Gott: Eine kleine Geschichte des Größten

Von Manfred Lütz

Buch, Broschiert, 320 Seiten
Erschienen: 1. Februar 2009
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Droemer/Knaur
Verkaufsrang: 6888 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783426781647
ISBN-10: 3426781646
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Gott: Eine kleine Geschichte des Größten
Nicht zweifeln, glauben! Zweifel an der Existenz Gottes, sicher so etwas gibt es. Aber das ist heilbar. Das ist die einfache Botschaft, auf die man die Ausführungen des Bestsellerautors, Psychiaters und Theologen Manfred Lütz bringen könnte. Oder: Wer nicht glaubt, der ist selber schuld, wenn er nicht glücklich wird. So weit, so gut. So etwas darf man glauben. Wirklich problematisch aber sind Aussagen wie die folgende: "An Gott glauben oder Nietzsche zu folgen, das scheint die wirkliche Alternative zu sein. Wenn man aber Nietzsche folgt, dann muss man auch bereit sein, den bitteren Kelch des Atheismus bis zur Neige zu trinken. Dann hat man keine Argumente gegen die kraftvoll skrupellose Macht eines Hitler, Stalin oder Mao Tse Tung, die Millionen von Menschen der eigenen irdischen übermenschenartigen Göttlichkeit opferten." Gewiss: Der niemals um eine Pointe verlegene Lütz verhehlt nicht, dass auch er, um zu Gott zu finden, durch ein atheistisches Jammertal hat gehen müssen. Bei der Überwindung seines Unglaubens hat ihm dabei weniger das theologische Studium geholfen ("Theologie ist eine Krücke, eine Dienstleistung für Leute, denen das hilft."), als vielmehr die Erfahrung, die Begegnung mit Menschen, die glaubten, die von Wundern berichteten und die Gutes bewirkten. Und so erzählt Lütz unentwegt kleine Geschichten, die seinen Glauben plausibel machen sollen. Er unternimmt auch immer wieder kleine Ausflüge in die Philosophie-, die Theologie- und die populäre Zeitgeschichte. Aber immer schwingt dabei ein Subtext mit, aus dem wir lesen sollen, dass das Leben viel leichter gelingt, wenn man es sich nicht durch allzu viel Reflexion unnötig erschwert. Nach Beweisen für oder wider die Existenz Gottes zu forschen, ist am Ende für den Autor nur müßig. Fragt sich nur, weshalb er sich dann in kruden Referaten über die angeblich Indizien für die Existenz Gottes liefernde Quantenphysik versteigt.
Doch, wie gesagt: Gott, und das ist für Lütz der Gott der katholischen Kirche (warum auch nicht?), ist. Punktum. Doch warum soll man diese "Kleine Geschichte vom Größten" dann überhaupt noch lesen? Ganz einfach: Weil Lütz für all jene, die ohnehin auf seiner Seite sind, sicherlich ein ausgesprochen amüsanter und tatsächlich ja auch zweifellos gelehrter Plauderer ist. Jene aber, die sich von der Lektüre erhoffen, etwas wirklich Neues zu erfahren, werden das Buch am Ende eher enttäuscht zur Seite legen und sich vermutlich auch über die übertrieben zur Schau gestellte, freundliche Selbstgewissheit des Autors ärgern. - Andreas Vierecke

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 96 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
sonntagsschulgeschwätz (1 von 5 Punkten) schreibt S.
Keine Ahnung warum das ein Bestseller war/ist. Eigentlich ein Bekehrungswerk auf intellektuell mittlerem Niveau angesiedelt, behaupten Autor und Verlag es handele sich um eine besonders gelungene Auseinandersetzung mit den "letzten Dingen", da es gelänge, Expertenkauderwelsch zu vermeiden (was tatsächlich gelingt) und dennoch die Materie sachlich voll zu erfassen; letzteres gelingt nicht. Unterhaltsam nahezu überhaupt nicht, lehrreich nur für Menschen ohne Vorkenntnisse; gerade diesen ist aber ein solches erzkatholisch tendenziöses Werk kaum ein guter Einstieg. Dringend meiden!

Kurzweilige Auseinandersetzung für Zweifler (4 von 5 Punkten) schreibt S.
Sicherlich kein Buch um überzeugte Atheisten zum Christentum zu bewegen. Vielmehr ein Buch das sich an jene wendet, die den inneren Zweifel spüren und mit dem Gott den wir aus dem Religionsunterricht zu kennen glaubten nichts anzufangen wissen.

