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Im Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 29 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Mittendrin statt nur dabei ......... (5 von 5 Punkten) schreibt n. aus Kurpfälzer ..... oder mitgefangen, mitgehangen! Zunächst ein Kompliment an das Vorwort des Journalisten und Schriftstellers Ralph Giordano, der als Betroffener des Holocausts dies fair und sachlich verfasste, abseits der üblichen Schuld-Kult-Dogmen. Es ist die Geschichte des Rochus Misch, seine Sicht der Dinge, seine Wahrheit und sie klingt glaubhaft und nachvollziehbar. Die Geschichte eines einfachen Mannes, der zu einer ungewöhnlichen Zeit, eine besondere Aufgabe hatte. Der SS-Mann Rochus Misch war der Leibwächter, Kurier, Fahrer und letztendlich Bunkertelefonist des Führers Adolf Hitler. Misch diente, nicht mehr und auch nicht weniger, als Veteran des Polenfeldzuges und im Zentrum der Macht des dritten Reiches. Er war kein Macher und kein Verantwortlicher der NS-Herrschaft, er relaiviert, verharmlost und verniedlicht nicht, will sich für nichts entschuldigen oder um Verzeihung bitten. Warum auch? Es ist Zeitgeschichte wie er sie erlebt hat, er hat sie nicht beeinflusst. Er erlebte die Anfänge des dritten Reiches, dessen Untergang und Suizid Hitlers aus einer ganz besonderen Perspektive, manchmal näher als ihm lieb war. Doch seine Geschichte endete nicht mit der Niederlage Deutschlands, viele Jahre der Zwangsarbeit, Folter und Erniedrigung folgten. Dem Tot ins Auge zu sehen war Misch nicht fremd und mitunter hatte dieser seinen Schrecken verloren und erschien ihm gar als erstrebenswerte Alternative. Doch Misch wäre eben nicht dieser Misch gewesen, geprägt von dieser Zeit, wenn er sich Frau und Kind gegenüber derart aus der Verantwortung gestohlen hätte, wie einige Verantwortliche des NS-Regimes. Wie auch Giordano, dem die NS-Ideologie die geliebte Mutter nahm, dem ehemaligen SS-Oberscharführer Misch, ohne zögern die Hand schütteln würde so geniessen auch diese beiden Personen meinen Respekt. "Misch, Sie werden natürlich noch gebraucht" , ist eine der Aussagen die sich diabolisch durch dieses Buch zieht und fast seinem Todesurteil glich. Ebenso zweckmäßig wie fachlich kompetent war der Epilog der Co-Autoren Burkhard Nachtigal und Dr. jur. Sandra Zarrinbal. "Natürlich werden Sie noch gebraucht Herr Misch, denn wir wollen Ihre Geschichte hören, Sie haben interessante Dinge zu berichten und wir hören gerne zu, Danke!" Sehr zu empfehlen (5 von 5 Punkten) schreibt A.L. Also ich kann das Buch nur weiterempfehlen, da es bei mir alle Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen hat. Was ich an dem Buch schätze, war auch das was der das Vorwort schreibende Ralph Giordano und die Co-Autorin bei Hr. Misch bemängelten, die fehlende Urteilsfähigkeit bzw. die Selbstrechtfertigung. Somit bleibt es dem Leser überlassen, durch die scharfe Beobachtungsgabe von Hr. Misch sein eigenes Urteil über ihn und andere zu bilden. Durch die Beobachtung seines näheren Umfeldes hat der Leser das Gefühl, alles selbst zu erleben und die beklemmende Enge des Bunkers noch stärker zu erfahren, als in dem Film "Der Untergang". Es fällt während des Lesen aber schwer den realen Hitler, den Hr. Misch erlebt hat, mit dem geschichtlichen Hitler zu verbinden. Jedenfalls hat mich das Buch darin bestärkt, dass zwar Hitler für vieles verantwortlich zu machen ist, aber man darf hier nicht vergessen des (fast jeder) in der Zeit mit etwas Macht auf seinem Gebiet ein kleiner Hitler war und somit die unheilvolle Maschinerie in Gang hielt (ein Bsp. wäre Bormann). Also viel Spaß beim Lesen. Noch so ein Schinken über das Dritte Reich? Nein! (4 von 5 Punkten) schreibt S.S. aus Berg / Rheinland-Pfalz Wird man aus heutiger Sicht, selbst bei Kenntnis aller historisch belegbaren Daten und Fakten, wirklich jemals in der Lage sein können, die Bereitschaft jener Generation, diesem menschenverachtenden System "blind" Folge zu leisten, nachvollziehen können? Was war mit Misch und dessen Kameraden, in Diensten des Führers, oftmals keine Mitglieder der Partei - mitunter allein wegen der Körpergröße oder sportlicher Leistungen (Olympiateilnehmer) auserwählt - in welche Rolle wuchs Zeitzeuge Misch selbst hinein, wie hat