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Soweit, so gut. Aber bedeutet dies, dass man sich die Lektüre dieses mit großem Furor verfassten Werkes sparen sollte? Mitnichten! Denn vieles von dem, was der Evolutionsbiologe Dawkins gegen die Religionen vorbringt - denn nur gegen diese und nicht etwa gegen den nach seiner festen Überzeugung gar nicht existierenden Gott kann seine Kampfschrift ja gerichtet sein - lohnt es, dass man sich damit ebenso unvoreingenommen wie kritisch auseinandersetzt. Auch wenn man die Schlussfolgerungen des Autors nicht teilen mag, so bietet Der Gotteswahn doch einen, wenn auch sehr subjektiven Überblick der Genese der "Gotteshypothese", der gängigen Argumente für und wider die Existenz Gottes sowie der Wurzeln von Moral und Religion. Auch Dawkins Entwicklung seiner Hypothese, dass Religiosität nichts weiter als der Ausdruck einer - was freilich zu denken geben sollte, mehr als massenhaft vorkommenden und ergo wohl anthropologisch einigermaßen konstanten - psychischen Dysfunktion sei, lohnt nachvollzogen zu werden (und sei es auch nur, um sie für sich zu widerlegen). Über die Existenz oder Nichtexistenz Gottes freilich ist damit immer noch nichts Abschließendes gesagt. Aber das war ja auch nicht zu erwarten. Dawkins hat seinem Buch ein Zitat des 2001 verstorbenen Schriftstellers Douglas Adams vorangestellt, dem das Buch gewidmet ist: "Genügt es nicht zu sehen, dass ein Garten schön ist, ohne dass man auch noch glauben müsste, dass Feen darin wohnen?" Gewiss, so wollen wir meinen, das würde genügen. Aber wenn nun doch tatsächlich auch Feen darin wohnten? Wäre das wirklich so schlimm? Solange wir uns nicht um sie schlügen, wäre das doch eine feine Sache! Und wenn wir uns doch um sie schlügen, dann wären die Feen doch immer noch da?! Und so ist es am Ende doch wie immer: der Vorhang zu und alle Fragen offen. -Andreas Vierecke Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 267 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) humorvoll, nüchtern, keine Samthandschuhe (5 von 5 Punkten) schreibt A. Ein sehr empfehlenswertes und aufschlussreiches Buch. Selbst überzeugte Atheisten lernen hier noch eine Menge dazu (zum Beispiel über die wissenschaftlichen Ansichten zum Ursprung von Ethik und darüber, warum der Mensch eine Neigung hat, religiös zu werden). Es ist nicht, wie man denken könnte, bloß ein wütendes Pamphlet, sondern ein rationaler und nachvollziehbarer Erklärungsversuch, warum Religion kritischer betrachtet werden sollte. Die klare Sprache macht den Lesefluss unkompliziert und die fehlende (unbegründete) Ehrfurcht vor Religion, die nüchterne Sichtweise ohne Samthandschuhe ist sehr erfrischend. immmer druff! (5 von 5 Punkten) schreibt C.H. aus berlin rech hat er! wer den ganzen kram glaubt den uns die biebel/kirche verkaufen will kann genausogut an die existenz von entenhausen glauben. und kinder im grundschulalter mit dieser gehirnwäsche zu bearbeiten sollte verboten werden. ich zitiere: Ich sch****e auf die Kirche, ihren Papst und seinen Segen, ich brauch ihn nicht als Krücke, ich kann alleine leben! Falls Du das nicht kannst, ja falls Du ihn brauchst; Werde mit ihm glücklich, doch zwing mir nicht Deinen Glauben auf! Atheismus als Religion (1 von 5 Punkten) schreibt p. Fazit: Der Gotteswahn erbringt eine Auflistung unbeweisbarer, religiöser Dogmen und kirchlicher Missstände. Das Buch kritisiert Religion damit zu Recht. Der doppelte Boden des Buches besteht darin, dass Dawkins versucht zu suggerieren: Nachdem wir die Religion widerlegt und als unwahr enttarnt haben, ist der Atheismus die einzig vernünftige Haltung in Bezug auf die Frage nach der letzten Wirklichkeit. Der Gotteswahn