Der Fänger im Roggen

Von J. D. Salinger

Übersetzer: Eike Schönfeld
Buch, Taschenbuch, 272 Seiten, 12. Auflage
Erschienen: 2. Januar 2004
Sprache: Deutsch
Herausgeber: rororo
Verkaufsrang: 1014 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783499235399
ISBN-10: 3499235390
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Der Fänger im Roggen
Beim ersten Mal Lesen konnte ich ihn auf Anhieb nicht ausstehen: Holden Caulfield, der Held in Jerome David Salingers Der Fänger im Roggen ging mir mit seinen naseweisen, altklugen Lebensbetrachtungen ziemlich auf den Wecker. Ein paar Jahre später fiel mein Urteil anders aus: Holden durchschaut und schildert in seinem schnodderigen Jugendjargon die oft so verlogene Welt der Erwachsenen. Und weil er merkt, daß er auf der Schwelle zu eben dieser Erwachsenenwelt steht, wehrt er sich dagegen, sich dort einzufügen.
So ist er gerade aus dem vierten Internat geflogen, weil seine schulischen Leistungen in fast allen Fächern ungenügend waren. Zurück in New York steigt er zunächst in einem zwielichtigen Hotel ab, da er sich nicht gleich bei seinen Eltern sehen lassen will. Die nun folgenden Begegnungen und Gespräche mit den verschiedensten Leuten machen seine Sensibilität und seine Gefühlsverwirrung deutlich, die er hinter einer coolen Fassade nur sehr unzureichend zu verstecken vermag und gipfelt schließlich in dem berühmt gewordenen Satz "Ein Pferd ist doch wenigstens menschlich".
Holden träumt von einer einsam gelegenen Blockhütte irgendwo im sonnigen Westen, in der er seine Kinder vor den Erwachsenen verstecken möchte. Doch im Gespräch mit seiner kleinen Schwester Phoebe wird deutlich, daß er nicht weiß, was er mit sich und seinem Leben tatsächlich anfangen soll. Und genau das ist es, was Salingers Roman auch fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen noch so aktuell sein läßt - denn diesem Problem müssen sich die Heranwachsenden jeder Generation aufs Neue stellen. -Elisabeth Lang

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 143 Bewertungen)

Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement)
Absolute Zeitverschwendung. (1 von 5 Punkten) schreibt L.L. aus Zwickau, Deutschland
"Der Fänger im Roggen" ist eines der wenigen Bücher, die ich mit Gewalt zu Ende gelesen habe und wirklich niemandem empfehlen kann. Nicht nur, dass es absolut langweilig ist, weil einfach keine richtige Handlung zu Stande kommt, nein, die Ausdrucksweise des Protagonisten ist noch viel schlimmer. Jeder zweite Satz endet auf "und so". Für mich kamen einfach überhaupt keine Gefühle an, da mich diese miese Ausdrucksweise extrem gestört hat. Deshalb konnte ich mich auch gar nicht mit dem Protagonisten identifizieren, was beim Lesen eines guten Buches für mich wichtig ist.
Ich war schon nach wenigen Seiten mehr als genervt und war sehr glücklich, als ich es endlich durch hatte, denn leider musste ich es für die Schule lesen.
Was ich nun nicht verstehen kann ist, wieso so viele dieses Buch so gut einschätzen. Ich lese sehr viel, aber so etwas schon ausdrucksmäßig Schlechtes ist mir noch nie untergekommen. Selbst, wenn der Autor damit versuchen wollte, die Jugendsprache zu treffen, so ist es ihm meiner Meinung nach nicht gut gelungen. Meinen Geschmack traf es jedenfalls überhaupt nicht.
Fazit: Für mich war jede Seite, die ich gelesen habe, reine Zeitverschwendung. Ich wusste hinterher nur eines mehr: Dieses Buch wird den Weg in meinen Bücherschrank nicht schaffen.

