|
||||||||||
|
Das Universum in der Nußschale ist kein Nachfolgewerk, kein zweiter Teil, und es orientiert sich nicht einmal am logischen Aufbau des erfolgreichen Erstlingswerks. Hawking beginnt in den ersten beiden Kapiteln mit den Grundlagen, und in seiner Forschungsdisziplin heißt das: Relativitätstheorie und Quantentheorie. Die folgenden vier Kapitel bauen nicht logisch aufeinander auf, sondern behandeln jeweils eigene Aspekte: Wie haben wir uns unser Universum in Größe, Ausdehnung und Geschichte vorzustellen? (Danach werden Sie auch die gern zitierte Quintessenz verstehen, dass die Geschichte unseres Universums einer kleinen, abgeflachten runden Nuss entspricht). Sind Zeitreisen möglich? Wird unser Leben in der Zukunft so aussehen wie in einer Star-Trek-Folge? Und das (zugegeben sehr anspruchsvolle) Schlusskapitel: Was ist eine "Branwelt"? Bei aller Fundiertheit und Glaubwürdigkeit schafft es Hawking, einen eigenen Stil zu bewahren. Und einen ganz eigenen Witz. Da plaudert er von seinem Poker-Spiel mit Newton, Einstein und Data an Bord der Enterprise (belegt mit einem Foto!). Oder er erlaubt sich als abschließenden Satz zum Thema "Sind Zeitreisen physikalisch möglich?" einen Hinweis auf gängige Verschwörungstheorien: "Womöglich fragen Sie sich, ob dieses Kapitel nicht zum großen staatlichen Vertuschungsmanöver in Sachen Zeitreisen gehört. Vielleicht haben Sie recht." Neben dem sprachlichen Stil lebt das Buch von der opulenten Illustrierung, die von einfachen Diagrammen bis zur gewagten freien Interpretation des Textes reicht: Mir persönlich helfen kleine grüne Männchen am Seitenrand nicht beim Verständnis, aber lustig sind sie doch. Zur soliden Aufmachung gehört ein Anhang mit einem umfangreichen Glossar (von "Absoluter Nullpunkt" über "Spins" und "Strings" bis zur "Zeitschleife"), Empfehlungen zum Weiterlesen und einem Register. Was das nun alles mit einer Nuss-Schale zu tun hat? Vielleicht ist das auch ein Hinweis darauf, dass sich das Verständnis dieses Buches nicht ganz ohne ein wenig Arbeit erschließt. Aber es lohnt sich. Benutzen Sie Ihren Geist als Nussknacker! -Heike Reher Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 103 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Auf der Suche nach der Weltformel (4 von 5 Punkten) schreibt K.T. aus Ahaus In diesem populärwissenschaftlichen Werk stellt Stephen Hawking die aktuellen Theorien der Raumzeit-Forschung vor. Die Struktur des Buches ist baumartig, so dass man die Kapitel nicht in chronologischer Reihenfolge lesen muss. Es enthält zahlreiche Grafiken, die zu einer optisch gelungenen Gestaltung beitragen. Im Anhang befinden sich Erläuterungen wichtiger Fachbegriffe. Diese sind zum Verständnis auch erforderlich, weil nicht alle Begriffe im Text erklärt sind. Werden die abstrakten Modelle der theoretischen Physik anschaulich beschrieben? Auch wenn das Buch rein äußerlich wie ein zeitgemäßes populärwissenschaftliches Buch wirkt, handelt es sich nicht um eine leicht verständliche Lektüre. Auch naturwissenschaftlich interessierte Leser werden hier ihre Grenzen erkennen. Der Relativitätstheorie und ihrem Schöpfer Albert Einstein ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Einstein postulierte eine vom Beobachter unabhängige konstante Lichtgeschwindigkeit und entthronte damit die absolute Zeit. Eine Konsequenz aus der speziellen Relativitätstheorie ist das bekannte Zwillingsparadoxon, welches Hawking ausführlich erläutert. Durch Einbeziehung der Gravitation kreierte Einstein eine Theorie der gekrümmten Raumzeit. Es entstand ein neues Modell, welches mit unseren Denkstrukturen nur schwer in Einklang zu bringen ist. Wer kann sich schon ein gekrümmtes vierdimensionales Raumzeit-Kontinuum vorstellen? Seit den 1920er Jahren weiß man, dass sich alle Galaxien von uns fort bewegen. Aus der gegenwärtigen Expansionsrate wird gefolgert, dass sie vor fünfzehn Milliarden Jahren nahe beieinander gewesen sind. Danach kann man auf einen Anfang des Universums und einen Anfang der Zeit schließen. Da die Expansion des Universums nicht schneller als das Licht erfolgen kann, hat das Universum eine endliche Größe. Dies sind wesentliche Fakten, die zur kosmologischen Urknalltheorie geführt haben. Verdrängt wurde die Steady-State-Theorie, die ein