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Wer durch eigene Besuche Palästina in den letzten Jahren kennengelernt hat, wird kein Attentat gutheissen können, er wird aber vielleicht die Menschen verstehen, die sich zu diesem letzten Schritt entschliessen. Khadra gibt einen hervorragenden Einblick in die Hintergründe der Menschen und ihrer Umgebung, die diesen Weg wählen. Der Schlüssel liegt in Yasmina Khadra mahr als Bücher sprechender Aussage: "Wir Araber sind Menschen, die einfach die Erniedrigung, die Beleidigung hassen. Wir können mit Wasser und trockenem Brot leben. Mit nichts. Aber wir können nicht mehr normal leben, wenn man uns erniedrigt." - Und deswegen bleibt die Feststellung: Solange die Demütigung der Besatzung durch Israels Militär bleibt, so lange wird es Menschen in Palästina geben, die für sich keinen anderen Weg mehr sehen. Empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang das ausgezeichnete Buch von Raid Sabbah, Der Tod ist ein Geschenk. Die Geschichte eines Selbstmordattentäters - Sie spielt übrigens ebenso in Jenin. Rainer Fielenbach Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 13 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Der Endpunkt einer langen Gehirnwäsche oder Ein Ende in Würde nach einem Leben im Elend (5 von 5 Punkten) schreibt s. Inhalt: Der Araber Amin ist erfolgreicher Chirurg, ist glücklich verheiratet mit Sihem und lebt sein Leben scheinbar fernab des Nahostkonflikts, fernab der Ungerechtigkeit, die seinem Volk widerfährt, fernab der Intifada. Eines Tages wird seine heile Welt zerstört, denn alles deutet darauf hin, dass Sihem für ein Selbstmordattentat und den Tod unschuldiger Menschen verantwortlich ist. Amin versucht schließlich, den Geheimnissen seiner Frau auf den Grund zu gehen und begibt sich in die Zentren des palästinensischen Widerstandes. Mein Eindruck: Yasmina Khadra bewegt sich sprachlich auf dem gewohnt hohen Niveau, beschönigt nichts und beschreibt das Misstrauen und die Diskriminierung im eigenen Land, gibt dem Leser Gründe für und gegen Fundamentalismus/Selbstmordattentate, klärt über die Missstände in Palästina/Israel auf, berichtet vom Leiden der Menschen, von der Allgegenwärtigkeit des Kampfes, vom Fehlen eines sorglosen und freudvollen Lebens, von Hass, Ohnmacht und dem Verlust der Selbstachtung. Auf der Suche nach den Geheimnissen seiner Ehefrau wird Amin endlich wieder bewusst, woher er kommt; er erkennt, dass er Scheuklappen getragen hat, die Augen vor der politischen Misere und dem Leid der Palästinenser verschlossen hat. Mein Resümee: Das bisher beste Buch, das ich zum Thema gelesen habe. Unbedingt lesen! - 'Aber sie werden das Haus niederreißen!', rufe ich. 'Was ist schon ein Haus, wenn man ein ganzes Land verloren hat', seufzt sie. Die Arztgattin (1 von 5 Punkten) schreibt U.S. aus Berlin Dieses Buch macht einen eklatanten Mangel deutlich: Man weiß zu wenig über das Leben der Palästinenser. Viel zu wenig. Daher wünsche ich mir, dass sich ein Palästinenser oder eine Palästinenserin hinsetzt und einen Roman über ihre Situation schreibt. Denn der Roman "Die Attentäterin" von Yasmina Khadra hat mich enttäuscht. Interessant fand ich die wenigen Beschreibungen des Lebens von Palästinensern und die dabei geschilderte Not. Aber "den Tätern ein Gesicht" geben tut das Buch des Algeriers Mohammes Moulessehoul nicht. (Yasmina Khadra ist ein Pseudonym dieses mit seiner Familie in Frankreich lebenden Autors.) Man weiß inzwischen, dass die meisten Terroristen, die sich von radikalen