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Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 3.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 11 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Schwach umgesetzt (1 von 5 Punkten) schreibt P.S. aus Region Stuttgart, Baden-Württemberg Germany Jean Ziegler ist ein profunder Kenner der herrschenden Ungerechtigkeit zwischen Erster und Dritter Welt. Jean Ziegler hat sich schon in vielen Büchern zur schreienden Ungerechtigkeit geäußert. Die einzelnen Dinge in diesem Buch sind auch wieder alle richtig und stimmig. Aber das Buch ist trotzdem schlicht mißglückt. Der Text ist als Gespräch mit seinem Sohn gestaltet. Dies ist so abgrundtief schlecht gemacht, dass man das fast nicht glauben mag, dass ein solch angesehener Verlag ein Buch in dieser Form auf den Markt bringt. Durch die faden Texte verliert man sehr schnell die Lust am Lesen. Eine grenzenlose Langeweile überkommt einen. Es ist das ganze Gespräch auch solchermaßen künstlich dargestellt / förmlich an den Haaren herbeigezogen. Unglaublich schlecht. Vielleicht habe ich es nur nicht (mehr) gefunden, es kommt nicht einmal der Name des Sohns und wie alt er ist. Jean Ziegler ist "Klasse". Aber dieses Buch ist einfach nur Müll. Schade. Tja, wie kommt er nun in die Welt - der Hunger (5 von 5 Punkten) schreibt P.K. Daß dies kein echtes Vater - Sohn-Gespräch ist war mir von vornherein klar. Das Buch ist aber gut geschrieben und beschreibt die Sachlage klar und einfach. Es ist ein MUSS für jeden der wissen will wie es auf der Welt zugeht. etwas oberflächlich und sehr emotional (3 von 5 Punkten) schreibt F. aus Kiel Jean Zieglers Buch soll eine Einführung in das Thema Wie kommt der Hunger in die Welt" sein. Auf einfach verständliche Weise legt Ziegler in Form eines fiktiven Gesprächs mit seinem Sohn seine Sicht dieser Frage dar. Leider erscheint Zieglers Analyse in vielen Punkten oberflächlich und emotional getrübt. Auch gelingt es ihm nicht, seine eigene Position innerhalb des Systems der internationalen Hilfsorganisationen zugunsten einer übergeordneten Warte zu verlassen und deren Handeln kritisch zu hinterfragen. Er empört sich über die mangelnde Hilfe der reichen Staaten für die Hungernden der dritten Welt, ohne jedoch langfristige Lösungen des Problems vor Ort aufzuzeigen. Fremdhilfe kann immer nur eine kurzzeitige Lösung sein. Langfristig führt sie zu Abhängigkeit. Er beschreibt die aufopferungsvolle Arbeit der internationalen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen in heldenhaften Farben, ohne jedoch die offensichtliche, langfristige Wirkungslosigkeit dieser Arbeit aufzuzeigen und neue Ansätze zu entwickeln. Der Bürgerkrieg als Ursache des Hungers in vielen Staaten Afrikas und Lateinamerikas wird gegeißelt. Als Auslöser dieser Kriege beschreibt Ziegler Fremdsteuerung durch die reichen Staaten oder die bösen" internationalen Konzerne. Das Opfer ist hingegen immer der edle Wilde". Diese Romantisierung der Opfer und die klare Einteilung der Welt in Gut und Böse erfolgt durch den gesamten Text. Natürlich gab und gibt es die Einflussnahme fremder Mächte und Konzerne. Das sich jedoch auch nach erfolgreichen Revolutionen die neuen Machthaber in Ländern der dritten Welt regelmäßig in kürzester Zeit als genauso korrupt wie ihre Vorgänger erwiesen und das gleiche System der Vetternwirtschaft lebten, wird ausgeblendet. Das es gerade in Afrika vielfach anscheinend nicht gelingt den Menschen ein Nationalgefühl anstatt der Verhaftung in Stammesdenken zu geben, um landesinterne Konflikte und Vetternwirtschaft, die daraus entstehen, zu überwinden, wird nicht problematisiert. Wenn Ziegler dann an Punkte gelangt, die sein Modell nicht mehr erklären kann, nimmt er Zuflucht in die Emotionalität, empört sich und ruft den Altruismus des Menschen an. Der wesentliche