erbringt jedoch keine rationalen Argumente für die atheistische These: "Materie ist mit höchster Wahrscheinlichkeit die letzte Wirklichkeit" Denn Widerlegungen religiöser Dogmen und Erklärungen wie sich Religion anderweitig entwickelt haben könnte (etwa durch einen Evolutionsvorteil) sind bestenfalls mögliche Theorien. Es gibt aber keinen Grund dieser Theorie eine sehr viel höhere Wahrscheinlichkeit zuzuordnen, als etwa einer Theorie die metaphysische Dinge postuliert (z.B. Seelen). Dawkins meint zwar (Kapitel 4), dass ein Gott, der das Universum erschaffen hat, komplex sein müsste und somit die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Gott gering wäre. Dies lässt sich aber bestenfalls auf die naive Gottesvorstellung anwenden, und hat mit der Beurteilung, ob metaphysische Dinge an-sich existieren wenig zu tun. Die Argumente laufen im wesentlichen nach folgendem Muster ab: "Religion ist so falsch ey!, du musst Atheist werden." Kritik: Die Wahrscheinlichkeit für ein Weltbild kann man nur anhand von vernunftmäßigen Überlegungen beurteilen, sie wird jedoch nicht durch das moralische Niveau (des jeweiligen Weltbildes) beeinflusst. Dawkins versucht einem das Atheistsein dadurch zu versüßen, indem er einen mit Sprüchen ködert wie: "Im Namen der Religion wurde soviel falsch gemacht, das kann niemand von der Hand weisen, komm schon, werd Atheist." "Wären alle Menschen Atheisten gewesen, wäre der Menschheit viel Leid erspart geblieben." "Es wurden so viele religiöse Dogmen widerlegt, daraus folgt, dass außer Materie nichts existiert." Das unseriöse an der Gotteswahn ist der doppelte Boden mit denen Dawkins seine Argumente versieht. Er bringt zuerst berechtigte Kritik an der Religion vor, um sich so Zustimmung beim Leser zu verschaffen. Unterschwellig verbindet er diese Kritik mit der Suggestion: deshalb ist der Atheismus wahrscheinlich wahr. Ist der Leser unaufmerksam oder unkritisch, lässt er sich möglicherweise darüber hinwegtäuschen, dass die Wahrscheinlichkeit für den Atheismus nicht durch moralische Überlegenheit erhöht wird. Meinem persönlichen Endruck nach, versucht Dawkins den Leser darüber hinwegzutäuschen, dass aus der Widerlegung religiöser Dogmen nicht logisch folgt: dass außer Materie nichts existiert. Dem kritischen Leser empfehle ich unbedingt: "Der Atheismus-Wahn" von Alister McGrath oder: "Dawkins Gotteswahn. 15 kritische Antworten auf seine atheistische Mission" von Rudolf Langthaler zu lesen Fundamentalismus pur (1 von 5 Punkten) schreibt T.R. Ich möchte vorausschicken, dass ich die Frage, ob ich an Gott glaube oder nicht noch nicht abschließend beantwortet habe. Zum Buch: Herr Dawkins kritisiert sich mit diesem Buch unterm Strich selbst. Das Buch ist vollgestopft mit Polemik und Argumenten, die als Behauptung stehen bleiben und nicht zu einem schlüssigen Ganzen zusammengeführt werden. So sehe ich zum Beispiel sehr wohl - genauso wie der Autor - dass unter religiösem Deckmantel und im Namen Gottes viel Unrecht geschehen ist. Doch im Gegensatz zum Autor schließe ich nicht daraus, dass es daher keinen Gott gibt. Hier ergibt sich für mich kein Zusammenhang. Auch erschließt sich nicht, dass beten in den Augen Dawkins immer ein Bitten um die Aussetzung von Naturgesetzen ist. Ich kann doch auch beten, in dem ich mich einfach bedanke, in dem ich für Unterstützung in schweren Lebenslagen bitte. Und wenn ich das tue, dann hat das doch mit geltenden Naturgesetzen nichts zu tun. Und selbst wenn dann das, worum ich gebeten habe, eintritt ist nochlange kein Naturgesetz außer Kraft gesetzt. Ich gebe zu, dass auf den ersten Blick Herr Dawkins sehr einnehmend argumentiert. Beim genauen Hinsehen ist dieses Buch aber das Buch eines