Der Spanische Bürgerkrieg

Von Antony Beevor

Übersetzer: Helmut Ettinger
Übersetzer: Michael Bayer
Übersetzer: Hans Freundl

Buch, Taschenbuch, 656 Seiten
Erschienen: 8. Januar 2008
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Goldmann TB
Verkaufsrang: 13512 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783442154920
ISBN-10: 3442154928
ASIN: 3442154928 (Amazon-Bestellnummer)
Preis: € 13,00 (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.)
Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Der Spanische Bürgerkrieg
Als Spanien zerbrach. Vor 70 Jahren begann der Spanische Bürgerkrieg.
Legion Condor, die Vernichtung der Stadt Guernica, das Massaker von Saragossa oder der blutige Kampf um den Alcazar von Toledo - Namen und Ereignisse, die zum Synonym für einen der grausamsten und bittersten Kriege des 20. Jahrhunderts wurden: Der Spanische Bürgerkrieg, der im Juli 1936 mit dem Franco-Putsch in Spanisch Marokko begann, wurde zum Trauma für das moderne Spanien und ist in der Gesellschaft bis heute spürbar. Im Kampf der Volksfront, die von großen Teilen der europäischen Intellektuellen ideell und militärisch (in internationalen Brigaden) unterstützt wurde, gegen die Nationalisten unter General Franco, hinter dem das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien standen, bekämpften sich die beiden großen Ideologien des Jahrhunderts. Unter Stalin und Hitler griffen sie nach der Weltherrschaft. Der Krieg war geprägt von unbarmherziger Grausamkeit bis hin zur Ausrottung ganzer Orte. Die Kämpfe im eigenen Land spalteten Familien, machten Freunde zu Feinden und prägten die politischen Auseinandersetzungen bis weit über das Ende des Franco-Regimes hinaus. Antony Beevor erzählt die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und seiner Folgen aus der Perspektive des 21. Jahrhunderts. Meisterhaft entwirrt er die komplexen gesamtpolitischen und die innerspanischen Ursachen des Krieges, zeigt den dramatischen Verlauf bis hin zur katastrophalen Niederlage der Republikaner 1939. Der britische Historiker verbindet exaktes historisches Wissen mit dem erzählerischen Vermögen des Romanciers. Grausam, traumatisch, folgenschwer. In seinem Standardwerk über den Spanischen Bürgerkrieg wirft Antony Beevor ein neues Licht auf historische Hintergründe, den dramatischen Verlauf sowie innerspanische und europaweite Folgen einer der brutalsten kriegerischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts.



Antony Beevor bemüht sich um Ausgewogenheit, folgt nicht bedingungslos einer speziellen ideologischen Betrachtung oder einer partikulären Sicht, und geht dennoch bei der Betrachtung nicht im totalen Werte-Relativismus unter. Allein schon dadurch qualifiziert sich das Buch als ernsthafter Einstieg in das Thema, noch mehr aber freilich durch den angenehmen Schreibstil Beevors.
Das Buch liest sich leicht, ohne seicht zu werden, angereichert mit zahlreichen eingestreuten Anekdoten und Augenzeugenberichten in Direktzitaten, die im Allgemeinen in den Endnoten zu den Kapiteln gut belegt werden.
An ein paar Stellen verrennt sich der Autor allerdings durch die anekdotische Erzählweise in Schilderungen von persönlichen Details und Momentaufnahmen, die weder für Politik noch Kriegsverlauf in irgendeiner Weise relevant waren.

Die wichtigere "Schwäche", von meiner Warte aus betrachtet, ist die relativ umfangreich ausgefallene Beschreibung des eigentlichen Kriegsverlaufes sowie militärischer Details von Operationen, während so manche interessante politische und vor allem soziale Facette des Themas (z.B. eine Auseinandersetzung mit den Agrarkollektiven in Aragón und der anfangs tlw. autonomen Industrieorganisation in Barcelona) viel zu kurz kommt oder ganz ausgespart bleibt. Das ist natürlich letztlich eine Frage der Prioritäten und persönlichen Präferenzen des Lesers, hat jedoch mein eigenes Erkenntnisinteresse weniger bedient.

