Die Arena

Von Stephen King

Übersetzer: Wulf Bergner
Buch, Gebundene Ausgabe, 1280 Seiten
Erschienen: 16. November 2009
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Heyne Verlag
Verkaufsrang: 1812 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783453266285
ISBN-10: 3453266285
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Die Arena
Spätestens seit Roland Emmerichs gleichnamigem Film scheint 2012 das Jahr der Apokalypse. Der Maya-Kalender sagt die große Katastrophe voraus, und vielleicht wird ein Meteor die Erde endgültig zerstören.
In Stephen Kings voluminösem, fast 1.300 Seiten dickem Roman Die Arena geht die Welt 2012 zwar nicht unter, wohl aber ein kleiner Teil, ein kleines Stück. Und es ist auch kein Meteor, der sich bedrohlich auf die Idylle einer typischen US-amerikanischen Kleinstadt namens Chester?s Mill senkt, wohl aber eine seltsame Kuppel, die Chester?s Mill umschließt ? und die rund 2.000 Bewohner für den Leser unter das Brennglas des Horrors stellt. Ob es sich dabei um einen Angriff von Außerirdischen oder ein Menschenexperiment der Regierung handelt, bleibt im Dunkeln.
Gerade will Dale "Barbie" Barbara, Imbisskoch und Irak-Veteran, die Kleinstadt verlassen, da senkt sich die Kuppel wie eine Guillotine herunter und macht seine Ausreise unmöglich. Dann hält das Grauen Einzug in den Mikrokosmos ? vor allem dank der Taten des skrupellosen Autohändlers und Provinzpolitikers "Big Jim", der seine Mannen mordend durch die Gegend ziehen lässt, während die Außenwelt hilflos zusehen muss. Am Ende, als kaum mehr Erwachsene am Leben sind, liegt das Schicksal von Chester?s Mill und seiner wenigen Überlebenden in den Händen der Kinder...
In einem Nachwort von Die Arena gibt Stephen King an, die Grundidee des Buchs ? die Kuppel ? schon vor dreißig Jahren gehabt zu haben. Vielleicht muss er das tun, denn immerhin lebte schon der erste Simpsons-Film (2007) von einem ähnlichen Einfall. Wie dem auch sei: Mit der Idee schafft King einen faszinierenden Mikrokosmos, der nicht zuletzt illustrieren soll, wie sehr sich die USA nach dem 9. September 2001 trotz der Wahl Barack Obamas (und seiner im Buch für 2012 prophezeiten Wiederwahl) verändert hat.
Denn Die Arena ist auch ein politisches Buch, in dem der Terror und der Krieg gegen den Irak den Grundton bestimmt. Und es ist ein Buch, das den Altmeister des Horrors auf dem Höhepunkt seines Schaffens zeigt. - Stefan Kellerer

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 129 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
genialen Plot und unverschämt reale Charaktere (5 von 5 Punkten) schreibt K.F. aus Frankfurt am Main
Stephen King quält seine Fans offenbar gern.
Ich habe bisher noch kein Buch gefunden bei dem sich die Fan-Gemüter einig waren.
Ich selbst (bezeichne mich jetzt aber nicht als großen Fan) finde nicht alle seine Bücher gleich Gut, bzw. von gleich guter Qualität. So kann ich mit der Turm-Reihe gar nichts anfangen und Love und Pulse waren mir persönlich viel zu langatmig. Qual und Wahn hingegen waren reine Lesehighlights.
Kein Wunder also das King mit Die Arena" seine Leserschaft spaltet.
Zugegeben 1280 Seiten liest man nicht gerade mal eben so weg, jedenfalls ich nicht.
Aber, jede Seite ist es wert. Selten, wirklich ganz selten schafft es ein Autor trotz dieser enormen Seitenzahl, nicht ein einziges ml in Langatmigkeit zu verfallen.

Glaubhaft und Realistisch schildert er, was passiert, wenn sich Menschen in Ausnahmesituationen befinden, wenn das Gerüst unserer Gesellschaft, die Gesetze außer Kraft gesetzt sind. Vor dem inneren Auge entwickeln sich die Charaktere und bekommen so Gesichter. Und über die gesamte Länge vermag King den Leser zu fesseln und dieses monströse Werk zu fesseln. Mir ist es ziemlich leicht gefallen die Hauptpersonen im Gedächtnis zu behalten. Stephen King hat es dem Leser mit einer Art Eselsbrücke" leicht gemacht - denn zu jedem gibt es eine Anfangsgeschichte. Aber auch, die durchaus lebhaften, wenn auch kleinen Darsteller gelingt es, sich bemerkbar zu machen.
Fazit: Ein dickes Buch ohne längen, mit einem genialen Plot und unverschämt realen Charakteren.

