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Liebe: Ein unordentliches GefühlVon Richard David PrechtBuch, Gebundene Ausgabe, 400 Seiten Erschienen: 9. März 2009 Sprache: Deutsch Herausgeber: Goldmann Verlag Verkaufsrang: 10344 (je kleiner desto beliebter)EAN/ISBN: 9783442311842 ISBN-10: 3442311845 ASIN: 3442311845 (Amazon-Bestellnummer) Preis: € 19,95 (Versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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Richard D. Precht ist inzwischen zu einem Medienphänomen geworden. Telegen und auf zurückhaltende Art medienkompatibel, dürfte er der einzige deutsche Philosoph sein, der ein breites, auch fachfremdes Publikum erreicht. Nach dem Überraschungserfolg von Wer bin ich - und wenn ja wie viele? hat er nun einen weiteren furiosen Streifzug durch die Wissenschaftsgeschichte unternommen. Diesmal geht es um das vielleicht älteste Thema, das den Menschen bewegt: die Liebe. Precht führt über die biologischen und kulturellen Grundlagen zum Kern der menschlichen Liebesbeziehungen und prüft gängige Thesen z. B. aus Psychologie, Evolution oder Neurologie auf ihre Belastbarkeit hin. Dabei wird auch so manche Theorie des Mainstreams infrage gestellt. Der abschließende Teil ist eng an den heutigen Lebens- und Liebesrealitäten orientiert und befasst sich etwa mit "Romantik als Konsum" oder der Frage, was von der Liebe übrig bleibt, wenn der Nachwuchs kommt. Und natürlich geht es auch um Sex. Als durchaus erklärungsbedürftig bezeichnet Precht den Befund, dass einerseits Sex nie allgegenwärtiger war als heute (als Fantasie, Kaufanreiz, Wettkampf, Anspruch?), gleichzeitig seine faktische Bedeutung stark abnimmt. Hier kommt kein Kulturpessimismus konservativer Prägung zum Tragen ? vielmehr wird eine Schieflage, die wohl kaum jemandem entgangen sein dürfte, einer nüchternen Analyse zugeführt. Wie schon im Vorgängerband hat Precht hier keine kryptische wissenschaftliche Abhandlung verfasst. Vielmehr begeistert und unterhält er den Leser mit eleganter Leichtigkeit ? und dies mit durchaus grundsätzlichen Gedanken über die Entwicklung des Menschen, die eigene Geschichte und das Zusammenleben mit dem Partner. "Das Tier mit dem seltsamsten Sexual- und Gefühlsleben" ? so beschreibt Precht den Menschen am Ende seines Buchs. In Liebe erfahren wir mehr über die sonderbaren Eigenheiten dieses Tieres: charmant im Ton, klug in der Auswahl der Themen und überzeugend in der Argumentation. - Henrik Flor, Literaturtest
Spätestens seit dem Bestsellererfolg Wer bin ich ? und, wenn ja: wie viele? kommt man an dem Kölner Autor Richard David Precht nicht mehr vorbei. Das Buch ist eine ebenso kluge wie brillant geschriebene Einführung in die Philosophiegeschichte ? aber auch eine Gebrauchanweisung ins philosophische Denken und Fühlen, die auch die Liebe mit einbezieht. Der Nachfolgeband Liebe. Ein unordentliches Gefühl macht das Emotionale noch zentraler zu seinem Thema ? und auch wieder nicht. Denn Precht hebt darin darauf ab, die Liebe als evolutionär überflüssig zu charakterisieren und psychologisch als Gefühl zu deuten, das mit dem Verlust der elterlichen Bindung an Bedeutung gewinnt. Aber vielleicht macht sie ja gerade das so reizvoll. Precht selbst jedenfalls ist verliebt. Den Umstand, vor einigen Jahren seine Frau Caroline Mart getroffen zu haben, bezeichnet er in den zahlreichen Interviews immer wieder als sein größtes Glück. Was lag da näher, als seinen Text mit der erfolgreichen Fernsehmoderatorin aus Luxemburg gemeinsam einzuspielen? Und, was soll man sagen: derart dialogisch wirkt Liebe. Ein unordentliches Gefühl noch mal so gut. Man mag ja manche ? vielleicht auch allzu provokant vorgetragene ? These Prechts nicht teilen. Vielleicht ist auch der ein oder andere Gedanke zum Thema aus Philosophie, Psychologie und Hirnforschung durch seine populäre Aufbereitung seiner Tiefe beraubt. Aber so, wie der Autor Liebe. Ein unordentliches Gefühl gemeinsam mit seiner Frau vorträgt, will man das gern verzeihen. Beim Hören nämlich springt der Funke auf jeden Fall über. Und nach dem Hörgenuss sollte man draußen auf die Straße gehen und sich neu verlieben. -- Stefan Kellerer 4 CD, ca. 280 Minuten
Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 3.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 59 Bewertungen)
Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Wie immer unterhaltsam (3 von 5 Punkten) schreibt B.K. aus Saarland Anknüpfend an den großen Erfolg von "Wer bin ich..." nähert sich Precht diesmal dem Thema Liebe. Er verfolgt dabei die selbe Erzählweise, bringt dem Leser auf unterhaltsame Art verschiedene philosophische und naturwissenschaftliche Strömungen nahe und auch einige wichtige Persönlichkeiten. Ich mag beide Bücher als Unterhaltungslektüre und als Ausgangspunkt um mit anderen Lesern (meist meine Mutter :)) zu diskutieren. Das Thema Liebe, als etwas, was ja jeder kennt ist natürlich super dazu geeignet fesselnden Stoff und interessante Anekdoten zu liefern.
