Das maurische Spanien: 800 Jahre islamische Hochkultur in Al Andalus

Von Andre Clot

Übersetzer: Harald Ehrhardt
Buch, Gebundene Ausgabe, 327 Seiten, 3. Auflage
Erschienen: 1. Oktober 2004
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Patmos
Verkaufsrang: 44306 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783491961166
ISBN-10: 3491961165
ASIN: 3491961165 (Amazon-Bestellnummer)
Das maurische Spanien: 800 Jahre islamische Hochkultur in Al Andalus
In seinem Buch entfaltet André Clot ein einzigartiges Panorama des arabischen Spaniens, des einst in aller Welt berühmten Landes Al Andalus. Das Werk besticht durch die farbige Schilderung des Lebens in Al Andalus, des Handels, Handwerks, der blühenden Agrikultur und nicht zuletzt der Künste, Architektur und Wissenschaften. Durch seine Weltoffenheit wurde Al Andalus zum Zentrum der Begegnung zwischen Ost und West, dessen Ausstrahlung auf die europäische Kultur des Mittelalters und der Neuzeit unermesslich ist.

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 5 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
Das verdrängte "dritte" Erbe Europas ! (5 von 5 Punkten) schreibt G.M. aus Osnabrück
Das Buch bietet einen ausführlichen Einblick in das Geschehen Al-Andalus.

Leider wenig und dazu noch in schlechter Qualität bebildert und gewisse Schreibfehler bei islamischen Namen,wie z.b. "Abd ar"-Rahman wird Abdul Rahman ausgeschrieben.



Preisgünstige Einführung - mit gewissen Defiziten ... (2 von 5 Punkten) schreibt B.R.
Wer sich für die Geschichte Andalusiens zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert interessiert, bekommt hier einen preisgünstigen Überblick. Wobei der ursprüngliche Preis von 29,90 EUR für mich ein "Mondpreis" ist - 9,95 EUR ist für das Buch eher angemessen; von dem vermeintlichen Sonderangebot sollte man sich also nicht täuschen lassen. Die "zahlreichen" Abbildungen, die in dem Buch enthalten sein sollen, beschränken sich übrigens auf wenige schwarz-weiß Bilder von eher minderer Qualität ...
Die Geschichte wird hier insgesamt recht umfassend dargestellt und das Buch liest sich auch weitgehend ganz gut. Ein paar Defizite trüben allerdings den Gesamteindruck. Am meisten gestört hat mich, dass im ganzen Buch keine einzige Karte abgedruckt ist. Manchmal hätte das zum Verständnis wirklich viel beitragen können. Dann gibt es ein paar inhaltliche Schnitzer, die einem Historiker nicht passieren sollten. So wird Abd ar Rahman im Januar 750 aus Damaskus vertrieben und kommt nach fünfjähriger Irrfahrt nach Spanien. Dort wird er Mitte 751 zum Emir von Al Andalus. Auch dem Lektor und dem Übersetzer traue ich nicht immer. So wird bei der Vorstellung des Philosophen Maimonides von der "Immoralität der Seele" (S. 214) gesprochen. "Immortalität" sagt mir etwas - aber hat die Seele auch etwas mit der Moral zu tun? Das war mir bislang neu! Und ein gewisser Mundhir schafft es sogar (S. 87) eine Festung zu belagern, in der er sich selber verschanzt hat!
Fazit: Eine preisgünstige Einführung in die Geschichte Andalusiens mit ein paar Aussetzern und leider ohne Karten. Bei 9,95 EUR kann man sich den Kauf überlegen - aber ein 5-Sterne-Meisterwerk ist dies wahrlich nicht!


