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Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 9 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Ein hervorragender erster Teil, gefolgt von einem schwächeren zweiten (4 von 5 Punkten) schreibt K.L. aus Thriller-Autor Vor ein paar Wochen wollte ich mich näher mit dem Thema "Ernährung im Mittelalter" beschäftigen, zu dem es bereits mehrere Darstellungen im Internet gibt. Nach einigem Stöbern bei Amazon entschied ich mich für für Fossiers vielgerühmte Darstellung des mittelalterlichen Lebens insgesamt und für Schuberts detaillierte Abhandlung über das Essen und Trinken dieser Epoche (Essen und Trinken im Mittelalter). Als Einstieg ist Fossiers Werk, das nicht zuletzt durch seinen bemerkenswerten Preis und sein wunderschönes Design besticht, bestens geeignet. Höchst anschaulich und ungeheuer atmosphärisch beleuchtet der Autor den Alltag der "einfachen" Leute, vom Familienleben über das Wohnen und Arbeiten, Tiere und Pflanzen bis eben - genau - hin zum Essen und Trinken. En passant räumt er mit dem einen oder anderen Vorurteil auf, etwa was die Stellung der Frau oder die Rolle der Kirche angeht. Der Leser erfährt, wie karg der mittelalterliche Mittagstisch in der Regel gedeckt war, weshalb der regelmäßige Genuss von Wein nicht unbedingt ein Zeichen von allzu großer Freude am Rausch war, sondern eine Frage der Gesundheit angesichts des häufig unreinen Wassers und dass die Frage, welches Wild gegessen wurde, nicht unbedingt vom jeweiligen Stand abhing. Fossier schreibt locker und durchaus launig und macht das Mittelalter lebendig. Leider - und das ist mein einziger Kritikpunkt (wenn auch nicht gerade ein kleiner) - gilt das nur für den ersten Teil des Buches. Im zweiten Teil begibt er sich auf eine etwas spirituelle Ebene und verlässt dadurch gerade sein eigentliches Thema, nämlich den Alltag der "ganz normalen" Menschen. Für denjenigen, der anschließend näher in das Thema Essen und Trinken im Mittelalter einsteigen will, ist Schuberts Werk praktisch ein Muss. Dort, wo Fossier zwangsläufig an der Oberfläche bleiben musste, geht Schubert ins Detail: Brot und Salz, Rind und Schaf, Hering und Stockfisch, Gemüse und Kräuter, Wein und Bier, Mahlzeiten und Tischsitten - nichts, wirklich nichts bleibt unbetrachtet. Das Werk will und soll zweifellos wissenschaftlichen Ansprüchen genügen (und tut dies auch); ich hätte mir manchmal Schuberts Akribie bei der Recherche gemixt mit Fossiers Lockerheit bei der Darstellung gewünscht, denn stellenweise ist Schuberts 400-Seiten-Buch schon ein wenig zähflüssig. Dennoch hat man nach seiner Lektüre ein umfassendes Bild, wie unsere Vorfahren im Mittelalter gegessen und getrunken haben. Schubert kann sich mehrfache Seitenhiebe gegen die heutigen "Essen wie im Mittelalter"-Anpreisungen von Restaurants und Stadtfesten nicht verkneifen, und nach der Lektüre seines Buches wird man ihm aus ganzem Herzen zustimmen. Auch optisch ist das Buch übrigens gelungen, das Cover stimmt auf das Thema bestens ein. Leider ist das Buch im wörtlichen Sinne recht schwer und deshalb als Nachtlektüre im Bett nicht ganz so gut geeignet :-). Fazit: Zwei weitgehend gelungene Bücher, die sich einführend und vertiefend dem hochspannenden Thema "Essen im Mittelalter" widmen. Pseudo-wissenschaftlich und pseudo-vergnüglich (2 von 5 Punkten) schreibt K.W. Dieses Buch hat mich immer wieder geärgert. 1. Ein trockenes wissenschaftliches Buch voller Zitate und Quellen KANN ich der Information wegen lesen (Ernst Schubert). 