Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie

Von Barack Obama

Übersetzer: Matthias Fienbork
Buch, Taschenbuch, 448 Seiten
Erschienen: 1. Mai 2009
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Deutscher Taschenbuch Verlag
Verkaufsrang: 4828 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783423345705
ISBN-10: 3423345705
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Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie
Bis zu seine Ankündigung, er wolle demokratischer Präsidentschaftskandidat werden, kannte kaum jemand außerhalb von Illinois Barack Obama. Dass der Senator aus diesem Bundesstaat schon wenige Monate später als Shooting-Star der Primaries und charismatischer Hoffnungsträger gefeiert wurde, hat das politische Establishment in seinen Grundfesten erschüttert. In seiner Autobiografie erzählt er von seinen ersten 34 Lebensjahren.
Obama ist nicht nur aufgrund seines raschen Erfolgs ein Phänomen. Er ist sperrig und lässt sich nur schwer irgendeinem Lager zuordnen; wenig verwunderlich, dass die amerikanischen Demoskopen regelmäßig in ihren Vorhersagen scheitern. Obama ist schwarz, stammt aber nicht von aus Afrika verschleppten Sklaven ab. Sein Vater kam aus Kenia als Gaststudent in die USA, die Mutter ist eine weiße Amerikanerin aus Kansas. So ist er vielen Schwarzen zu weiß und hat bei den ersten Vorwahlen im "weißen" Iowa demonstriert, dass er eine Mehrheit unter weißen Wählern einfahren kann. Anderen wiederum gilt er wahlweise als neuer Martin Luther King oder J.F. Kennedy.
Obama tritt in einem Land an, das hinsichtlich seiner verschiedenen Ethnien noch immer tief zerissen ist, in dem die Konfliktlinien auch für Insider mitunter schwer verständlich sind. Seine Autobiografie zeigt, wie sich diese Zerrissenheit in dem Werdegang eines Mannes spiegelt, der lange um seine Identität rang. Obamas Autobiografie ist 1995 zum ersten Mal erschienen. Er nennt sie einen "Beitrag zum Verständnis der Rassenprobleme in unserem Land..." Aus ihr lässt sich einiges über die frühen Prägungen des Newcomers erfahren und auch über seine Visionen von einem neuen Amerika. Dass er diese Erinnerungen heute anders schreiben würde, darf als gesichert gelten.
So erzählt er freimütig von studentischen Marathon-Partys mit nächtelangen Diskussionen, jeder Menge Dosenbier und Zigaretten. Es sind Passagen wie diese, die nicht zum klassischen Image eines Präsidentschaftskandidaten passen wollen, die aber etwas Wichtiges leisten: Sie helfen, eine Persönlichkeit zu verstehen, die ihren eigenen, keineswegs immer geraden Weg gegangen ist; die eine juristische Karriere in Harvard begann, dann aber in der armen Chicagoer South Side Bürgeranwalt wurde, sich um die Menschen am Rande der Gesellschaft kümmerte und erst langsam in die Lokal-, Landes- und schließlich nationale Politik hineinwuchs. Entstanden ist eine fast intime Autobiografie, "eine persönliche, innere Reise ... die Suche eines Jungen nach seinem Vater und damit auch nach einem überzeugenden Lebensinhalt für ihn, den schwarzen Amerikaner." -Henrik Flor, Literaturtest

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 40 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
Ein amerikanischer Traum (5 von 5 Punkten) schreibt K. aus Essen
Wahrscheinlich werden einige denken, dass das Buch eher langweilig und unübersichtlich ist. Doch das wirkt eher wie ein Roman, als eine Biografie. Es ist ein rundum gelungenes Buch, bei dem es nie langweilig wird. Obama bringt, vor allem zum Ende hin sehr viel Informationen unter, aber man verliert trotzdem nie den Überblick.

Da das Buch schon 1995 geschrieben wurde, kommt es nicht zu Kapiteln zu Obamas Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Es ist ein sehr persönliches und privates Buch über sich und seine Familie. Das Buch ist in drei große Teile aufgeteilt: Kindheit, Chicago und Kenia, wo mich am meisten das letzte Kapitel beeindruckt hat.
Eigentlich ist es keine reine Biografie über Obama, sondern eine Suche nach der Identität seines verstorbenen Vaters. Da Barack Obama seinen Vater nur einmal in seiner Kindheit begegnet ist, reist er nach Kenia, um den afrikanischen Teil seiner Familie kennen zu lernen. Dort erfährt er die bittere Wahrheit über das Leben seines Vaters.