Nicht zuletzt muss die umfangreiche Bibliographie im Anhang des Buches hervorgehoben werden, die wenig Wünsche offen lässt!

Als Fazit: Das Buch ist wegen der guten Lesbarkeit bei gleichzeitig großer Sachkenntnis besonders gut geeignet für ernstlich interessierte "Einsteiger" in das Thema, aber auch "alte Hasen" finden darin an einigen Stellen sicher Gelegenheit, die eigenen, bereits festgefahrenen Betrachtungsmuster wieder einmal neu zu überdenken und können die Bibliographie mit Sicherheit sinnvoll nutzen.
Trotz der angeführten Kritik an der Prioritätensetzung innerhalb des Spektrums möglicher Themen zum spanischen Bürgerkrieg verdient Beevors Arbeit eine angemessene Würdigung, denn es ist eben unmöglich, DAS Buch zum spanischen Bürgerkrieg zu verfassen.

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 9 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
Gute Gesamtdarstellung einer wichtigen Periode der Geschichte (4 von 5 Punkten) schreibt D.J.S. aus St. Pölten
Auf 656 Seiten (inkl. Kartenmaterial, Literaturverzeichnis, Personen-, Orts- und Sachregister) präsentiert Antony Beevor eine umfassende Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939). Das historische Werk, dessen Autor in mühevoller Recherche die wichtigsten ihm zugänglichen Quellen ausgewertet hat, ist um Objektivität der Darstellung bemüht, auch wenn die Sympathie Beevors eindeutig der schließlich unterlegenen demokratisch-republikanischen Bewegung gilt. Der Autor zeigt die ideologischen Widersprüche im republikanischen Lager auf und auch den kommunistischen Einfluss; die militärische Strategie beider Seiten wird umfassend analysiert und anhand der einzelnen wichtigen Schlachten und Kämpfe dargestellt. Dabei tritt klar hervor, dass die Internationalisierung des Krieges diesen von einem bloßen Bürgerkrieg zwischen Spaniern zu einem internationalen Stellvertreterkrieg machte (unter aktiver Beteiligung der Sowjetunion auf der republikanischen Seite sowie Italiens und Deutschlands auf der Seite der von General Franco geführten Nationalisten). Grausamkeiten auf beiden Seiten werden nicht verschwiegen. Die Rolle der spanischen Kirche wird zwar differenziert dargestellt (es gab viele Verfolgungen und Märtyrer durch die Aktionen der Republikaner und Kommunisten; umgekehrt kollaborierten auch Bischöfe mit den Nationalisten und schwiegen zu deren Terror und der Verfolgung Unschuldiger), doch wäre eine genauere Analyse wünschenswert gewesen. Alles in allem ist das Buch interessant geschrieben und bietet eine wichtige Hilfe für das Verständnis einer zugleich leidvollen und geschichtlich bedeutsamen Periode.

Kenntnisreich und gut geschrieben (5 von 5 Punkten) schreibt S.U.
Nach einer kurzen Einleitung über das vorangegangene 19. Jahrhundert, dessen Verlauf zum Verständnis des Bürgerkriegs wichtig ist, bietet der Autor dem unwissenden Leser eine überaus klare und gut strukturierte Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs. Er versteht es, die nationalen und internationalen Zusammenhänge auf den Verlauf des Krieges zu beziehen, ohne dabei kompliziert oder behäbig zu wirken. Im Gegenteil, das Buch liest sich wie ein spannender Roman.

Erstklassige Darstellung (5 von 5 Punkten) schreibt M.H. aus Halle (Westf.)
Ich habe die frühere Fassung dieses Buches vor etwa 20 Jahren gelesen und war überrascht von der neuen Ausgabe, die doch einige interessante neue Aspekte über die Vorgänge im republikanischen Lager verdeutlicht. Ich habe das Buch vor allem aus militärhistorischem Interesse gelesen, und hier liegen seine deutlichen Stärken. Beevor schildert die Kampfhandlungen detailliert und analysiert gut verständlich die Ursachen von Sieg und Niederlage.