Der Titel machte mich neugierig. Mit anfänglicher Skepsis, schließlich bin ich schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten, habe ich angefangen zu lesen. Die Skepsis wich und echtes Interesse kam. Ich habe das Buch nicht so verstanden das 100% überzeugte Atheisten von Gott überzeugt werden sollten. Vielmehr scheint es so als wenn das Heer der Enttäuschten und der Zweifler angesprochen werden sollte.

Beginnend mit einem Abriss über Atheismus in den einzelnen Epochen nutzt Manfred Lütz die Gelegenheit um mit einigen Gottesbildern aufzuräumen.
Ich war erstaunt wie viele Vorurteile über Gott, Dogmen und Kirche ich während des Lesens über Bord werfen oder doch zumindest hinterfragen musste.

Manfred Lütz hat es mit seinem Buch zumindest geschafft bei mir wieder Neugierde auf diesen Gott zu wecken. Sofern man bereit ist seine eigenen Vorstellungen von Gott mal zu hinterfragen ist es ein Buch das nachwirkt und dazu einlädt Antworten auf längst beantwortet geglaubte Fragen zu suchen.

Der Autor stellt dem Leser einen sehr persönlichen Gott vor, keinen vergeistigten oder gar den älteren Herrn im weißen Gewand. Durch seinen Hintergrund ist die Suche nach Gott katholisch eingefärbt, was mich als Protestant aber nicht daran gehindert hat das Buch mit Neugierde und wachsendem Interesse zu lesen. Der Schreibstil ist alles andere als frömmelnd von daher liest es sich sehr flüssig.

Fazit: Ein sehr interessantes Buch über ein ernstes Thema, das ohne Drohungen auskommt und, sofern man sich darauf einlässt, Lust auf mehr macht.


Strukturloser Zettelkasten.... (1 von 5 Punkten) schreibt A.B.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis erfreut sich dieses Buch gewisser Popularität als Geschenk "gläubiger Christen" an ihre atheistischen oder agnostischen Freunde. So war es auch nur eine Frage der Zeit, bis schließlich ich dieses Buch überreicht bekommen sollte. Habe das Buch sodann auch - aus Höflichkeit gepaart mit einer gewissen Neugierde - gelesen und ich war entsetzt über die mangelnde Qualität dieses "Bestsellers".

Häufig heißt es, dass man von der Struktur des Textes auf die Qualität der dort dargelegten Gedanken bzw. der dort verwendeten Argumentation schließen kann. Ob das eine allgemeingültige Regel ist, weiß ich nicht - hier stimmt es aber voll und ganz, sind die Darlegungen doch in jeglicher Hinsicht sprunghaft und mitunter sogar zusammenhanglos. Besonders unredlich finde ich, dass der Autor die Positionen atheistischer Denker häufig verzerrt und grob verkürzt, um sich dann an dieser - vermeintlich - atheistischen Position abzuarbeiten.

Auch sonst merkt man bereits an der verwendeten Sprache, noch viel mehr natürlich am Inhalt, dass die Darstellung sich einfach nicht auf der gleichen Ebene bewegt wie Werke von Dawkins, Hitchens oder - um einmal auf die "andere Seite" umzuschwenken - Ratzinger....

Alles in allem beschleicht einen hier das Gefühl, einem Zettelkasten mit dem Arbeitstitel "Alles was ich immer schon einmal zu Gott, Religion und Atheismus sagen wollte." aufgesessen zu sein. Wenn es null Sterne gäbe, dann...

Werbung für Gott und Katholizismus (3 von 5 Punkten) schreibt J.M. aus Mainfranken
Im Religionsunterricht stimmten wir darüber ab, welches Buch wir als Lektüre lesen. Aufgrund des modernen, toll gestalteten Covers, sowie des Klappentextes, der für ein "spannendes Lesevergnügen" "für Atheisten und Gottesgläubige und für solche, die es werden wollen" wirbt, entschied ich mich für Manfred Lütz' "GOTT" abzustimmen. Vielleicht habe ich es auch nur missverstanden, da ich nun weder Theologe, noch (Natur-)Wissenschaftler, Hirnforscher oder Psychologe bin, doch ich erwartete wirklich eine skeptische und unvoreingenommene Beleuchtung aller Vor- und Nachteile, Widersprüche und Fakten des Theismus bzw. des Atheismus. Das eine Existenz Gottes nicht zweifelsfrei Bewiesen oder Wiederlegt werden kann ist mir durchaus klar, doch ich erhoffte durch dieses Buch eine rationale Darstellung aller wichtigen Für und Wider und vorgelegt zu bekommen, um mir hinterher meine persönliche Meinung zum Thema Gott bilden zu können.