quasi statisches, seit ewigen Zeiten vorhandenes Universum postulierte. Auch wenn die Urknalltheorie heute als allgemein anerkannt gilt, sträubt sich der gesunde Menschenverstand gegen ein Universum, das in einer punktförmigen Singularität seinen Anfang genommen haben soll. Kann man die Zukunft vorhersagen? Wenn wir den Ort und die Geschwindigkeit aller Teilchen im Universum kennen würden, so meinte im 19. Jahrhundert der französische Naturwissenschaftler Laplace, müssten wir anhand der physikalischen Gesetze den Zustand des Universums berechnen können. Hier kommt ein erstaunlicher Optimismus zum Ausdruck, der vermutlich die Stimmung wissenschaftlicher Kreise des 19. Jahrhundert widerspiegelt. Werner Heisenberg wies in den 1920er Jahren nach, dass man niemals gleichzeitig die Position und Geschwindigkeit eines Teilchens bestimmen kann (Unschärferelation). Damit liegt ein gewichtiges Argument gegen die Determiniertheit des Universums vor und Vorhersagen sind prinzipiell unmöglich. Hawking glaubt an eine Vereinheitlichung der Physik. Er beschreibt die sogenannte M-Theorie als den letzten Stand der aktuellen Forschung. Diese vereinigt die verschiedenen bisher bekannten Stringtheorien (Teilchen werden als Schwingungszustände angesehen) in einem übergeordneten Rahmen. In dieser Theorie haben wir es mit elf Raumzeitdimensionen zu tun. Die vierdimensionale Oberfläche in einer höher dimensionalen Raumzeit nennt Hawking Branwelt. Die Modelle sind, wie Hawking selbst einräumt, äußerst spekulativ. Die Branwelten werden zur besseren Veranschaulichung mit Nussschalen verglichen, daher der Titel des Buches. Hawking bekennt sich zum Positivismus, wonach nur das Wirkliche, Tatsächliche zur Erkenntnis führt und alle Metaphysik nutzlos sei. Man ist geneigt zu fragen, ob diese Grenze hier nicht überschritten wird - zumindest bewegt die Physik sich in einem Bereich, der jenseits der menschlichen Vorstellungswelt liegt. Angenommen, die Suche nach der Weltformel führt zum Erfolg. Was hat man dann gefunden? Sicherlich eine Plattform, aus der sich derzeitige physikalische Teiltheorien als Sonderfälle herleiten lassen werden. Wo liegen die Grenzen? Kann man mit einer solchen Formel die Welt erklären? Nein, die Welt ist mehr als ein physikalisches Modell. Lesenswert ist die Biographie von Markus Pössel über Stephen Hawking im letzten Teil des Buches. Hier werden wichtige Stationen seiner theoretischen Arbeiten, insbesondere zu den Schwarzen Löchern, beschrieben. Erkennbar ist Hawkings Bestreben, Teilbereiche der Physik miteinander zu verbinden. "Das Universum in der Nussschale" ist kein Fachbuch, aber auch kein leicht verständliches populärwissenschaftliches Buch. Stephen Hawking ist ein bekannter Kosmologe, der seinen Leserkreis findet, auch wenn es zu einzelnen Themen anschaulichere Literatur gibt. Sehr empfehlenswert!!! (5 von 5 Punkten) schreibt B.N. Wie schon in meiner Rezension für "Die illustrierte kurze Geschichte der Zeit" zu erkennen ist, bin ich ein großer Fan der Bücher von Stephen Hawking. Es ist faszinierend, wie er die Dinge auf den Punkt bringt und mit tollen Illustrationen verständlich macht. Für Leute, die sich für die Naturwissenschaften begeistern, ist dieses Buch sicherlich ein MUSS! Der einzige Kritikpunk war, dass ich das Buch verschenken wollte und leider keine Schutzfolie drum war. Deshalb hatte es ein paar Abnutzungserscheinungen am Einband (vom Transport). Das Universum in der Nußschale (5 von 5 Punkten) schreibt T.D. aus Fürth Eine allgemein Wissenschaftliche Publikation über die kausalen Zusammenhänge im Universum mit einem gewissen Anspruch an seinen Leser. Ein fantastisches Werk (5 von 5 Punkten) schreibt h. aus Offenbach Wenn man sich mit der Materie befassen will, sollte man dieses Buch auf jeden Fall lesen! Didaktisch ungenügend (1 von 5 Punkten) schreibt J. Viele schöne bunte Bildchen garantieren noch keine Verständlichkeit. Viele Begriffe werden nicht hinreichend erklärt.Und schon nach wenigen Seiten legt man das Buch frustriert zur Seite. Es geht auch anders; begeistert war ich von "Der Stoff aus dem der Kosmos ist" - das stellt alle Bücher von Hawking weit in den Schatten. Nicht jedes Genie hat eben didaktisches Talent. Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
|
||||||||||
|
|