Exzellente Gesamtdarstellung des Spanischen Bürgerkriegs (5 von 5 Punkten) schreibt E.J. aus Vienna, Austria
Bücher über dem Spanischen Bürgerkrieg gibt es - von Gesamtdarstellungen über Abhandlungen aus spezifischen Gesichtspunkten - in Hülle und Fülle. Antony Beevor hat mit seinem Buch "Der Spanische Bürgerkrieg" (C. Bertelsmann Verlag, München 2006 - "The Spanish Civil War", 2006; 655 Seiten) ein Werk zu diesem Thema geschaffen wie keiner vor ihm. Er geht dabei weit in die Vergangenheit zurück, da der Spanische Bürgerkrieg nur so zu verstehen ist. So stellt Beevor fest: "Niemand kann also behaupten, der Spanische Bürgerkrieg habe erst mit der Erhebung der >nationalistischen< Generäle gegen die republikanische Regierung im Juli 1936 angefangen." Daher Über beginnt sein Buch mit einem Rückblick, wie es aus drei Konfliktachsen - Links vs. Rechts, Zentralstaat vs. regionale Selbständigkeitsbestrebungen, autoritäres Regime vs. Freiheit des Individuums - zum Bürgerkrieg kam: von den Allerchristlichsten Majestäten, dem Ende der Monarchie, der Zweiten Republik (nach der kurzlebigen Ersten Republik im 19. Jahrhundert) zur Volksfront. In der Folge wird Spanische Bürgerkrieg von den Anfängen bis zur Einnahme Madrids im März 1939 und der Errichtung der Militärdiktatur dargestellt: "Der Krieg der beiden Spanien" (Teil 2), "Die Internationalisierung des Spanischen Bürgerkriegs" (Teil 3), "Der internationale Stellvertreterkrieg" (Teil 4), "Interne Spannungen" (Teil 5), "Der Weg in die Katastrophe" (Teil 6) und "Vae Victis!" (Teil 7). Beevor beschreibt einen der grausamsten Konflikte Europas im 20. Jahrhundert in einer Art und Weise, daß man das sein Buch eigentlich in einem Zug - wenn es nicht so viele Seiten hätte - durchlesen könnte. Ergänzt wird das Buch durch einen Anhang, der keinen Wunsch nach detaillierteren Informationen offen läßt.