Sektenführers, eines Verblenders. Herr Dawkins versteift sich in Dinge, die bis jetzt (und eben vielleicht nie) mit naturwissenschaftlicher Sicherheit beantwortet werden können. Man kann den Argumenten gegen die Existenz eines Gottes zwar glauben, die agressive Art, wie diese aber vorgebracht werden macht es aber nicht einfach. Und stichhaltig und naturwissenschaftlich begründet sind diese Argumente sicher nicht. Gleichzeitig habe ich kein einziges Argument gefunden, das mich jetzt mehr als vorher dazu veranlasst an der Existenz Gottes zu zweifeln. Die Verurteilung von Fundamentalismus und all den daraus entstehenden Problemen ist in Ordnung. Dadurch, dass er aber pauschal gläubigen Menschen abspricht genauso intelligent sein zu können wie Atheisten bedient er sich gerade der Vorgehensweise eines Fundamentalisten. Dies halte ich für äusserst problematisch. Keinem Argument zugänglich!? Der Mensch geht immer von sich selbst aus. (1 von 5 Punkten) schreibt R.P.(. "Keinem Argument zugänglich", so schreibt Herr Dawkins von "eingefleischten Gläubigen" in seinem Buch (S.18). Auch ist er der Ansicht, dieser Widerstand wurde in jahrelanger kindlicher Indoktrination aufgebaut. Anerzogener Glaube ist also das Ergebnis der Eltern. Religiöse Erziehung = Gehirnwäsche, so die Meinung Dawkins. Dagegen muss sich jeder wehren, der eine echte Bekehrung erlebt hat. Auch wenn man aus einem christlichen Elternhaus kommt, kann man nicht davon ausgehen, dass sich Glaube weitervererbt. Gott hat nur Kinder, keine Enkel. D.h. also, jeder muss bzw. sollte sein Verhältnis zu Gott selbst klären. Wie ich zum Glauben kam, ist eine lange Geschichte. Fakt ist jedoch, dass ich nicht indoktriniert wurde, und sich mein Glaube und meine Erfahrungen erst weit nach der pupertären Phase entwickelt haben. Des weiteren war der Weg zum Glauben an den Herrn Jesus Christus kein Einfacher. Mein freier Geist wurde geprüft, und ich kam zu dem Ergebnis, dass sich jeder selbst irgendwann entscheiden muss, was er glauben will oder nicht. Ich beschäftigte mich nach dem Tod meines besten Freundes also mit Theologie und den ganzen andern Dingen, wie z.B. Prolegomena, Soteriologie, Ethik, Christologie, Ekklesiologie, Pneumatologie, Eschatologie, usw. Erst langsam fügte sich so ein Mosaik ans andere. Ich erkannte, dass die Lehren der Bibel eben kein leeres Geschwätz sind. Ich verfolgte auch Seminare, die sich mit der Verteidigung des Glaubens (Apologetik) sachlich auseinander setzten, und nicht so polarisierend, wie es Dawkins tut. Diese Vorgehensweise ist typisch für die Argumentationsweise dieses Buches. "Eingefleischte Wissenschaftler" würden bestimmt anders argumentieren. Bei meinen theologischen Recherchen bin ich dann zum Ergebnis gekommen, dass das Evangelium von Jesus Christus keine Religion sein möchte (Religion verstehe ich als den Weg, den der Mensch sucht, um zu Gott zu kommen und sich Ihm anzunähern). Aber in Jesus kam Gott zu den Menschen, das ist frohe Botschaft, so wörtlich aus dem griechischen übersetzt. Zu einer sachlichen Diskussion zum Thema Religion trägt dieses Buch deshalb nicht bei. Nichts ist davon zu lesen, welchen Sinn und welche Absichten religiöse Menschen bewegt, und wird ein mal der Scheinwerfer darauf gerichtet, so wird polemisiert und sich darüber lustig gemacht. "Nur durch Forschen wird die Überlegung unseres Tuns befestigt", sagte Sophokles einmal. Im Buch "Der Gotteswahn" ist eine forschende Vorgehensweise seitens des Autors nicht ersichtlich. Meine Meinung ist daher, schlechter als ein Stern, weil ebenso: "Dawkin`sche Erziehung = Hirnwäsche" ist. Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
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