Wie ein Fisch auf dem Trockenen (5 von 5 Punkten) schreibt R.D. aus Luzern, Schweiz
Der Fänger im Roggen ist ein Meisterwerk auf Messers Schneide. Gekonnt lässt J. D. Salinger seinen widersprüchlichen Helden auf schmalem Grat balancieren. Ebenso auf der Kippe steht der Roman selbst; seit mehreren Jahrzehnten bereits trotzt Der Fänger im Roggen allen Bemühungen der Kritik, ihn auf die eine oder andere Seite zu ziehen. Salingers Schreiben dreht sich fast ausschließlich um eine einzige Frage: Ist es möglich, die Unschuld der Kinderjahre gegen die Zwänge des Erwachsenenlebens zu verteidigen, und wenn ja, zu welchem Preis? Vielleicht ist es die Anmaßung in dieser Frage, die noch heute den Leser erregt: Ist doch der Begriff der Erbsünde ein Urbestandteil unserer christlich geprägten Kultur; die Unschuld des Menschen gilt uns als unwiederbringlich verloren. Salingers Held Holden Caulfield ist wie der Mensch vor dem Sündenfall: unreif, überspannt, verstört, wie ein Fisch auf dem Trockenen. Dennoch führt Salinger ihn nicht vor, sondern fixiert ihn mit Fingerspitzengefühl auf dem Nullpunkt zwischen Sinn und Unsinn, zwischen Noblesse und Narrheit.



Warum? (3 von 5 Punkten) schreibt A.H. aus Hessen
Das habe ich mich bei der Lektüre gefragt... Was treibt jemanden dazu dieses Buch zu schreiben oder zu lesen.
Ich nutze im moment ein wenig meiner Zeit um literarische Werke zu studieren die man gelesen haben MUSS. Dieses zählt nicht dazu.
Ich kann nicht beurteilen, ob das Werk einfach der Zeit enwachsen ist oder ob es schon immer so belanglos und nebensächlich war wie es mir erscheint. Die Geschichte erzählt nichts, was ein mittelmässig rebellischer 13 Jähriger in Zeiten des Komasaufens und des Unterschichtenfernsehens auf RTL nicht jedes Wochenende erlebt. Alles in allem zwar halbwegs gut zu lesen, aber keinesfalls dem Kultstatus entsprächend, den es genießt.

Musste das sein? (1 von 5 Punkten) schreibt P.W. aus Erfttal
Mein Urteil vorab: Die 'alte' Übersetzung von Muehlon/Böll//Böll gefällt mir besser. Die Neuübersetzung war überflüssig, das Lesen wird weder erleichtert noch vergnüglicher.

Ich weiß nicht, warum dieses Buch so ein großer Erfolg war. Ich habe es vor gut 30 Jahren gelesen und hatte es in guter Erinnerung. Nach der erneuten Lektüre (der Neuübersetzung), weiß ich nicht mehr warum. (Nein, ich war bei der Erst-Lektüre nicht mehr in der Pubertät.)(Mit H. P. Lovecraft ging es mir vor ein paar Tagen ähnlich: In guter Erinnerung, neu gelesen, nur noch lächerlich gefunden.)
Das Buch ist langweilig, langatmig und unlustig. Nicht mal lehrreich. Es ist kein Grund für das seltsame Verhalten des Protagonisten erkennbar. Ständig wird die Stimmung als deprimiert oder traurig beschrieben. Auch in Situationen, in denen dazu kein Anlass erkennbar ist. Als Normalo verstehe ich das nicht. Dazu braucht man wohl ein Psychologiestudium.

Der häufige Gebrauch der Formulierungen 'und so', 'oder was weiß ich', 'oder was' und erst 'das machte mich fertig' macht den Leser tatsächlich fertig. Normalerweise hätte ich das Buch nach wenigen Dutzend Seiten weggelegt, aber ich war gespannt auf die Wirkung der gelobten Neuübersetzung und wollte den neuen mit dem alten Text vergleichen, also habe ich mich bis ans Ende durchgekämpft. Sehr mühsam und wenig empfehlenswert.




Fänger im Roggen (5 von 5 Punkten) schreibt P.F. aus Harzkreis
Sollten alle Jugendlichen, die sich in einer Sinnkrise befinden oder überhaupt nach dem Sinn des Lebens fragen, lesen und ihre Schlüsse ziehen.
Als Salinger diese Erzählung schrieb war die Welt anders als heute. Aber bestimmte Stimmungen, Einstellungen und Probleme scheinen zeitlos zu sein.

 Weitere Lesermeinungen

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