Inhalt:
Plötzlich senkt sich im Bruchteil einer Sekunde und ohne jegliche Vorwarnung, ein kuppelförmiges Kraftfeld entlang der Gemeindegrenze der Kleinstadt Chesters Mill nieder.
Das führt zu einer Verkettung verschiedener Unfälle - etwa dem Flugzeugabsturz einer Kleinmaschine, einer abgetrennten Hand und verschiedenen Verkehrsunfällen.
Eine Isolation droht den etwas 2000 Einwohnern dieser Kleinstadt. Die Barriere, so unsichtbar sie auch ist, erweist sich als unzerstörbar. Kleinste molekulargroße Teilchen, sowie kleine Mengen Wasser können die Barriere durchdringen. Ein schwacher Luftaustausch ist also möglich, aber was geschieht mit der Abwärme, der Heizluft?

Während die Armee, unter der Führung des Präsidenten, versucht das Kraftfeld zu durchdringen, bilden sich unter der Kuppel schnell zwei Lager.
Auf der einen Seite der korrupte Stadtrat "Big Jim Rennie" unterstützt von seinem psychopathischen Sohn und dem Polizeichef Peter Randolphs. Uns als Gegenspieler der Irak Veteran "Dale Barbara", der in Chesters Mill als Koch tätig war und die ortsansässige Reporterin Julia Shumway. Zusammen mit ihr organisiert Dale den Widerstand gegen Rennies Machenschaften. Wie nicht anders zu erwarten herrschen unter der Kuppel Polizeiwillkür und ständige Angst.

Wissenswertes:
Chesters Mill liegt in unmittelbarer Nähe zweier Städte "Castle Rock" und "Tarkers Mills", die bereits Schauplätze von King-Werken waren.
Mit 1280 Seiten ist Die Arena" Kings drittlängster Roman, neben "Es" und "Das letzte Gefecht".
Der Roman basiert woe schon erwähnt auf seinen unvollendeten Roman "The Cannibals", den er in den 70er Jahren geschrieben hat.
Stephen Spielberg erwarb für seine Firma "Dreamworks" die Filmrechte und plant eine Miniserie.


Rohrkrepierer (1 von 5 Punkten) schreibt R.W.
Ich bin ratlos...
Wo ist der Stephen King, den ich früher so geliebt habe?
Der Autor, der Bucher wie Friedhof der Kuscheltiere, Es oder auch Das letzte Gefecht ersonnen hat??

Liegt es daran, dass die Zeit einfach manche Dinge verklärt und man heute, 20 Jahre später, einfach schon so viel gelesen hat, dass einem Werke wie Die Arena unglaublich schlecht vorkommen - ich weis es nicht.

Die Lösung zu dieser Frage läge im Keller, man müsste einfach mal wieder ES heraussuchen und von Vorne beginnen (nur ist für dieses Vorhaben der Lesevorrat zu gross und die Zeit zu knapp)

Zur Arena:

Über die Geschichte ist ja schon so gut wie alles in den Kritiken geschieben worden - somit nur zu ein paar Punkten, die mir die Freude an dem Buch gründlich verdorben haben.

1. Man muss sich damit abfinden, dass man nie erfährt was es nun mit der Kuppel wirkich auf sich hatte. Am Anfang macht es -schupp- und sie ist da.
1300 Seiten später wird in ein paar Seiten eine absolut hahnebüchene Geschichte von Kindern, die vermutlich Aliens sind, ersponnen -
die haben es gemacht und -schwupp- am Ende einfach wieder abgeschaltet....

Damit wäre die große Rahmenhandlung auch schon erzählt.....

2. Bei der Beschreibung der handelnden Personen blitzt manchmal das Talent von Herrn King durch. (Meine Erinnerung sagt mir, dass er es in seinen früheren Geschichten immer perfekt verstanden hat, das eigentlich langweilige Leben von x-beliebigen amerikanischen Kleinstadtbewohnern absolut fesselnd zu beschreiben, um dann irgendwo völlig unerwartet das Grauen hervorzuzaubern)
Das gelingt King auch in der Arena, leider jedoch nur bei den Nebenpersonen, die entweder innerhalb von 10 Seiten zur Seite geschafft werden oder im weitern Verlauf nicht mehr auftauchen.

3. Die wichigen Handlungsträger sind, Summa Summarum, strohdumm und nerven mit allen ihren Handlungen den Leser. Ganz schlimm wird es, wenn King dann auch noch in der Person des Dale Barbera sich sein Gewissen zum Krieg gegen den Irak von der Seele schreibt.