Was mir bei Precht einfach nicht gefallen will ist die subjektive Herangehensweise an seine Themen: Es gibt Theorien, die er befürwortet und andere eben nicht - alles, was nicht in sein philosophisches Konzept passt, wird widerlegt (oft aber leider nur durch seine subjektive Meinung)
Mein Fazit: Kein wissenschafltiches Buch aber ein unterhaltsames Sachbuch - der Leser sollte sich zum Thema seine eigenen Gedanken machen und nicht alles für fundiert und erforscht halten.
Besser geschwiegen (1 von 5 Punkten) schreibt H.O.T.A.D. Den Rezensionen von Ursula Schwarzer und Ulrich Renz muss man nicht mehr viel hinzu fügen: Ein intellektuell armes Buch eines schlechten Journalisten, der sich auch noch peinlicherweise "Philosoph" nennen lässt, ohne Erkenntnisgewinn ... Typischer Patchwork-Quatsch im Kontext all der missratenen, verzogenen Jammerlappen, die sich auch noch in "Talkshows" von geistigen Riesen à la Boettinger und Lanz breit machen. Schade um das ausgegebene Geld, die verlorene Zeit und die Irreführung von Lesern und Zuschauern ...
Precht denkt zu lokal (3 von 5 Punkten) schreibt M.G. aus Tirol Das Buch ist sehr gut geschrieben und bietet Einsicht in die Meinungen verschiedener Philosophen. Leider verfällt Precht in den Fehler aller Philosophen von der Klassik bis zur Moderne, die "Westliche Welt" mit der ganzen Welt gleich zu setzen. Aus diesem Grund haben wir ja ein Integrationsproblem mit Menschen aus anderen Kulturen. Wir brauchen Analysen von solchen Themen wie die "Liebe" aus globaler Sicht!
Wissenschaft (3 von 5 Punkten) schreibt S.!. Prechts umfangreiches Werk ist eingeteilt in drei Abschnitte.
Er beschäftigt sich mit den Unterschieden der Geschlechter, bezieht dabei auch die Gender- Forschung mit ein; außerdem mit der Frage, was Liebe als Gefühl überhaupt ist und schließlich damit, welche Rolle die Liebe in unserer heutigen Gesellschaft spielt.
Wissenschaftliche Thesen werden erläutert und kritisch hinterfragt, Bücher vorgestellt, sowie wichtige Forscher und zahlreiche Statistiken.
Ich habe mich auf ein philosophisches Buch zum Thema Liebe gefreut und nicht auf eine wissenschaftliche Abhandlung. Es interessiert mich nicht, welcher Affe was in einer Höhle unter welchen Umständen gedacht hat, welche Hormone beim Anblick eines geliebten Menschen freigesetzt werden "können" und wie sich das sexuelle Verhalten von Mäusen manipulieren lässt. In den Bereich der Philosophie ist das Buch also leider nicht einzuordnen. Vielmehr passt es in Gebiete wie Soziologie, Gender-Forschung, Psychologie und vor allem Biologie.
Fazit: Guter Schreibstil, zu viel Wissenschaft. Interessant für diejenigen, die über den neuesten Forschungsstand informiert werden möchten.
Vieles wird verstehbarer (5 von 5 Punkten) schreibt M.F. Zufällig durch eine Fernsehsendung darauf aufmerksam geworden, habe ich mir das Hörbuch gekauft und bin begeistert. Besonders wo es ans "Praktische" geht (CD 3) macht es wirklich Sinn, sich dieses Hörbuch zu kaufen. Ich verstehe jetzt Vieles besser, zumal sich das Gesagte mit meinen Beobachtungen und eigenen Erfahrungen deckt. Was das Tolle ausmacht ist, daß ich hier den Hintergrund auf verständnisvolle Weise erklärt bekomme und mich durch die wiederholte Auseinandersetzung mit dem Gesagten viel besser selbst "korrigieren" kann und mehr Verständnis aufbringe. Was will man mehr??
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