sehr verstanden gefuehlt. Heutzutage gibt es so viele Buecher uber psychisch instabile Menschen, davon sind die meisten jedoch fiktiv. 'Hungrige Zeiten. Ueberleben mit Magersucht und Bulimie' war nun das erste Buch in der die Autorin die Krankheit wahrheitsgemaeß beschreibt und sich nicht auf die aeußeren Umstaende konzentriert. In diesem Buch geht es nicht darum, wie viel Annika an einem Tag abnimmt und wie viel sie an einem Tag isst, sonderen darum, wie sie sich jeden Tag fuehlt und warum sie tut, was sie tut.
Persönlich kann ich dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich mit Magersucht, Bulimie und Depressionen auseinandersetzen moechte und die Krankheit verstehen moechte. Auch fuer Betroffene finde ich dieses Werk sehr geeignet, da man sich nicht alleine fuehlt und einem gezeigt wird, warum man eignetlich tut, was man tut. Ich konnte beispielsweise nie richtig ausdruecken, was mich beschaeftigt.
Fazit: Das beste Buch dieses Genre

Schonungslos und authentisch (5 von 5 Punkten) schreibt I.W.
Es ist kein Buch, wie man mit Magersucht und Bulimie überlebt. Vielmehr zeigt es gnadenlos die Gefühle und Gedankengänge der Autorin. Ich kann nicht sagen, wie viel Betroffene sich damit identifizieren können, aber ich weiß, dass es unsere Tochter zum größten Teil konnte. Sie hatte uns das Buch gegeben, um zu verstehen, wie es in ihr aussieht. Die Krankheit ist die Hölle für alle Betroffenen und es ist die Hölle für jeden Angehörigen. 5 Jahre hat unsere Tochter gekämpft und letztendlich haben wir sie an diese Krankheit verloren. Dieses Buch endet glücklicher, aber die Autorin schreibt selbst, dass der Kampf noch nicht zu Ende ist und er wird es auch noch lange nicht sein, wenn nicht sogar ihr ganzes Leben anhalten. Das Buch bietet keine Analyse der Gründe, keine Lösungen aber es hilft zu verstehen. Ich freue mich für jeden, der es schafft, aus diesem Teufelskreis herauszukommen.

Für Erwachsene gut, für Kinder anspornent, leider (3 von 5 Punkten) schreibt M.N. aus Jarmen
Ich lese diese Art Bücher sehr gerne. Aber leider ist am Ende immer alles wieder gut und man bekommt den Eindruck das diese Art Krankheit nicht zu schlimm ist. Mich haben diese Bücher in jungen Jahren nur angespornt immer weniger zu essen statt verschreckt zu werden. Also zum lesen für Erwachsene sehr gut weil man sieht wie Kinder essen umgehen aber für die Knder eher ungeeignet.

Das "Wir" geht gar nicht! (2 von 5 Punkten) schreibt M.K. aus Berlin
Dieses Buch ist einfach und verständlich geschrieben. Es zeigt das Leben einer essgestörten jungen Person sehr deutlich. Es beschreibt die Essstörung gut, jedoch mehr auf Annika Fechner selbst bezogen, aber sie spricht immer im "wir", womit ich mich, ebenfalls seit 12 Jahren unter Essstörung leidend, persönlich nicht identifiezieren kann. Sie verallgemeinert zu stark. Ich komme mir wie "über einen Kamm geschert" vor.

Sie durchläuft ca. 9 Klinikaufenthalte und ist mehr bulimisch als anorektisch.
Mich hat das Buch nach ca. dem 2 drittel aggressiv gemacht. Sie erschreckte mich mit ihren Fressatacken und so wie sie mit ihrer Familie umsprang. Ihnen den Kühlschrank leer fras, ohne Rücksicht, und sich ein kugelrundes Bulimie-Gesicht kotzte. In den meisten Fällen neigen anorektisch Erkrankte Personen eher dazu ihre Familie zu bekochen und zu bebacken und sie tun alles, damit es ihnen besser geht als einem selbst, aber das ist nun nicht Thema hier.
Ich schließe mich meinen "Vorschreibern" an, dass sie das Ausmaß, was ihre Familie durchlebte, nicht nachvollziehen kann, sondern äußerst egoistisch um Toleranz gebeten hat, was natürlich Eltern, die zusehen, wie sich ihr Kind Schritt für Schritt dem Tode nähert, nicht einfach akzeptieren können. Ihre Eltern fuhren sie von Klinik zu Klinik, kauften für ihre Fressanfälle ein und sahen hilflos zu, wie sich ihre Tochter zerstörte. Mir hätten irgendwann auch die Worte gefehlt.
Hinzu ständig dieses "wir", wenn es um die Beschreibung der Essstörung geht.

Ich habe selbst die Diagnose "anorexia nervosa", habe etliche Therapien und einen Klinikaufenthalt hinter mir, gelte derzeit als stabil, aber Rückfallgefährdet, ich konnte mich wie gesagt, nicht wirklich in sie hinein versetzen, zudem wurde ihr Borderline diagnostiziert, was eher für diese "Ich hasse euch alle- aber verlasst mich micht und seid lieb zu mir" Erscheinung zutreffend ist.

Sie verfällt stets in die Opferrolle und zeigt, meiner Meinung nach, in diesem Buch keinerlei Willen das Leben zu meistern. Sie schiebt die Schuld den Anderen zu, Menschen, die ihr helfen wollten und nicht mitansehen konnten, wie sie sich selbst zerstört. Doch denen begegnet sie mit Hass, Ablehnung und beteuert stets sowie vorwurfsvoll und gnadenlos unberechtigt, dass "Gesunde" Menschen es nicht nachvollziehen können, wie es ist mit einer Essstörung zu leben. Ich widerspreche dem, denn ich habe andere Menschen kennen gelernt...

Ebenfalls muss ich sagen, dass mir auch die Intention fehlt. Ich konnte dem Buch nach dem Lesen, markieren und analysieren keine eindeutige Aussage zuordnen. Ist das Leben jeder Magersüchtigen so?
Ebenfalls fehlt mir die Frage nach dem WARUM? Sie schafft es nicht den "Auslöser" zu finden bzw. ihr fehlt das Wichtigste: die Gründe, warum es so kam. War es nun Mobbing? Sich hässlich finden? Die Familie? Dies bleibt im Raum.

Andere Werke beschäftigen sich mehr mit diesem Thema und gehen ebenso hart mit sich ins Gericht.

Kurz und allgemein:
Wer einen Eindruck haben möchte, wie einzelne Gedankengänge einer Essgestörter sind, sollte es unbedingt lesen. Wer jedoch nach Motiven, Intentionen und Gefühlen sucht, sollte es bleiben lassen sowie auch akut Gefährdete Personen, da ich ebenfalls eine Spur der Verherrlichung erkenne.




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