Gut gegen Nordwind: Roman

Von Daniel Glattauer

Buch, Taschenbuch, 224 Seiten
Erschienen: Juli 2008
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Goldmann Verlag
Verkaufsrang: 135 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783442465866
ISBN-10: 3442465869
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Gut gegen Nordwind: Roman
Wenn man sich auf einer Autofahrt dabei erwischt, einen Umweg einzuschlagen, nur um noch mehr von diesem Hörbuch hören zu können, dann ist das ein recht eindeutiges Zeichen. So passiert jedenfalls bei Daniel Glattauers Gut gegen Nordwind: Dem E-Mail-Hin-und-Her der zwei Protagonisten, die zufällig aneinander geraten und bald nicht mehr voneinander lassen können, folgt man gespannt und amüsiert. Und jeder, der schon einmal etwas Ähnliches erlebt hat, muss dem Autor gratulieren, wie gut er diesen Vorgang des Kennenlernens geschildert hat, diese unwiderstehliche Mischung aus Distanz und Intimität, die zwischen Fremden durch elektronische Botschaften so rasch entstehen kann.
Dem Hörvergnügen auch nicht gerade abträglich sind die souveränen Leistungen von Andrea Sawatzki und Christian Berkel. Da vergisst man auch gerne die eine oder andere Unstimmigkeit des Plots. So würde man heutzutage, statt teilweise im Sekundentakt Kürzest-E-Mails hin und her zu schicken, zweifellos eine der vielen Instant Messaging Techniken nutzen. Und auch das Ende ist etwas harsch und enttäuschend. Aber happy endings in der Liebe gibt?s halt wirklich nur im Märchen oder in schlechten Romanen. -Christian Stahl
Spieldauer: ca. 288 Minuten, vollständige Lesung, 4 CDs

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 753 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
Gut gegen Sommerregen (2 von 5 Punkten) schreibt Y.K.
Mir wurde das Buch von einer guten Freundin empfohlen, die selbst jedoch nur das Hörbuch kannte. Nach dem Hype um das Buch bin ich jedoch arg enttäuscht.
Ich gehöre einer Generation an, die ihre erste Liebe oft im Internet findet (wenn auch nicht unbedingt durch einen seltsamen Tippfehler). Es ist möglich Emotionen und Gefühle mit nur wenigen virtuellen Worten zu vermitteln, daher die Idee eines E-Mail-Romans vielleicht euch neu und interessant, aber viel mehr hat dieses Buch leider nicht zu bieten.
Ich persönlich finde die Protagonisten zu wenig differenziert. Ihr Charakter ist so wenig ausgearbeitet, dass er sich in ihren E-Mails nicht widerspiegeln kann. Die Mails aller drei beteiligter Schreiber weisen keinen eigenen Stil auf, in ihrer Art zu schreiben sind sie für mich absolut austauschbar.
Lachen oder weinen konnte ich im Gegensatz zu manch Anderem auch nicht. Ich konnte leider keine besondere Sprachgewandheit entdecken (was wahrscheinlich auch nicht der Anspruch an dieses Schreib-Experiment war), manche Passagen lesen sich zu gestelzt und das bisschen an Gefühl was manchmal zwischen den Zeilen hervorblitzt wirkte mir zu aufgesetzt.

Schade, dass das Buch so an der Oberfläche kratzt, auch Beziehungen über E-Mail können durchaus komplexer und gefühlvoller sein.

Das Buch ist vielleicht nicht gut gegen Nordwind, aber wenigstens gegen Sommerregen. Es reicht zumindest, um einen Nachmittag zu überbrücken, wenn mal wieder nichts im Fernsehen läuft - aber mehr meines Erachtens nach auch nicht, denn besonders dick ist ja nun auch nicht.

Gute Unterhaltung (3 von 5 Punkten) schreibt B. aus Wien
Mich hat dieses Buch lange nicht angesprochen, ich hatte es ein paar Mal in der Hand, wollte es aber nicht kaufen.
Dann habe ich zu Besuch bei jemanden doch den Anfang gelesen - und wollte dann wissen wie es weitergeht.

Es ist "etwas anderes" - eine Geschichte über eine Beziehung, nur über Email-Verbindung. Es sind spannende, überraschende, witzige, manchmal gescheite, manchmal banale Dialoge. Man kann auch verstehen, dass sich so eine Email-Beziehung entwickelt.

Was nicht verständlich ist, ist dass sie gar so hineinkippt, betont sie doch immer wieder, dass sie in einer glücklichen Ehe lebt. Das ist nicht nachvollziehbar und das Unglaubwürdige in dieser Geschichte. Sie besteht nämlich weiter darauf, dass sie glücklich verheiratet ist, obwohl alleine der Zeitaufwand, den sie für die Mails erübrigt eine andere Sprache spricht. Das passt für mich irgendwie nicht zu dem Buch.

Ansonsten aber ist es gute Erhaltung.



spannend, lustig, intelligent und überraschen (5 von 5 Punkten) schreibt D.L.
Ein wirklich gutes Buch für Kurzweile.

Beim lesen des Email Schriftverkehrs zweier Menschen wird man zwangsläufig zum Voyeur.
Ich konnte es nicht mehr weglegen.

Wer auf Hin & Her steht (3 von 5 Punkten) schreibt M.G. aus Schleswig-Holstein
Ein Einziges hin und her... Kriegen sie sich, kriegen sie sich nicht ??
Zu Anfang ganz witzig, aber irgendwann ist genug des Guten.

Hörbuch besser als Buch (5 von 5 Punkten) schreibt B.
Durch einen Tippfehler in der Emailadresse kommt es zu einem Kontakt zwischen der quirligen verheirateten Emmi und Leo einem jungen Sprachwissenschaftler. Leo macht Emmi in freundlich humorvollen Worten auf ihren Irrtum aufmerksam und Emmi antwortet ihm entschuldigend durch Email. So wächst ein Emailkontakt, der nach nur wenigen Wochen viel mehr ist als eine Brieffreundschaft, sondern eine tiefe Liebe zwischen zwei Menschen, die sich körperlich gar nicht kennen und abhängig werden von den Emails des anderen. Es ist eine schwierige Liebesgeschichte zwischen den Beiden, die aber so außergewöhnlich schön und besonders ist, dass man dieses Buch einfach gelesen haben muss.
Dieses Werk besteht nur aus Email-Dialogen zwischen zwei Menschen, ähnlich einem Theaterstück in Buch- bzw. Hörbuchform. Insofern ist dieses Werk etwas ganz Neues und Außergewöhnliches (und für viele Rezensenten ein gelungenes Literatur- Experiment). In den Emails kommt unglaublich viel Nähe, Wärme und Gefühl herüber, obwohl die Computerkommunikation doch gemeinhin als kalte und unpersönliche Kommunikation bezeichnet wird.
Die beiden Sprecher Christian Berkel und Andrea Sawatzki haben ihre Aufgabe brilliant gelöst. Man kann diese Texte nicht besser vorlesen. Das Ganze ist ein Hörbuch und kein Hörspiel, es kommt also vollkommen ohne Hintergrundmusik oder Geräusche aus und ist trotzdem so atmosphärisch dicht.
In der Bilanz ist dieses Stück für mich auch eine Hommage an das geschriebene Wort, also das Buch an sich.



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