800 Jahre islamische Kultur auf europäischem Boden (5 von 5 Punkten) schreibt T.R. aus Düsseldorf
Heinrich Heine hat es bedichtet, Rainer Maria Rilke und Irving Washington haben es aufgesucht und nicht zuletzt Hemingway hat es berühmt gemacht: das maurische Spanien. In einem 300-seitigen Buch hat der Franzose André Clot seine Geschichte beschrieben. Es ist eine Geschichte von blutiger Eroberung, Kampf und Krieg, Intrigen, Verfolgung und Ausmerzung, aber auch eine des Glanzes, der Kunst und der Bildung. Über 800 Jahre haben die islamischen Mauren auf diesem Südzipfel des europäischen Kontinents geherrscht und mit dieser Schnittstelle zwischen Orient und Okzident auch den Weg des restlichen Europas mitbestimmt. So wurde beispielsweise das restliche Europa im 12. Jahrhundert der Schriften des Aristoteles nur über den Umweg der Übersetzungen aus dem arabischen gewahr, wodurch die beginnende Universitätskultur mächtig aufgewirbelt wurde. Aber diese Form des Kulturhandels blieb letztlich doch nur ein Nebenprodukt in einer Auseinandersetzung, in der es vornehmlich um geographische Besitzansprüche ging.
Satt und üppig erzählt Clot von den Eroberungen im südlichen Spanien: Von Tarik, dem Berber, der 711 von Marokko in Spanien einfiel und die Westgoten vernichtend schlug - auch weil die Juden im Lande sich auf die Seite der Berber schlugen. Mit dem syrischen Königssohnflüchtling Abd al Rahman beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte Al Andalus. Es folgen Clan- und Stammesfehden ziwschen den Berbern und Syrern. Im 9. Jahrhundert fielen die Wikinger gnadenlos über das Land her. Hakam und Hakam II begründen im 10. Jahrhundert eine gewaltige Bibliothek, die in Europa ihresgleichen sucht. Bücher werden aus allen Teilen der Welt angeschafft, gesammelt, abgeschrieben und übersetzt. Der Emporkömmling al Mansur holt im 10. Jahrhundert erneut die Berber ins Land, was den Untergang einleitet. Diese Almoraviden sind ein Muster strenger Frömmigkeit, mit der sie die andalusische Bevölkerung unterdrücken. Im 11. Jahrhundert bekämpfen die marokkanischen Almohaden die Almoraviden. Zu diesem Zeitpunkt weist die andalusische Bevölkerung die kurioseste Durchmischung auf. Die Mehrheit bilden die Berber, die tonangebende Schicht stellen jedoch die Araber aus Syrien und Ägypten dar. Hinzu kommen versklavte Germanen aus dem europäische Norden sowie Sklaven aus Schwarzafrika. Einen großen Bestandteil der Bevölkerung machen die Juden aus. Es gibt des Weiteren die große Anzahl der Konvertiten, die beim Einfall der Araber zum moslemischen Glauben übertraten sowie die christlichen Mozaraber, die zwar Christen blieben, aber ansonsten Sprache und Kultur der Herrscher aufnahmen. Es wurde sogar nötig, die Bibel ins Arabische zu übertragen, weil sie sonst niemand mehr verstand.
Das für das westliche Denken herausragenden Ereignis war freilich die Übersetzung des Aristoteles ins Lateinische durch Gerhard von Cremona im 12. Jahrhundert. Langsam kam über die Jahrhunderte dann die Reconquista in Gang und 1492 hat das arabische Europa ein Ende - freilich auch hier mit großen Verlusten und unabsehbaren Folgen wie zum Beispiel die restlose Vertreibung der Juden aus Spanien.
Cot präsentiert eine packende und lebhafte Geschichte, die uns allerdings so fremd ist, dass sie schwerlich bei einmaliger Lektüre voll verständlich wird.

Thomas Reuter


Ein Buch, ein Thema, ein Volltreffer. (5 von 5 Punkten) schreibt M. aus Berlin
Dieses Buch ist nicht nur etwas für Mittelalterbegeisterte oder Geschichtsinteressierte.
Dieses Buch, obwohl von einem Historiker geschrieben, liest sich so leicht und spannend das es für Jedermann der seinen Horizont erweitern will und auch gleich etwas lernen möchte geignet ist.
Ein facettenreiches Buch das Informationen und Fakten dem Leser bietet, welche sich von der Eroberung bis zum Untergang der muslimischen Herrschaft auf der iberischen Halbinsel erstrecken.
In verschiedenen Abschnitten wird der Leser nicht nur an die verschiedenen Dynastien und "Zeitalter" sowie derer Hauptprotagonisten herangeführt, sondern es wird verständlich gemacht wie eine Handvoll Männer ein solch Kühnes Unternehemn bewältigen konnten und sich auf einen fremden Kontinent so lange festsetzen konnten.
Ebenso warum und wie diese blühende Kultur sich selbst zum Scharfrichter wurde.
Auch die berühmtesten Errungenschaften der Wissenschaftler aus Andalusien werden nicht ausgelassen.
Gespickt mit Details und Fakten ist das Buch eine Bereicherung für jede Büchersammlung und ein muss wenn man sich mit dem Thema befässt.
Ein Kauf der sich für mich auf alle Fälle gelohnt hat.

wahre Geschichte (5 von 5 Punkten) schreibt ".
Der Autor setzt zu einem lebendigem Durchgang durch die lange Zeit im Dunkel der Geschichte liegende Vergangenheit der Mauren an. Vor allem hat man das Gefühl das lebendige Geschichte vermittelt wird und keine Märchen aus 1001 Nacht. Toll

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