Der letzte Templer: Leben und Sterben des Großmeisters Jacques de Molay

Von Alain Demurger

Übersetzer: Holger Fock
Übersetzer: Sabine Müller

Buch, Taschenbuch, 400 Seiten
Erschienen: 1. Juli 2007
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Deutscher Taschenbuch Verlag
Verkaufsrang: 49218 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783423344203
ISBN-10: 3423344202
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Der letzte Templer: Leben und Sterben des Großmeisters Jacques de Molay
Die Geschichte von Glanz und Untergang des größten Ritterordens im Mittelalter
Jacques de Molay (ca. 1245-1314) war der letzte Großmeister des geheimnisumwobenen Templerordens, der über Reichtum und großen Einfluss verfügte. Seine Gegner waren König Philipp der Schöne von Frankreich und Papst Clemens V.. Sie zerschlugen den Orden, brachten das Vermögen an sich und den Großmeister und viele Ordensbrüder auf den Scheiterhaufen. Bald darauf starben auch Philipp und Clemens und gerieten rasch in Vergessenheit. Die tragische Geschichte Molays und der Tempelritter hingegen ist bis heute lebendig geblieben.

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 10 Bewertungen)

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Fakten und Hypothesen zur Dämmerung des Templerordens (5 von 5 Punkten) schreibt t. aus Offenbach am Main, Europe
"Quar nius navons volu ne volons le Temple mettre en acune servitute se non tatnt come il hy affiert."
(Jaques Molay an Exemen de Lenda im September 1307)

"Der letzte Templer" bietet historische Fakten, die weit über den deutschen Untertitel "Leben und Sterben des Großmeisters Jaques Molay" hinausgehen. Wie der treffendere französische Originaltitel "Jaques de Molay. Le crépuscule des templiers" (2002) erahnen lässt, schildert Demurger die bekanntgewordenen Ereignisse im Leben des - nach seiner Zählweise- 23. Templergroßmeisters (Seite 13)im Kontext zu den letzten Jahrzehnten des mit der päpstlichen Bulle "Vos in excelso" am 22.03.1312 aufgelösten Ordens. Bereits auf den Seiten 10 und 11 visualisiert eine Karte des "Mittelmeerraumes zur Zeit des Kreuzzugs Ludwigs IX." den geopolitischen Hintergrund kurz nach der Geburt Molays, die Demurger in die Jahre 1244/45 datiert. Nach dem Vorwort werden in 11 Kapiteln die einzelnen Stationen und Aktionen im Leben des Großmeisters, seine Amtsvorgänger, Verbündete und Widersacher, sowie deren Auswirkungen auf den Templerorden beleuchtet. Demurger bedient sich hierbei der manchmal recht spärlichen, teils widersprüchlichen Quellen (z. B. des "Templers von Tyrus"), nimmt jedoch eine strenge Trennung von Fakten und plausiblen Hypothesen vor:

