Lebenslust: Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult

Von Manfred Lütz

Buch, Taschenbuch, 268 Seiten
Erschienen: 1. Februar 2005
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Droemer/Knaur
Verkaufsrang: 6156 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783426776957
ISBN-10: 3426776952
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Lebenslust: Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult

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Hersteller Originalnummer: 3-426-77695-2
EAN-Code: 9783426776957


Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 35 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
Mit größtem Vergnügen und lustvoll genossen (5 von 5 Punkten) schreibt A.
Mit größtem Vergnügen habe ich das Buch gelesen, viel geschmunzelt und gelacht. Wunderbar deckt Lütz auf, worauf die Leute alles kommen, wenn sie ihre Gesundheit vergöttern - und damit ihre Ärzte zu Göttern in weiß erklären, ihre teure Ratgeberliteratur zu ihren Bibeln, ihre Fitness-Selbst-Quälereien zu modernen Buß-Gottesdiensten und auch sonst vor lauter Angst vor dem Verfall dafür sorgen, dass das Leben einfach keinen Spaß mehr macht.

Denn die Gesundheitsreligion macht einfach keinen Spaß, weil alles, was Spaß macht, unter dem Generalverdacht steht, ungesund zu sein. Fast erinnern die Gesundheitsapostel an William von Baskervilles Gegenspieler Jorge von Burgos aus Umberto Ecos Der Name der Rose: Roman, der um des Himmelreiches willen einfach keine Lust und keinen Humor haben darf. Nur ist das Himmelreich heute säkularisiert.

Dass Lütz nebenbei das Hohelied auf die Religion singt, macht die Tiefendimension des Buches aus: Wer keinen Gott mehr hat, sucht sich anderswo etwas zum Verehren. Wer keine Hoffnung auf den Himmel mehr hat, der überhöht das Diesseits ins Himmlische. Auch manche Spitze gegen den Protestantismus lässt sich für mich humorvoll ertragen (ich bin evangelisch), schließlich ist irgendwie tatsächlich mit uns Evangelischen das Asketische und Ernste in die europäische und us-amerikanische Religionsgeschichte getreten. Nicht zufällig sagt man den Katholiken ein wenig mehr Lebenslust nach (Lütz nennt als Beispiel u.a. den Karneval in Brasilien, eine ziemlich ungesunde Veranstaltung) ...

Das Buch ist auch sonst nicht oberflächlich, als Mediziner weiß Lütz natürlich, wovon er schreibt. Da ist Sachverstand. Zum Beispiel: je länger man einen offensichtlich gesunden Menschen untersucht, desto kränker wird er, weil keiner jemals ganz gesund ist. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Nur ein Problem habe ich jetzt, nach der Lektüre:
Wenn ich im Krankenhaus wieder mal eine Chefvisite sehe, erstarre ich nicht mehr in religiöser Ehrfurcht vor der weißen Priesterschaft des allgegenwärtigen Gesundheitsgottes, sondern ich muss mich hüten, mich nicht allzu sichtbar oder vernehmlich zu amüsieren ...

Lesefrust statt Lebenslust (1 von 5 Punkten) schreibt J.L.
Der Titel und der Untertitel hält nicht, was es verspricht, zumindest bis gut der hälfte des Buches - dann habe ich das Buch gefrustet beiseite gelegt. Die ersten gut 80 Seiten gelangen zur Erkenntnis, dass unser Gesundheitswahn mit all seinen Farcetten eher einer Gesundheitsreligion gleicht. Das ist zwar sehr interessant, und auch durch seine Beispiele nachvollziehbar, - aber - dafür braucht man keine 80 Seiten, viel zu langatmig geschrieben und zählen Sie lieber nicht, wie oft das Wort Gesundheitsreligion vorkommt.
Danach wird es selbst für mich als lebender katholischer Christ zu viel, die reinsten Lobeshymnen auf die Katholische Kirche, meterdick aufgetragen. Die vielleicht durchaus interessanten Impulse gehen in den Lobeshymnen des Katholizismus eher unter als dass man sie ernstnimmt. Und man wird im Klappentext und Titel auf keine Art gewarnt vor diesen "katholischen Touch", der mit Sicherheit nicht jedermanns Sache ist und eher abschreckend wirkt.
Lebenslust wird in gut der ersten Hälfte des Buches auf ca. 1,5 Seiten mal angedeutet anhand eines Beispieles zweier italienischer Dörfer.
Nein - dieses Buch weckte bei mir nur Lesefrust statt Lebenslust - ich habe keine Lust mehr, es zu Ende zu lesen, und das ist mir als regelmäßigem Buchleser bislang erst einmal passiert.

Lebenslust: Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und den Fitness-Kult (3 von 5 Punkten) schreibt R.I. aus Griesheim
Ein sehr interessantes Buch, aber leider sehr langatmig geschrieben. Man muß sich immer wieder zusammenreißen, um weiterlesen zu können.

Lebenslust ... (1 von 5 Punkten) schreibt s. aus münster
Das Buch "Irre" von Manfred Lütz ist um Längen besser. Ich finde dieses Buch "Lebenslust" wenig interessant, nicht gut strukturiert, nicht attraktiv zu lesen. Der Titel weckt Erwartungen, die m.E. nicht erfüllt werden. Schade!

Gesundheit als Religion (5 von 5 Punkten) schreibt D.L. aus Stuttart
In "Lebenslust" zeigt Manfred Lütz, wie die Gesundheit inzwischen buchstäblich zur Religion wurde, die mehr Anhänger besitzt, als die von ihm so bezeichneten Altreligionen.
Auf witzige, aber dennoch ernste Weise, nie ohne Ironie, immer fundiert, vergleicht Lütz Ärzte mit Priestern, Krankenhäusern mit Kathedralen, Fitnessstudios mit mittelalterlichen Kapellen.

Die meisten Menschen leben nur noch vorbeugend, um gesund zu sterben. Gegen diesen Fitness- und Gesundheitwahn und für echte Lebenslust tritt Lütz ein. Lebenslust heißt hier aber nicht einfach Schlemmen und Faulenzen, sondern das Leben leben, wie es ist, mit allen Höhen, aber auch mit allen Tiefen; in Zeiten der Gesundheit und der Krankeheit.

Für alle, die sich mit dem Thema Gesundheit in welcher Weise auch immer auseinander setzen, als tröstliche Lektüre im Krankenbett (besonders für Schwerkranke), für alle, die 4 mal die Woche ins Fitnesstudio gehen und nie ihr Ziel erreichen.....ist dieses Buch eine Pflichtlektüre.

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