Gut für Neueinsteiger (4 von 5 Punkten) schreibt V.
Wer über den spanischen Bürgerkrieg nichts oder so gut wie nichts weiß, kann hier beherzt zugreifen, denn Beevor gelingt eine ausgezeichnete Gesamtdarstellung eines komplexen Konfliktes.
Die großen Stärken des Buches sind dabei zwei Dinge: Erstens die neutrale Sichtweise - Beevor schildert, ohne selbst eine moralische Wertung vorzunehmen, die Vorgehensweisen (Selbstsäuberungen, Exekutionen von Gefangenen etc.) sowohl der rebuplikanischen, als auch nationalspanischen Seite und "bevorzugt" dabei niemanden. Zweitens gefällt das Buch durch eine gründliche, ereignisgeschichtliche Darstellung. Zwar haben sozial- und strukturgeschichtliche Analysen durchaus ihre Daseinsberechtigung, doch gehen sie fehl, wenn einem die militärgeschichtlichen Hintergründe für ein Verständnis fehlen und gerade weil der spanische Bürgerkrieg (im Gegensatz zu den Weltkriegen etwa) nicht so sehr ins historische Bewusstsein gedrungen ist, erscheint die Darstellung der einzelnen Schlachten als detalliert sinnvoll, auch wenn Beevor manchmal dabei übers Ziel hinausschiesst.
Eng verbunden sind damit auch die kleineren (und ggf. größeren Kritikpunkte): Wer in der spanischen Geographie nicht sattelfest ist, wird trotz der beigefügten Karten manchesmal seine Liebe Mühe und Not haben, dem Geschilderten zu folgen. Gleiches gilt für die Darstellung der involvierten Einzelparteien und Interessengruppen, die besonders auf republikanischer Seite zahlreich und manchmal recht verwirrend sein können, da Beevor (naturgemäß) nach der ersten Vorstellung nur noch mit den Abkürzungen arbeitet. Auch hier hilft ein im Anhang beigefügtes Abkürzungsverzeichnis, auch hier kann aber das ständige Hin- und Herblättern bisweilen den Lesefluss stören.
Beevors Texte lesen sich flüssig und er verliert sich erfreulicherweise nur selten in kontrafaktische Überlegungen und Anekdötchen, die bisweilen für anglo-amerikanische Geschichtsschreiber üblich sind. Die wenigen Ausnahmen sind gut belegt und fügen sich sinnvoll in die Darstellung ein (insbeondere am Ende).
Teilweise merkt man Beevor methodische Schwächen und Widersprüche an - so wird z.B. an einer Stelle die Fähigkeit der Nationalspanier erwähnt, wertlosen Raum preiszugeben (Teruel-Schlacht), an anderer Stelle (Ebro-Offensive) Francos Bestreben, den Republikanern nicht einmal ein Minimum an Raum zuzugestehen.
Auch ist es bedauerlich, dass am Ende einer 500-Seitigen Monographie der Autor sich einer Schlussfolgerung der Gesamtdarstellung dadurch entzieht, weil er sie als zu "bequem" empfindet. Auch wenn man sicherliche tiefengeschichtliche Aspekte nicht angemessen in einer Zusammenfassung darstellen kann, so sollte sie doch die großen Fragen zusammenfassend beantworten können, selbst wenn man dabei die Gefahr einer Simplifizierung in Kauf nehmen muss.
Doch das alles schmälert nicht die Leistung des Gesamtwerkes.
Einzig wirklich großes Manko (welcher zu 99% der abezogene Wertungsstern geschuldet ist) ist die geschichtliche Zusammenfassung der spanischen Geschichte am Anfang, die Beevor selbst in seiner Danksagung als "zu mechanisch" beschreibt, was aber gnädig untertrieben ist - eine solche verknappte, monokausale Darstellung dürfte wohl nicht einmal den Anforderungen eines geschichtlichen Schulkurses standhalten und sollte vom Autoren schleunigst überarbeitet werden.

 Weitere Lesermeinungen

Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
 Fachbücher   Geschichtswissenschaft   Staatenwelt   Europa   Spanien  
 Fachbücher   Romanistik   Spanisch   Geschichte  
 Politik & Geschichte   Geschichte nach Ländern   Europa   Spanien  
 Politik & Geschichte   Kriege & Krisen   Spanischer Bürgerkrieg  
 Politik & Geschichte   Kriege & Krisen   Bürgerkriege  

Ähnliche Artikel oder Zubehör:
 D-Day: Die Schlacht um die Normandie
 Mein Katalonien: Bericht über den Spanischen Bürgerkrieg
 Der kurze Sommer der Anarchie: Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman (suhrkamp taschenbuch)
 Der Spanische Bürgerkrieg: Geschichte eines Europäischen Konflikts
 Der Spanische Bürgerkrieg


Alle Bestellungen werden über Amazon abgewickelt. Amazon ist der größte Online-Buchhändler und liefert sehr zuverlässig und sicher.Bücher versandkostenfrei nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz, alle anderen Artikel ab 20 € Bestellwert. Ausführliche Lieferbedingungen  hier. Nach Deutschland und Österreich ist auch Lieferung gegen Rechnung möglich. Dadurch entfällt die Angabe der Bankdaten. Bedingungen  hier.

Buch, Hörbücher

Politik und Geschichte

Deutsche Geschichte
Geschichte nach Ländern
Epochen
Geschichte nach Themen
Kriege und Krisen
Personen der Weltgeschichte
Geschichte allgemein
Biografien und Erinnerungen
Deutsche Politik
Politik nach Ländern
Politik nach Bereichen
Politikwissenschaft
Terrorismus und Extremismus
Gesellschaft
Bekannte Autoren