Mit seiner ersten Reise, die Molay kurz nach seiner Wahl zum Großmeister (GM) von Zypern aus in den Okzident antrat (1293), wollte er bei den europäischen Monarchen und dem Papst um Unterstützung des Ordens in Form von Zoll- und Steuerbefreiungen werben. Für eine Wiedereroberung der Terra Sancta setzte er auf ein Bündnis der Ritterorden, der Königreiche Zypern und (kilikisches) Kleinarmenien mit Ghazan, dem Ilkhan von Täbris. Als Brückenkopf konnte die Insel Ruad, vor dem syrischen Tortosa zwar erobert, jedoch infolge des ausbleibenden mongolischen Verbündeten nur bis 1302 gehalten werden. Interessant ist eine Übersichtstafel der letzten Amtsinhaber des Ordens (Regierungsmannschaft) und ihrer regionalen Herkunft (S. 183), die eine starke Affinität des GM zu Katalonien-Aragón und zur Provence erkennen lassen. Die zweite Europareise (1307) des in Limassol ansässigen Großmeisters, der niemals die Absicht hegte, den Ordenssitz in den Okzident zu verlegen (S. 161), erfolgte auf "Einladung" Clemens' V., der mit ihm und Foulques de Villaret, dem GM der Johanniter, über eine Vereinigung der beiden Orden und einen neuen Kreuzzug sprechen wollte. Infolge der über den Templerorden kursierenden Gerüchte, den Absichten und rechtswidrigen Aktionen König Philipps IV. und seines Agenten Guilaume de Nogaret, dem zögerlichen Taktieren Clemens V. und nicht zuletzt durch die Reaktionen Molays trotz all seiner Reformversuche -, sollte die Geschichte jedoch einen anderen Verlauf nehmen. Wobei sich die "doppelte" Prozessführung gegen jedes einzelne Ordensmitglied einerseits, und den Orden als Gesamtheit anderseits als besonders verhängnisvoll erwies. Sie ermöglichte die Verurteilung, der als Einzelpersonen geständigen Ordensbrüder als "rückfällige Ketzer", wenn sie den Orden an anderer Stelle in seiner Gesamtheit verteidigten. Dieser juristischen "Falle" (Kapitel 10) bediente sich Philippe de Marigny, der Erzbischof von Sens, der 54 Templer am 12.05.1310 auf den Scheiterhaufen schickte während Molay schwieg, weil er nur vom Papst persönlich angehört werden wollte. Darin blieb der GM genauso konsequent, wie im Grundsatz (siehe Eingangszitat) dass er Orden "keiner anderen, als der vereinbarten Dienstbarkeit" (=Papst)unterstellen wollte. Als er schließlich doch noch sein Schweigen brach, war es bereits zu spät für den Orden und brachte ihm den qualvollen Flammentod.....

Während Demurger über Spekulationen auf eine beabsichtigte Gründung eines unabhängigen Ordensstaates (analog dem Deutschen Ritter- und Johanniterorden), dem "Heiligen Gral" und anderen Überlieferungen keine einzige Silbe verliert, verweist er den sogenannten Templerfluch Molays gegen Philipp IV. und Clemens V. gar ins Reich der Märchen. Für eine häufig spekulierte Fraktionsbildung innerhalb des Ordens sieht er ebenfalls keine Anhaltspunkte. Demurger vertritt jedoch die Auffassung, dass Molay mit seinen Bestrebungen zur Reform des Ordens und der Möglichkeit eines neuen Kreuzzuges durchaus richtig lag, weil - entgegen der Auffassung anderer Historiker - das Zeitalter der Ritterorden noch lange nicht zu Ende gewesen sei. In seinem 20seitigen Resumée "Schluss. Jaques de Molay im Porträt" kommt Demurger schließlich zum Ergebnis, "dass der GM seiner Aufgabe nicht gewachsen war, wobei diese Tatsache auf seine früheren Irrtümer und einem Mangel an intellektueller Fähigkeit bei ihm selbst - ebenso wie bei den Templern im Allgemeinen - zurückzuführen sei" (S. 302).

Ein 85seitiger Anhang bietet eine beeindruckende Materialsammlung mit dem "Corpus der 27 Briefe Jaques Molays", einem die Templer betreffenden Auszug aus "de Casibus Virorum Illustrium Libri Novem" des Giovanni Boccaccio (IX. Buch, Kapitel 20-21) plus Demurgers Anmerkungen und seinen Hinweisen zu dessen historischen Fehlern, eine zwölfseitige, in Quellentexte und Literaturhinweise geteilte Biographie, ein Personenindex bei dem die Mitglieder des Templer- und des Hospitaliterordens besonders gekennzeichnet sind. Dazu noch einen Ortsindex und jeweils eine Liste der Päpste (1227-1324), der Könige Kleinarmeniens, der Mamlukensultane, sowie die Stammbäume verschiedener europäischer Herrscherhäuser und der Ilkane. Besonders anschaulich ist die Synopse des Buchinhaltes in Form einer Zeittafel, die das geschichtliche Umfeld mit den Ereignissen im Leben Jaques Molays zusammenführt.