er sich und die Zeit, in der er lebte wahrgenommen - was hat ihn so nahe an den Mittelpunkt des Wahnsinns jener Jahre gebracht - an die Seite des wahnsinnigen Demagogen A.H., was hat ihn dazu bewogen, bis zum bitteren Ende im Dunstkreis der Nazis zu bleiben, 5 Jahre lang - und vor allen Dingen WARUM ist er bis zur letzten Stunde im Führerbunker geblieben? Interessant, fesselnd und mitunter abstoßend war es, dieses Buch zu lesen, die zahlreichen Fotos anzuschauen - die Perspektive von Rochus Misch zu teilen - und trotzdem blieben -zumindest aus meiner Sicht- Zweifel an dem "unpolitischen" Misch... - wie passt das eigentlich zusammen - im privaten Umfeld altgediente Sozialdemokraten um sich, am "Arbeitsplatz" das eigene Leben dem Oberhaupt dieses Terrorsystems anzudienen? Wenn Zeitzeuge Rochus Misch, z.B. im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20.Juli 1944, Claus Schenk Graf von Stauffenberg (immer noch) als "Kameradenmörder" bezeichnet, macht sich Gänsehaut breit - mir fehlte die Distanz, die Einsicht von Herrn Misch an mancher Stelle, er hatte hier die wohl beste Gelegenheit, nicht nur Zeugnis abzulegen, sondern auch seine, mit den Jahren, gewonnene Erkenntnis bzgl. des wahren Wesens seines alten "Arbeitgebers", zu Papier zu bringen, verpasst - der geschilderten Perspektive jener Tage haftet ein bisweilen fast schon "verharmlosendes" Gschmäckle an.... Die Atmosphäre der gewählten Schilderungen ist sehr dicht und ernüchternd zugleich -so z.B., die Schilderungen von Misch, dass man Hitler hätte leicht ausschalten können, dass dieser sich offenbar stets in Sicherheit fühlte und dabei auf umfangreich vermuteten Personenschutz oftmals sogar ganz verzichtete - siehe hier z.B. die zahlreichen Schilderungen bzgl. der mangelhaften Absicherung der Führerwohnung... Ich empfehle übrigens, den am Ende dieses Buches abgedruckten Epilog der Co-Autorin Dr. Sandra Zarrinbal, noch vor Beginn der eigentlichen Lektüre zu lesen - diese Vorgehensweise eröffnet dem interessierten Leser dieses ausergewöhnlichen Zeitzeugenberichtes, während der Auseinandersetzung mit Rochus Misch selbst, einen noch schärferen Blickwinkel... Empfehlung für Interessierte! (5 von 5 Punkten) schreibt M.O. Mir ist das Taschenbuch beim schmökern in einem Buchladen aufgefallen. Zuerst dachte ich "nicht schon wieder so ein Versuch mit dem Thema 3. Reich Geld zu machen..." Allerdings habe ich bereits beim überfliegen bemerkt dass dem nicht so ist. Über den Inhalt möchte ich nicht viele Worte verlieren, ich empfehle es jedem Geschichtsinteressierten der mehr über das Umfeld Hitlers und dessen Hintergründe und Abläufe erfahren will. In schöner Regelmäßigkeit sieht man im TV Bilder vom Berghof oder der Reichskanzlei. Mit diesem Buch bekommen diese Bilder auch einen Hintergrund, man weiss wie sie enstanden sind und welche wichtigen oder belanglosen Geschehnisse damit verbunden sind. Faszinierend für mich sind die Schilderungen über den privaten Hitler. Faszinierend deshalb, weil das Bild Hitlers in den Medien und der Berichterstattung durchwegs nur mit negativsten Assoziationen besetzt ist. Der Dämon und Massenmörder ist jedem geläufig. Aber kann und soll man, auch wenn es sich um Hitler handelt, diesen so radikal darauf reduzieren? Dieses Buch bricht mit dieser Methodik. Hier wird auch etwas über die private, menschliche Seite Hitlers erzählt. Und das keineswegs in einer glorifizierenden oder anbiedernden Weise, sondern aus den Augen des Menschen Misch wie er den Menschen Hitler erlebt hat. Das macht den Reiz des Buches aus. Was mich auch sehr erschüttert hat war die Beschreibung der Gefangenschaft in Russland und die erlittenen Misshandlungen/Folterungen. Guantanamo ist dagegen wohl ein Kindergarten. Aber eine Beschreibung hat in mir absoluten Ekel, Abscheu und wirkliche Betroffenheit ausgelöst: Die Beschreibung als die Leichen der Goebbels Kinder von den Russen zur Schau gestellt wurden, und die Berliner Bevölkerung auf sie spuckte und mit Steinen warf. (Dies hat Misch jedoch nur durch Augenzeugenberichte erfahren, nicht persönlich miterlebt.....sein Glück). Es geht einem schon sehr nahe wenn Misch beschreibt was für liebe Kinder es waren, wie sie ganz unbefangen im todgeweihten Bunker gespielt und ihn liebevoll gefoppt hatten (...Misch, Misch du bist ein Fisch...), und sich dann vorzustellen wie die toten Kinder dann "missbraucht" wurden, ekelhaft! Es gibt aber auch etwas auszusetzen. Das Vorwort von Ralph Giordano. Dieser Abschnitt wirkt deplaziert und ist wohl der Political corecctness geschuldet. Quasi: Wenn Giordano als moralische Instanz keine grossen Einwände hat dann dürfen das Buch auch die normalen Leute auch lesen. (Was interessiert den Leser das Wohlbefinden Giordanos als er sich in den 90er Jahren auf dem Gebiet des Obersalzbergs aufhielt?!) Genauso verhält es sich mit dem Epilog von Frau Zarrinbal. Geradezu peinlich berührt ist man wenn man Aussagen von Ihr liest ..... "...der Leibwächter des Teufels..." , "...er konnte Hitler doch leicht mit seiner Pistole erschießen, warum hat er das nicht getan...?" oder "...bei manchen Erzählungen Mischs mochte man am liebsten dazwischenfahren...". Welches Ziel verfolgte sie denn an der Mitwirkung an diesem Buch wenn ihr Urteil schon im Vorfeld feststand, was sich ja zweifelsfrei an ihren Aussagen festmachen lässt? Mich wundert es das Misch diesen Epilog von Frau Zarrinbal freigeben hat (wenn er dazu vom Verlag überhaupt gefragt wurde). Naja.....diesen Seitenumfang hätte man besser für weitere Erzählungen Mischs (z. B. seine Kenntnisse über Verschwörungen und Verrat) verwendet, das wäre ein Mehrwert für den Leser gewesen anstatt derer absolut überflüssigen und deplazierten Epiloge die nur so von political correctness und moralischen Vorhalten triefen. Nichtsdestotrotz vergebe ich 5 Punkte (das Vorwort Giordanos und den Epilog Zarrinbals nehme ich davon ausdrücklich aus)! Der letzte Zeuge (5 von 5 Punkten) schreibt h. Mit Rochus Misch, dem Telefonisten, Kurier und Leibwächter Adolf Hitlers, hat vielleicht der letzte Zeitzeuge aus dem direkten Umfeld Hitlers seine "Memoiren" vorgelegt. Das Buch ist durchaus interessant, man muss es aber natürlich als das verstehen was es ist: ein Bericht einer Person, die zwar im Machtzentrum des Deutschen Reiches arbeitete, aber von den Vorgängen aufgrund seiner Funktion nur indirekt und bruchstückhaft erfuhr. Obwohl seine Ausführungen zu diversen Ereignissen - insbesondere zum "Englandflug" von Rudolf Hess, dem Hitlerattentat 1944 und den letzten Tagen im Führerbunker - durchaus interessant sind, so lebt das Buch doch eher von seinen Erlebnissen im Tross von Hitler und seinen persönlichen Einschätzungen und Eindrücke von Personen wie Bormann, Goebbels, Fegelein, Eva Braun, etc. etc. und natürlich Adolf Hitler. Ich möchte bei dieser Rezension auch etwas auf die heutigen Reaktionen zu diversen Zeitzeugenberichten eingehen (Skorzeny, Manstein, Below, etc.), die angeblich zu subjektiv seien und - als weiterführender Vorwurf - nichts aus der Geschichte gelernt hätten und ewig Gestrige seien. Oftmals hat man den Eindruck, dass diese Leute nur alleine eine komplette Distanzierung mit dem Nazi-Regime lesen wollen, der restliche Inhalt derartiger Literatur wird mit diesem Fokus oftmals mehr oder weniger gänzlich ausgeblendet, auch wenn er historisch gesehen vielleicht höchst interessant ist. Fakt ist, dass wenn man derartige Bücher in die Hand nimmt, überhaupt keine objektive Darstellung erwarten kann und darf. Das würde diesen Büchern auch garnicht gerecht werden. Churchills "Der Zweite Weltkrieg" ist auch nicht objektiv, aber dennoch ein großartiges Buch. Es geht darum, diese Bücher als historische Quellen zu verstehen, selbst wenn sie die Nazi-Herrschaft glorifizieren. Misch tut dieses im übrigen nicht, er bleibt distanziert und man hat den Eindruck, dass er zwar mit sich im Reinen ist, mit einer persönlichen Aufarbeitung aber überfordert ist und rückblickend die Nazi-Zeit eher mit einem ungläubigen Schulterzucken quittiert. Das ist vollkommen in Ordnung. Entsprechend greift auch Ralph Giordanos ebenso faires wie interessantes Vorwort etwas zu kurz: Sein Einteilung in "geschichtsrelevanter und nicht geschichtsrelevanter Hitler" wird weder der Person Hitler noch der heutigen Geschichtsforschung gerecht. Denn gerade bei einer Person wie Hitler gibt es nichts, was nicht geschichtsrelevant wäre, und seien es Banalitäten aus seinem Privatleben. Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
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