Das einzig Störende, ist die Titelübersetzung. "Dreams from My Father" heißt der Originaltitel und der hätte auch viel besser gepasst, als die deutsche Übersetzung "Ein amerikanischer Traum".

Fazit:
Obamas Autobiografie sollte man unbedingt gelesen haben.



Anlass für diese Autobiographie war, dass Barack Obama als (4 von 5 Punkten) schreibt T.K. aus Berlin
erster Afroamerikaner zum Präsidenten der renommieren "Harvard Law Review" gewählt wurde. Man begann sich für diesen Mann zu interessieren. Dass er einmal Präsident der USA werden würde, hat damals wohl keiner geahnt. Am wenigsten Obama selbst und so schildert er erfrischend untaktisch und offen seinen Lebensweg: Wie er als Sohn einer weißen US-Amerikanerin und eines Stundenten aus Kenya in Hawaii aufwuchs. Der Vater verließ Frau und Kind sehr rasch und kehrte nach Afrika zurück, während die Mutter eine neue Partnerschaft einging, die die kleine Familie für einige Jahre nach Indonesien brachte. Nach Abschluss der High-School begann eine Phase des Suchens und der Identitätsfindung. Sie war doppelt schwierig, weil Obama ohne Vater aufgewachsen ist und von ihm, wie sich im weiteren Verlauf des Buches herausstellt, völlig falsche Vorstellungen hat. Zudem muss er seine Rolle als Afro-Amerikaner in der US-Gesellschaft reflektieren. Sein Weg führt ihn an die Universität in Los Angeles, nach New York und schließlich in die politische Stadtteil-Arbeit in Chicago. Im dritten Teil schildert er die Rückkehr zu seinen Wurzeln in Kenya, wo er auf einer längeren Reise den väterlichen Teil seiner Familie kennenlernt. Das Buch schließt mit Obamas Entscheidung nach Harvard zu gehen und dort Jura zu studieren.
Zwei Punkte sind mir ganz besonders aufgefallen:
- Obama schildert ausführlich, wie er als Aktivist - vergeblich - versucht, ein Viertel in Chicago vor dem Abrutschen zu bewahren. Die Probleme einer sich diffundierenden Gesellschaft, die ihre sozialen Bezüge immer mehr verliert, kommen einem sehr vertraut vor und lassen sich in vielen Vierteln unserer Großstädte genauso beobachten.
- Obama stellt das auf familiären Beziehungen aufbauende afrikanische Gesellschaftsmodell nicht verklärend dagegen. Vielmehr wird deutlich, dass eine funktionierende moderne Gesellschaft nicht funktionieren kann, wenn man schon um ganz schlichte Probleme wie einen auf dem Flug verlorengegangenen Koffer nur lösen kann, wenn man einen Verwandten bei der Fluggesellschaft hat.
Naja und beim Lesen hat man die ganze Zeit ein gutes Gefühl, nämlich, dass so ein sympathischer Mensch mit so vernünftigen Ideen wie er schließlich Präsident der USA geworden ist!



Überladen (2 von 5 Punkten) schreibt G.G.
Die charismatische Ausstrahlung von Obama kommt auch in diesem Buch gut rüber.
Allerdings haben mich seine Ausführungen überladen, so dass mir der Überblick verloren ging.

Faszinierend (5 von 5 Punkten) schreibt I.
Barak Obama beschreibt die Geschichte seiner Familie. Darum geht es in diesem Buch- und um die Probleme der Farbigen, mit der aufgezwungenen Welt der Weißen zurechtzukommen und seinen Platz zu finden. Er beschreibt die Spurensuche genau und sehr persönlich. Der Leser erfährt viel Neues über die Zerrissenheit der Farbigen in den USA und über das Leben in Kenia. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und meinen Horizont erweitert.
Allerdings ärgere ich mich über den deutschen Titel, wie so oft bei Übersetzungen. Das Buch heißt "Dreams from my Father" - wie um alles in der Welt kann man das mit "Ein amerikanischer Traum" übersetzen? Der Vater war Kenianer und nur zum Studieren in den USA. Da hat wohl ein Verleger gemeint, ein bisschen aktueller werden zu müssen - das wird dem Buch nicht gerecht.

so lala (3 von 5 Punkten) schreibt L.P. aus Wesel
Meiner Meinung nach ist Barack Obamas Autobiographie ein bisschen zu langatmig gehalten. Man kann kaum die Motivation aufbringen, wirklich weiterzulesen, was eigentlich sehr schade ist. Denn im Grunde hat das Buch, wenn man sich denn bis zum Ende durchgerungen hat, eine interessante Botschaft und der Mensch Obama kommt einem deutlich näher.

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