"Der letzte Templer" ist viel mehr als eine reine Biographie des letzten Großmeisters des geheimnisumwitterten Mönchsritterordens, sondern ein wissenschaftliches Dokument über die tatsächliche Dämmerung der gesamten Organisation. Jeder, an den Templern und anderen mediävale Ritterorden ernsthaft interessierte Leser kommt letztendlich an den sorgfaltigen Arbeiten Alain Demurgers nicht vorbei! Daher sollte "Der letzte Templer", wie auch die früheren Standardwerke dieser wahren Koryphäe, "Die Templer. Aufstieg und Untergang 1118 - 1314" (1991) und "Die Ritter des Herren (2003) in jeder themenbezogenen Literatursammlung seinen Platz finden. 5 Amazonsterne.



Fakten und Hypothesen zur Dämmerung des Templerordens (5 von 5 Punkten) schreibt t. aus Offenbach am Main, Europe
"Quar nius navons volu ne volons le Temple mettre en acune servitute se non tatnt come il hy affiert."
(Jaques Molay an Exemen de Lenda im September 1307)

"Der letzte Templer" bietet historische Fakten, die weit über den deutschen Untertitel "Leben und Sterben des Großmeisters Jaques Molay" hinausgehen. Wie der treffendere französische Originaltitel "Jaques de Molay. Le crépuscule des templiers" (2002) erahnen lässt, schildert Demurger die bekanntgewordenen Ereignisse im Leben des - nach seiner Zählweise- 23. Templergroßmeisters (Seite 13)im Kontext zu den letzten Jahrzehnten des mit der päpstlichen Bulle "Vos in excelso" am 22.03.1312 aufgelösten Ordens. Bereits auf den Seiten 10 und 11 visualisiert eine Karte des "Mittelmeerraumes zur Zeit des Kreuzzugs Ludwigs IX." den geopolitischen Hintergrund kurz nach der Geburt Molays, die Demurger in die Jahre 1244/45 datiert. Nach dem Vorwort werden in 11 Kapiteln die einzelnen Stationen und Aktionen im Leben des Großmeisters, seine Amtsvorgänger, Verbündete und Widersacher, sowie deren Auswirkungen auf den Templerorden beleuchtet. Demurger bedient sich hierbei der manchmal recht spärlichen, teils widersprüchlichen Quellen (z. B. des "Templers von Tyrus"), nimmt jedoch eine strenge Trennung von Fakten und plausiblen Hypothesen vor:

Mit seiner ersten Reise, die Molay kurz nach seiner Wahl zum Großmeister (GM) von Zypern aus in den Okzident antrat (1293), wollte er bei den europäischen Monarchen und dem Papst um Unterstützung des Ordens in Form von Zoll- und Steuerbefreiungen werben. Für eine Wiedereroberung der Terra Sancta setzte er auf ein Bündnis der Ritterorden, der Königreiche Zypern und (kilikisches) Kleinarmenien mit Ghazan, dem Ilkhan von Täbris. Als Brückenkopf konnte die Insel Ruad, vor dem syrischen Tortosa zwar erobert, jedoch infolge des ausbleibenden mongolischen Verbündeten nur bis 1302 gehalten werden. Interessant ist eine Übersichtstafel der letzten Amtsinhaber des Ordens (Regierungsmannschaft) und ihrer regionalen Herkunft (S. 183), die eine starke Affinität des GM zu Katalonien-Aragón und zur Provence erkennen lassen. Die zweite Europareise (1307) des in Limassol ansässigen Großmeisters, der niemals die Absicht hegte, den Ordenssitz in den Okzident zu verlegen (S. 161), erfolgte auf "Einladung" Clemens' V., der mit ihm und Foulques de Villaret, dem GM der Johanniter, über eine Vereinigung der beiden Orden und einen neuen Kreuzzug sprechen wollte. Infolge der über den Templerorden kursierenden Gerüchte, den Absichten und rechtswidrigen Aktionen König Philipps IV. und seines Agenten Guilaume de Nogaret, dem zögerlichen Taktieren Clemens V. und nicht zuletzt durch die Reaktionen Molays trotz all seiner Reformversuche -, sollte die Geschichte jedoch einen anderen Verlauf nehmen. Wobei sich die "doppelte" Prozessführung gegen jedes einzelne Ordensmitglied einerseits, und den Orden als Gesamtheit anderseits als besonders verhängnisvoll erwies. Sie ermöglichte die Verurteilung, der als Einzelpersonen geständigen Ordensbrüder als "rückfällige Ketzer", wenn sie den Orden an anderer Stelle in seiner Gesamtheit verteidigten. Dieser juristischen "Falle" (Kapitel 10) bediente sich Philippe de Marigny, der Erzbischof von Sens, der 54 Templer am 12.05.1310 auf den Scheiterhaufen schickte während Molay schwieg, weil er nur vom Papst persönlich angehört werden wollte. Darin blieb der GM genauso konsequent, wie im Grundsatz (siehe Eingangszitat) dass er Orden "keiner anderen, als der vereinbarten Dienstbarkeit" (=Papst)unterstellen wollte. Als er schließlich doch noch sein Schweigen brach, war es bereits zu spät für den Orden und brachte ihm den qualvollen Flammentod.....

