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Kompromisslose Schöngeister und Moralisten mögen sich vielleicht an der häufigen Verwendung des Präfixes "scheiß" oder an seinen Hoheliedern auf Haschisch und Co. stören, doch nach Ansicht des Rezensenten macht ihn all das nur noch menschlicher, besser. Kurzum: Es macht ungeheuer Lust, seine Gedanken zu lesen. Eigentlich verschlingt man sie eher, denn mit jeder Seite steigt das Bedürfnis nach mehr Timmerberg. Wer nichts vorhat, dem kann es leicht passieren, dass er Shiva Moon in einem Rutsch durchliest. In dem mehr als 200 Seiten starken Buch gibt es keine Fotos, keine Karten (gut: eine Skizze) und keine Telefonnummern von Hotels, dafür eine nahtlose Geschichte mit zwei Hauptrollen: Timmerberg selbst und Indien. Die Handlung: Das mehr als dreißig Jahre währende Liebesverhältnis der beiden. Doch keine Angst, anders als bei mancher Buchkonkurrenz wird der Subkontinent nicht als Yoga- und Ayurveda-Paradies verklärt. Sicher, die Yogahauptstadt Rishikesh kommt vor, auch Varanasi und Kalkutta, und jeder Indienfan wird viel Wahres und selbst Erfahrenes wiederfinden. Doch, und das ist das Besondere: Auch wer sich von Indien bislang nicht angesprochen fühlte, wird sich von der Art, wie Timmerberg erzählt, mitreißen lassen. Der Mix aus Be- und Verwunderung für und über die heraufziehende Weltmacht, aus Realismus und Ironie, garniert mit einigen handfesten und im Fließtext eingestreuten Reisetipps macht?s möglich. Da werden schonungslos die Tücken des Bahnfahrkartenreservierens und des "Bettlerspießrutenlaufens" genannt, und nur wenig später die Schönheit der Gangesquelle in den schillerndsten Farben beschrieben. Indien ist eben nicht schwarz oder weiß, Indien ist alles, und Timmerberg beherrscht es wie kein anderer, aus Tausenden von Farben ein prächtiges Kunstwerk zu zaubern. - Christian Haas Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 32 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Gut, aber nicht die Klasse eines Andreas Altmann (3 von 5 Punkten) schreibt S. Voller Vorfreude habe ich mir Shiva Moon gekauft und konnte es kaum erwarten, endlich mal einen Timmerberg zu lesen. Leider bin ich nach gut der Hälfte des Buches etwas enttäuscht. Stellenweise ist es zwar lustig, aber insgesamt doch recht langweilig. An die Klasse eines Andreas Altmann, von dem mit "Notbremse nicht zu früh ziehen!" auch ein Indien-Buch erhältlich ist, kommt Timmerberg nicht ran. Bei Altmann hat man stets das Gefühl, ein Mitreisender zu sein. So erfährt man extrem viel über Land und Leute. Altmann ist ein Menschenfreund. Zudem hat er die Gabe eines einzigartigen Formulierungsstils. Timmerberg dagegen lebt von vulgärer Sprache und (oftmals) oberflächlichen Witzen. Daher mein Tipp: Versucht es mal mit Altmann! einmal Indien und zurück (5 von 5 Punkten) schreibt T. Helger Timmerbergs Bücher sind großartig und gehören zu meinen bevorzugten Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenken. Bisher hat sich jeder gefreut und später ein positives Feedback gegeben. Besonders die, die ein Faible für Indien haben, sind von "Shiva Moon" begeistert und können es kaum noch aus der Hand legen. Ich kann sie verstehen, denn auch ich liebe es, mich beim Lesen der Passagen über die Rikschafahrt sofort wieder wie in Delhi zu fühlen. Hier der entsprechende Auszug in gekürzter Form für die, die noch nicht wissen, ob sie sich das Buch kaufen sollen: "Scarlets Yogalehrer bietet mir an, mich zum Bahnhof zu begleiten, um mir beim Kauf einer Zugkarte zu helfen. Wir nehmen eine Motorrikscha. Das ist ein Kraftfahrzeug mit drei Rädern. (...) Die Motorrikschas kosten nur halb so viel wie ein Taxi. Das ist ihr Vorteil. Ihr Nachteil: Bei einem Unfall hat man keine Chance. (...) Der andere Nachteil: Man sitzt an der frischen Luft. Es stimmt zwar, dass sie die Luftverschmutzung in New Delhi durch konsequente Umstellung aller öffentlichen Busse, Taxis und Rikschas auf Gasmotoren wieder so weit vermindert haben, dass eine offene Fahrt von Nizamuddin bis zum Hauptbahnhof nicht mehr dem Genuss von tausend Zigaretten gleichkommt, sondern nur noch dem Genuss der Hälfte, aber fünfhundert Zigaretten in dreißig Minuten sind eigentlich auch noch zu viel. (...)" Falls Sie dies noch nicht vollends überzeugt, das Buch wird es mit Sicherheit tun! Ein Muss! (5 