4. Fassen wir es zusammen. Der Plot ist eine Katastrophe und wäre in 10 Seiten erzählt (nicht 1300!).
Die Personen handeln völlig unlogisch und unglaubwürdig.
Die Klasse der frühen Werke wird nicht annähernd erreicht.

Schade um die Zeit.

Sorry Herr King so wird das nichts mehr mit uns beiden!





Der alte King. (5 von 5 Punkten) schreibt A.A. aus Mürzzuschlag
Sehr, sehr schön! Im Nachwort schreibt Stephen King, dass die Idee für den Roman aus 1976 stammt. Und genau das ist die Stärke dieses fulminanten Romans. Das ist nämlich wieder der Stephen King, der in Derry und Little Rock gewütet hat, der Epen wie ES, THE STAND und IN EINER KLEINEN STADT geschrieben hat, der King, dem es mühelos gelingt, den Horror aus dem Menschenherz zu nehmen. Monster braucht er dafür keine. Der Mensch selbst, insbesondere der Kleinstadtbewohner, kann selbst zum Monster werden, wenn die Welt sich nur ein wenig verändert. Und das tut sie in DIE ARENA. Eine unsichtbare Kuppel verschließt den kleinen Ort Chester's Mill von der Außenwelt. Darunter breitet sich innerhalb weniger Tage eine Hölle menschlichen Wahnsinns aus.
Kaum einem Autor gelingt es, derart feine Charakterstudien zu entwerfen und nur durch diese, ohne viel Extraspektakel, eine so spannende Geschichte auszubreiten.

des rätsels lösung... (1 von 5 Punkten) schreibt B.M.
Seit Jahren frage ich mich, warum Kings Bücher immer dicker werden. Stimmt schon, er hat schon mit "es" einen dicken Klopper präsentiert der abschreckend wirkte - wäre "es" nicht so dermaßen spannend gewesen. Und zwar von der ersten seite an! Aber spätestens seit "Das Mädchen" quält man sich durch Kapitellange Prosa oder schlimmer noch langweilige nichtssagende Beschreibungen ohne Szenen, ohne wörtliche Rede. Totes Fleisch - im wahrsten Sinne des Wortes. tot. Ich stelle jedesmal aufs Neue fest, dass King mehr oder weniger genau das betreibt, was er in seinem Buch "das schreiben und das leben" verpönt: FIGUREN AUF DER SUCHE NACH DEM PLOTT. Ich glaube, er hat keinen Lektor mehr, vielleicht glaubt er, er hätte keinen mehr nötig. Oder aber es traut sich kein Lektor, ihm zu sagen, wo es lang geht. Ich bezweifle jedenfalls, dass ein Neuling mit diesem Werk auch nur veröffentlich worden wäre. Aber mit einem guten Namen kann man sich anscheinend alles erlauben. Ich fühle mich als Fan jedenfalls verar.... In all seinen letzten Büchern wäre eine Kürzung um mindestens die Hälfte vonnöten gewesen. Man hat das Gefühl, da setzt sich einer hin und schreibt drauf los, und so wie es ihm aus dem Hirn in die Fingerspitzen fließt, so wirds auch gedruckt. ohne ein zweites mal hinzusehen (ansonsten wäre so ein Pensum ja auch kaum alleine zu stemmen.)Als hätte man ihm das Manuskript im Schlaf unterm Kopfkissen wegstehlen müssen, damit die Geschichte endlich zu einem Ende kommt. Und dann hat sich irgendwer das Ende dazu ausgedacht und gut ist. schade. sara und wahn waren dagegen noch wirklich gute bücher.

Und: es motiviert mich nicht gerade, mich durch über tausend seiten zu ackern, wenn ich hier in den bewertungen ein mickriges ende in aussicht gestellt bekomme. Ich glaube, dies hier wird das erste Buch von King sein, das ich nicht zu ende lesen werde. Und ich werde meine Aussagen über meinen "Lieblingsautoren" endgültig ändern müssen. Er ist nicht mehr mein Lieblingsautor, sondern er hat viele Bücher geschrieben, die zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Schade. Man sollte aufhören, solange man noch schreiben kann.

Fesselnd wie zu seinen besten Tagen (5 von 5 Punkten) schreibt T.S. aus Bremen
Ohne was vom Inhalt zu verraten. King hat Recht behalten, wenn er sagt, dass er von Anfang bis Ende in diesem Buch das Gaspedal durchtritt. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Bitte mehr davon. Tolle Story, tolle Charaktere, wie immer überspitzt und nur allzu leicht projezierbar auf die heutige USA.
5 Sterne!

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