Während Demurger über Spekulationen auf eine beabsichtigte Gründung eines unabhängigen Ordensstaates (analog dem Deutschen Ritter- und Johanniterorden), dem "Heiligen Gral" und anderen Überlieferungen keine einzige Silbe verliert, verweist er den sogenannten Templerfluch Molay's gegen Philipp IV. und Clemens V. gar ins Reich der Märchen. Für eine häufig spekulierte Fraktionsbildung innerhalb des Ordens sieht er ebenfalls keine Anhaltspunkte. Demurger vertritt jedoch die Auffassung, dass Molay mit seinen Bestrebungen zur Reform des Ordens und der Möglichkeit eines neuen Kreuzzuges durchaus richtig lag, weil - entgegen der Auffassung anderer Historiker - das Zeitalter der Ritterorden noch lange nicht zu Ende gewesen sei. In seinem 20seitigen Resumée "Schluss. Jaques de Molay im Porträt" kommt Demurger schließlich zum Ergebnis, "dass der GM seiner Aufgabe nicht gewachsen war, wobei diese Tatsache auf seine früheren Irrtümer und einem Mangel an intellektueller Fähigkeit bei ihm selbst - ebenso wie bei den Templern im Allgemeinen - zurückzuführen sei" (S. 302).

Ein 85seitiger Anhang bietet eine beeindruckende Materialsammlung mit dem "Corpus der 27 Briefe Jaques Molays", einem die Templer betreffenden Auszug aus "de Casibus Virorum Illustrium Libri Novem" des Giovanni Boccaccio (IX. Buch, Kapitel 20-21) plus Demurgers Anmerkungen und seinen Hinweisen zu dessen historischen Fehlern, eine zwölfseitige, in Quellentexte und Literaturhinweise geteilte Biographie, ein Personenindex bei dem die Mitglieder des Templer- und des Hospitaliterordens besonders gekennzeichnet sind. Dazu noch einen Ortsindex und jeweils eine Liste der Päpste (1227-1324), der Könige Kleinarmeniens, der Mamlukensultane, sowie die Stammbäume verschiedener europäischer Herrscherhäuser und der Ilkane. Besonders anschaulich ist die Synopse des Buchinhaltes in Form einer Zeittafel, die das geschichtliche Umfeld mit den Ereignissen im Leben Jaques Molays zusammenführt.

"Der letzte Templer" ist viel mehr als eine reine Biographie des letzten Großmeisters des geheimnisumwitterten Mönchsritterordens, sondern ein wissenschaftliches Dokument über die tatsächliche Dämmerung der gesamten Organisation. Jeder, an den Templern und anderen mediävale Ritterorden ernsthaft interessierte Leser kommt letztendlich an den sorgfaltigen Arbeiten Alain Demurgers nicht vorbei! Daher sollte "Der letzte Templer", wie auch die früheren Standardwerke dieser wahren Koryphäe, "Die Templer. Aufstieg und Untergang 1118 - 1314" (1991) und "Die Ritter des Herren (2003) in jeder themenbezogenen Literatursammlung seinen Platz finden. 5 Amazonsterne.