Wie dem auch sei, das Buch gewann die Abstimmung, wir begannen es zu lesen, und wirklich - die ersten Seiten und Kapitel schienen auch zu halten, was er verspricht. Doch nach und nach stellte sich immer mehr heraus, das dieses Buch wohl eher für das Christentum warb, und dass die persönliche Meinung, die der Leser am Schluss des Buches haben sollte, die ist, das es Gott gebe und der Katholizismus die einzige wahre Möglichkeit wäre. Zumindest kommt es mir so vor.

Kurzzeitig erfreut war ich, durch eine Abhandlung über die großen Weltreligionen, doch bereits nach kurzer Zeit verfiel Lütz wieder in seine oberflächliche Rethorik, stellte fest, dass diese anderen Weisheitslehren "mit großer Tiefe über den Menschen und die Welt nachdenken, ohne auf Gott Bezug zu nehmen" (S. 99) Beendet damit das Thema abrupt, ohne tiefer in die Materie einzudringen und resultiert dann, gewohnt um Lässigkeit bemüht "Wir haben in einem Schnelldurchgang alle Religionen der Welt [...] auf die Frage nach Gott hin abgesucht. Das Ergebnis war erstaunlich dürftig." (S.100) Toll, das ist aber doch auch nicht anders zu erwarten, denn wer kann schon in einem Schnelldurchgang die Frage nach Gott beantworten, egal in welcher Religion. Und das war nur ein Beispiel, für seine wortgewandten Ausführungen, die dann, wenn sie nicht seiner Meinung entsprechen, bald beendet werden, um anschließend die einzige Wahrheit seines Christentums hervorzuheben.

Mein Eindruck von diesem Buch ist, dass Lütz den Leser zu seinem Glauben überreden will. Wenn man, wie ich, das Buch (als zwar getaufter Katholik, doch noch auf der Suche nach der Wahrheit)liest um Antworten zu bekommen, steht man hinterher genauso da wie vorher. Wenn man das Buch als gläubiger Katholik liest könnte man jedoch in seinem Glauben gestärkt das Buch zufrieden aus der Hand legen.

Drei Sterne erhält dieses Buch trotzdem von mir, zum Einen wegen dem sehr guten Cover, und zum Aanderen wegen dem leicht verständlichem Schreibstil und den teilweise wirklich interessanten und witzigen Erzählungen, ohne die ich das Buch wohl nie zuende hätte lesen können.


Zur Hälfte sehr gut (3 von 5 Punkten) schreibt H.B.
Ich bin im Grunde über das wesentlich bekanntere Buch "Das ist ja irre - wir behandeln die Falschen" auf diese "kleine Geschichte des Größten" aufmerksam geworden. Natürlich auch dadurch, dass Manfred Lütz derzeit offensichtlich im Fernsehen "gefragt" ist. Seine frische, offene Art hat mich dabei beeindruckt.
So beginnt er auch mit dem Buch "GOTT".
Sehr gut erklärte Zusammenhänge, insbesondere auch aus der "vor-Jesus-Zeit".
Ein Sachbuch, in dem er sich zunächst sehr viel Mühe gibt, fast wertfrei zu kommentieren.
Eine ganz kleine Alarmglocke (ich bin evangelisch-lutherisch) klingelte dann, als er den derzeitigen Papst J. Ratzinger dafür lobte, ein ernsthaftes Gespräch mit Habermas geführt zu haben. Natürlich sind solche Dinge in der katholischen Amtskirche nicht selbstverständlich (übrigens tun sich da auch die Evangelischen schwer).
Stand doch schon seinem Vorgänger Karol Woytila ernsthafter Ärger ins Haus, nachdem er gemeinsam mit dem Günder von Taize, Roger Schutz (Frere Roger) das Abendmahl eingenommen hatte. Denn dieser kannte zwar keine Unterschiede bei der Religionszugehörigkeit, war aber von Haus aus ev-reformiert.
Im letzten Drittel wird Lütz dann auch zu einem Bewunderer des derzeitigen Papstes.
Natürlich wurde das Buch vor dem Bekanntwerden der tiefgreifenden Skandale in der katholischen Kirche geschrieben, die durch das endlose Schweigen J. Ratzingers m.E. massiv verstärkt wurden.
Schade - ich hätte mir von Anfang eine Offenlegung der Zugehörigkeit zur katholischen Kirche von Lütz gewünscht.
Na, vielleicht schreibt er ja noch einmal ein Heftchen als Anhang über die Entwicklung J. Ratzingers - falls es eine Entwicklung gab..... Wenn nicht, ist meine Enttäuschung über ihn nicht zu verbergen.
Daher nur 3 von 6 möglichen Punkten.

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