Werbern rekrutieren lassen, junge Männer sind, die aus extrem großen Familien stammen. Sie haben keine Frau, keinen vernünftigen Beruf, keine Chance, einen zu bekommen, und nur sehr dürftige Kenntnisse des Koran. Selbstmordattentate werden höchst selten von Frauen verübt, und wenn, dann von sogenannten "schwarzen Witwen", also von Frauen, deren Männer oder Söhne bei Kampfhandlungen ums Leben gekommen sind. Eine verwöhnte Arztgattin als Selbstmordattentäterin ist nur in der Fantasie eines weit weg lebenden Autors möglich - und das ist die Schwäche dieses Romans: Die Figuren stimmen nicht. Eine Hausfrau, die seit 15 Jahren kinderlos mit einem Araber verheiratet ist, der in der Klinik von Tel Aviv arbeitet und auch in Tel Aviv ein chices Haus in Hanglage besitzt, die sich mit einem Liebesmahl und einer Liebesnacht von ihrem Gatten verabschiedet und sich dann im Kreis feiernder israelischer Jugendlicher in die Luft sprengt, ist unglaubwürdig! Auch die im Roman geschilderte Zerstörung uralter Wohnhäuser von Palästinensern zur Strafe für Attentate ist eine unrichtige Darstellung und schadet der Glaubwürdigkeit - auch in der Fiktion. Eine folgerichtige Bestrafung im Roman hätte das Haus der Attentäterin treffen müssen, eben jenes Luxusding in Hanglage von Tel Aviv. Denn die Israelis zerstören keine uralten Bruchbuden, sondern gezielt jene neuen Häuser der palästinensischen Familien, die vom Ausland als Belohnung für das Opfer ihres Sohnes als Selbstmordattentäter finanziert wurden. Damit soll klargestellt werden: Durch ein Selbstmordattentat kommt keine palästinensische Familie zu einem Neubau. Zudem finde ich die Idee, den Arzt als Ermittler auf den Weg zu schicken reichlich abwegig. Obwohl ich zugeben muss, dass man dabei schon etwas über die Denkweise arabischer Männer lernen kann. Der Algerier Mohammes Moulessehoul läßt seinen Helden vor allem daran zerbrechen, dass er auf die Idee kommt, seine Frau könnte ihm untreu gewesen sein, was sie nicht war. Der Tod seiner Frau wirkt im Roman wie das kleinere Übel, diesem Arzt geht es vor allem um seine eigene Vorstellung von "Erniedrigung", "Beleidigung" oder "Demütigung". Am Rande spielt auch der Begriff "Vaterland" eine Rolle, allerdings dann als Motiv für das Selbstmordattentat der Arztgattin. In "Die Attentäterin" stimmt die Geschichte hinten und vorn nicht. Und das finde ich schade, denn ich hätte gern mehr, viel mehr aus palästinensischer Sicht über das eigene Leben erfahren. bitte nicht weiter fragen (5 von 5 Punkten) schreibt J.R. leider kann ich über das buch nichts sagen, habe es verschenkt nach schnellem versand, ich schreibe nur, weil ich keine andere methode finde, ihre jetzt ein bißchen nervenden aufforderungen zu bewertungen und rezensionen zu beenden. ich bin ein treuer und zufriedener kunde, aber jetzt ruhebedürftig. danke Verstörend (5 von 5 Punkten) schreibt M. Ein eindringliches Buch, über Hass, Hoffnung, Liebe und Verrat vor dem Hintergrund des Konfliktes in Israel und Palästina. Geschickt in die Krimihandlung verwoben ist die Suche eines arabischen Arztes nach der Wahrheit. Ist seine Frau wirklich die Attentäterin? Sprachlich gekonnt und betörend geschrieben. Ergreifend (4 von 5 Punkten) schreibt C.S. Ein sehr ergreifendes und zumindest in der ersten Hälfte spannendes Buch, das die Schwierigkeiten des Konfliktes zwischen Israeli und Arabern gekonnt aufzeigt. Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist: Ähnliche Artikel oder Zubehör:
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