Ein lebendiges Geschichtswerk (5 von 5 Punkten) schreibt T.S.
Der Autor Alain Demurger bringt es fertig aus dürftigen und widersprüchlichen Quellen ein lebendiges Bild der letzten Jahre des Großmeisters des Tempels zu zeichnen. Ganz nebenbei werden äußerst verständlich und detailliert die komplexen politischen Vorgänge in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts in Europa, im heiligen Land und dem Nahen Osten veranschaulicht.
Der Leser erfährt durch seinen spannenden Schreibstil, wie der Historiker aus unterschiedlichen Quellen seine Schlüsse zieht und seinen Mut, auch geschichtlich Ungeklärtes gelten zu lassen. Die zweidimensionale Vorgehensweise die Vorgänge sowohl aus biografischer Sicht, als auch aus dem gesamtpolitischen Kontext jener Zeit heraus zu beleuchten, gibt diesem Geschichtswerk Tiefe und Lebendigkeit.


Der letzte Großmeister (5 von 5 Punkten) schreibt k. aus Wien, Österreich
Demurger, Historiker und Autor von "Die Templer", einem der modernen Standardwerke über die Ordensgeschichte, rekonstruiert hier das Leben des letzten Großmeisters Jacques de Molay. Er ergründet, was für ein Mensch dieser gewesen sein könnte und welche Fehler ihm und seinem Orden letzten Endes zum Verhängnis geworden sind.

Das Buch ist keine Biographie im direkten Sinn, keine einfache Schilderung von de Molays Leben, sondern mehr ein Hineinbetten desselben in die Ereignisse dieser Zeit in- und außerhalb des Ordens. Der Grund dafür ist, daß viel zu wenig über de Molay und sein Leben bekannt ist, weshalb sich Demurger über die allgemeine Ordensgeschichte an ihn herantasten und die mageren und einander teils widersprechenden Quellen nach möglichen Ergebnissen abtasten muß.
Dieser Zugang macht das Buch hochinteressant und stellenweise ausgesprochen spannend, wenn man dem erfahrenen Historiker dabei zusieht, wie er nach und nach seine Hypothesen aufbaut. Sympathisch ist, daß er stets zugibt, daß es lediglich Annahmen sind, die jederzeit bei Bekanntwerden neuer Erkenntnisse umgestoßen werden können. Man wünscht sich, es gäbe mehr AutorInnen historischer Sachbücher, die sich dieser Vorgehensweise bedienen.

Dadurch erscheint mir die Zielgruppe des Buches aber auch etwas eingegrenzt. Wer eine simple Biographie sucht, wird es streckenweise vielleicht etwas trocken finden. Vorwissen über die Templer und tiefergehendes Interesse schaden hier auf keinen Fall. Gerade durch das breit angelegte Herangehen erfährt man hier einige hochinteressante Details aus der Ordensgeschichte ab der Mitte des 13. Jahrhunderts, als Jacques de Molay geboren wurde. Gestorben ist er am 18. März 1314 am Scheiterhaufen - und wurde damit unsterblich.

Schwer zu lesen, aber sehr genau und auf die Themen eingehend (5 von 5 Punkten) schreibt Z.S.
Im Buch kommen sehr viele Jahreszahlen und eine riesige Menge an Daten vor, deßhalb sollte man das Werk entweder sehr genau oder mit Vorkenntnissen lesen. Die Biographie ist sehr ausführlich, da Alain Demurger (der Autor) Meinungen und Kommentare anderer Schriftsteller, die ebenfalls dieses Thema behandelten, Chroniken und Niederschriften von Templern (wie die des Templers von Tyros) in die Biographie Jaques de Molays einbezieht und auf die Richtigkeit abwägt. Außerdem sind im Anhang Stammbäume, Zeittafeln und Korrespondenzen Jaques de Molays abgedruckt, die das Lesen und Mitdenken wesentlich vereinfachen. Für Interessierte ist dieses Buch eine wahre Fundgrube, jedoch wird nicht der Templerorden näher erklärt, sondern fast ausschließlich nur das Leben und die Kontrahenten bzw. Gefährten Jaques de Molays!

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