2. Ein witzig geschriebenes und fachlich nicht ganz so anspruchsvolles Buch MAG ich zur Unterhaltung lesen. In diesem Buch versucht Robert Fossier beides gleichzeitig zu vollbringen, was ihm in meinen Augen sehr viel Glaubwürdigkeit nimmt und ihn mir stellenweise unglaublich arrogant erscheinen lässt. Immer wieder widerspricht er seinen eigenen Aussagen. Dauernd hat man den Eindruck, keine Tatsachen, sondern einfach Dahingesagtes á la "wie ja jeder weiß" und "alle Fachleute sagen A, ich aber sage B" zu lesen. Ich habe schließlich versucht die arroganten und betont "witzigen" Passagen zu überfliegen und nur die nackten Tatsachen aus den Kapiteln zu lesen. Ich habe aufgegeben, denn auch die Struktur des Buches scheint nicht konsistent. Fossiers Strukur und Humor scheinen sich mir nicht zu erschließen. Die Informationen über das Mittelalter sind mir zu unstrukturiert gestreut. Ich fand dieses Buch nicht spannend und inhaltlich sehr enttäuschend und widme mich lieber meinen anderen Mittelalterbüchern. Bester Lesestoff (natürlich aus Frankreich !) (5 von 5 Punkten) schreibt J.K. Ich gebe den positiven Rezensenten uneingeschränkt Recht : ein interessanter & lohnender Blick auf`s Mittelalter, auch wenn man schon viel übers Mittelalter gelesen hat. Geschrieben natürlich, muss ich sagen, von einem französischen Autor. Es deprimiert, wenn man dann sieht, wie manche deutsche Professoren der "alten Garde" (noch immer) versuchen, den endlos ausgeleierten & faden Themen wie z.B. Canossa wieder einmal (zum wievielten Mal eigentlich ??) "ganz neue" Seiten abzugewinnen. Es ist nicht alles Gold was glänzt (3 von 5 Punkten) schreibt C.B. Das Buch ist tatsächlich launisch geschrieben, witzig und leicht zu lesen und dennoch fehlt es an einigen wesentlichen Punkten. So gibt es weder ein Quellenverzeichnis noch bibliographische Angaben. Was mich aber tatsächlich stört, sind einige schulmeisterliche Passagen und Witzversuche, die allzu billig daherkommen. Hier ein Beispiel von Seite 231: "Der Mensch...ist entschlossen diese (die Tiere Anm.) zu beherrschen, nicht zuletzt weil Gott ihm diesen Aufgabe zugewiesen hat. Allerdings waren sich mit Ausnahme einzelner Hunde oder Pferde die fraglichen Tiere dieser Tatsache wohl niemals wirklich bewusst... Ebenfalls störend sind zahlreiche Widersprüche im Text. Egal ob es das durchschnittliche Heiratsalter der Männer ist, das einmal 18 Jahre dann wieder 28 Jahre ist. Oder diese Passage: Auf Seite 205 schreibt der Autor: "Und schon damals wurde versucht, den Delfin als Freund des Menschen zur Fischerei abzurichten, wenn auch mit mäßigem Erfolg." Auf Seite 241 erfährt man dann aber: "Seltsamerweise hat man niemals versucht, die Dienste des Delfins beim Fischfang in Anspruch zu nehmen..." Was nun? - das fragt man sicher leider allzu oft. Absolut lesenswert! (5 von 5 Punkten) schreibt H.S. aus Büdelsdorf Zufällig bin ich vor 2 Tagen auf das Buch von Robert Fossier gestoßen. Ich habe bisher noch kein Buch über das Mittelalter in den Händen gehabt, das ich mit solchem Vergnügen gelesen habe. Für jemanden, der sich zur Zeit "wissenschaftlich" mit mittelalterlichen Themen befassen muss, ist "Das Leben im Mittelalter" eine Erholung. Keine Fußnoten, keine Quellen- und Literaturangaben, die vom Text ablenken können: das ist pures Lesevergnügen. Die 5 Sterne sind verdient. Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
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