von 5 Punkten) schreibt C. Nach 30 Seiten muss ich das Buch zur Seite legen. Ich kann vor lauter Lachen und Tränen davon die Buchstaben nicht mehr erkennen. Timmerberg schafft, was ich immer für unmöglich gehalten habe: Er beschreibt Indien, und das auf eine irrsinnig clever-witzige Art und lässt nichts aus, das dieses Land und die Eindrücke als "westlicher" Reisende prägt. Das Buch zeichnet sich durch einen leicht derben, humorvollen und sehr treffend formulierten Stil aus. Ich komme gerade selbst von einem 9-monatigem Aufenthalt in Delhi zurück und bin begeistert, wie exakt Timmerberg diese fremde Welt in seinem Buch beschreibt. Ein Muss für alle die schon einmal in Indien waren, die dies vorhaben oder sich sonst einfach für das Land interessieren. Herrlich! Welche Faszination der Subkontinent selbst auf einen Indienerfahrenen ausübt, spürt der Leser anhand der verblüffenden Anekdoten (5 von 5 Punkten) schreibt L. aus Butjadingen-Stollhamm, an der Nordseeküste Indien: Das Land, in dem alles irgendetwas mit "only" kostet, Zugtickets mit einem Formular, "das mal ein Visumsantrag werden will, wenn es groß ist", zu beantragen sind, und es sechsspurige Straßen gibt, "die gern auch zwölfspurig genutzt werden". - So humorvoll berichtet Helge Timmerberg von seiner Reise entlang des heiligen Flusses Ganges. Sein Weg, auf einer schwarz-weiß Karte am Buchende nachvollziehbar, führt von der eisigen Flussquelle im Himalaja bis zur Deltamündung am Indischen Ozean. Wer und was ihm unterwegs Kurioses widerfährt, beschreibt Helge Timmerberg in "Shiva Moon - Eine Reise durch Indien" mit einer vergnüglichen Portion Selbstironie, zum Beispiel wenn er sich fragt: "Sind Reiseschriftsteller über fünfzig ein ähnliches Phänomen wie Zuhälter über fünfzig, die auch nicht gut gewirtschaftet haben?" Als der Autor sich in den späten Sechzigern zum ersten Mal nach Indien aufmachte, auf dem Landweg, mit wenig Geld in der Tasche, wusste er weder, dass er Journalist und Reiseschriftsteller werden wollte, noch ahnte er, wie sehr ihn dieses Land in seinen Bann ziehen sollte. Zum Glück für uns Leser, resultierte aus dieser ersten Reise nicht nur der Entschluss, die Welt fortan mit hochwertigen Texten zu beglücken, sondern es entspann sich auch eine anhaltende Indiensehnsucht, die Anlass für zahlreiche weitere Besuche gab. Welche Faszination der Subkontinent selbst auf einen Indienerfahrenen ausübt, spürt der Leser anhand der verblüffenden Anekdoten und Begebenheiten, mit denen Helge Timmerberg aufwartet. Da gäbe es zum Beispiel die Geschichte vom "De-Luxe-Room" eines Hotels, der so sehr nach Verwesung stinkt, dass jeden Besucher der Brechreiz packt. "Es ist der Teppich. Er frisst sich selbst auf", stellt Helge Timmerberg fest. Die Pointe, warum die Angestellten den Teppich nicht einfach entfernen, sei hier allerdings nicht verraten, denn es lohnt zu sehr, sie lesend zu entdecken. Sind die Geschehnisse während der Reise allein schon erheiternd und gleichermaßen fesselnd, bewirkt die ungezwungen poetische und gleichzeitig von Ironie und Humor gezeichnete Sprache des Autors, dass man "Shiva Moon" überhaupt nicht mehr aus der Hand legen will. Zu Recht gilt Helge Timmerberg als einer der wichtigsten deutschen Vertreter des "New Journalism", eines literarischen, verdichteten Schreibens. In "Shiva Moon" fragt sich der Autor, ob er nach unzähligen Reisen nun endlich mit Indien fertig ist. Hat Indien seinen Reiz verloren, oder kommt Helge Timmerberg von diesem faszinierenden Land ebenso wenig los, wie der Leser vom nicht minder faszinierenden Buch? "Shiva Moon - Eine Reise durch Indien" garantiert Lesesucht! Indien ironisch verliebt (5 von 5 Punkten) schreibt R. aus HGW, D Zugegebener Maßen kannte ich Helge Timmerberg bis zu diesem Buch nicht (ein Fehler). Auf dem Weg nach Indien diente es als freundliche Einstimmung. Klasse! Ironisch, nicht beschönigen und doch verliebt in das Land. Das konnte ich auch selbst am Ende meiner Reise nachvollziehen. Besonders da mir viele Kapitel nicht mehr aus dem Kopf gingen. Was zum Teufel müssen die Inder nur für ein Immunsystem haben wenn sie in Varanasi im Ganges baden und das Wasser trinken, von dem Helge zu berichten weiss das es x millonen Coli u.a Bakterien enthält. Toller Autor und tolles Buch. 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