Grund, warum Kapitalismus so gut oder besser so viel effektiver funktioniert, liegt meines Erachtens im wesentlichen darin, dass er nicht auf Altruismus, sondern auf den natürlichsten Instinkten des Menschen aufsetzt. Diese sind nun mal zutiefst egoistisch. Erstaunlich fand ich, wie ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung des Hungers in diesem Buch völlig marginalisiert wird: Bevölkerungswachstum. In vielen Staaten der dritten und zweiten Welt muss die Wirtschaft jedes Jahr gewaltige Steigerungen erreichen, nur um das Wachstum der Bevölkerung auszugleichen (China z.Zt. ca. 6 % pro Jahr). Zieglers einziger Kommentar dazu ist ein: Ach das passt schon! Insgesamt ist dieses Buch ein hilfreicher Ansatz als Ausgangspunkt für eigene Überlegungen, sollte aber sehr kritisch gelesen werden. Einführung in ein komplexes Thema (4 von 5 Punkten) schreibt . Dieses Buch gibt eine informative Einführung in ein sehr komplexes und auch sehr kompliziertes Thema. Wer sich schon einegehender mit den Problemen beschäftigt hat, der liest dieses Buch wohl ziemlich schnell durch. Ich finde es aber eine nette, nicht zu erdrückende Einführung, bei der besonders die Frage nach dem "WARUM?" behandelt wird. Jean Ziegler, Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, erzählt in einem fiktiven Gespräch mit seinem Sohn, warum es Hunger auf der Welt gibt, und warum dieser nicht weniger, sondern mehr wird. Dies ist besonders für Kinder und Jugensliche eine gute Einführung und Meinungsbildung, da es einfach, denoch informativ geschrieben ist. Ich fand das Buch sehr interessant und es regt zudem das Interesse an, sich in einigen der angeschnittenen Bereiche weiter zu vertiefen. Von wenigen Glanzpunkten abgesehen eine große Enttäuschung (3 von 5 Punkten) schreibt . Jean Ziegler ist ein bekannter Schriftsteller und arbeitet seit 2000 als Sonderberichterstatter der UNO-Menschenrechtskommission für das Recht auf Nahrung. Die Erwartungen an seine Erklärung des Hungers in der Welt und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen sind daher besonders hoch. Schade, dass dieses Buch diesen Erwartungen nicht gerecht wird. Von wenigen Glanzpunkten abgesehen ist es eher eine große Enttäuschung. Der große Verdienst Zieglers und der Wert dieses Buches liegen sicherlich darin, dass er wie kaum ein anderer den dramatischen Handlungsbedarf der globalen Hungerproblematik sowohl anschaulich als auch eindringlich darstellt. In diesem Sinne ist Ziegler ein Rufer in der Wüste, der zu Recht anklagt und bemüht ist, die (reichen) Leser unserer Wohlstandsgesellschaften für das unglaubliche Leid durch Hunger wach zu rütteln. Ziegler hat den Hunger gesehen. Die Berichte, die er aus der jahrzehntelangen Begegnung mit Hunger in den verschiedensten Teilen der Welt heraus schreibt, beschreiben Menschenverachtung, sind dramatisch, schockierend, in die Verzweiflung treibend. Das ist gut so. Denn auch das reale Hungerleid ist in noch viel stärkerem Maße menschenverachtend, schockierend und treibt in die Verzweiflung. Ziegler gelingt es also, die menschliche Tragödie des Hungers und den absolut akuten Handlungsbedarf zu vermitteln. Er schafft moralische Empörung - auch das ist gut so. Doch wie geht Ziegler mit dieser Empörung um? Wie lauten seine Handlungsempfehlungen? Hier enttäuscht Ziegler auf breiter Linie. Statt systematisch zu analysieren, welche Strukturen und (fehlenden) Institutionen Millionen von Menschen daran hindern, sich aus Armut und Hunger zu befreien, verliert er sich in ideologischen Allgemeinplätzen populistischer Globalisierungskritiker. Ziegler ist konsequent von dem moralischen Eifer getrieben, hungernden Menschen zu helfen. Auch das ist gut so. Problematisch wird aber, dass Ziegler diesen Eifer oft in eine Wahrnehmung übersetzt, die die Welt in Geber und Bittsteller, Täter und Opfer, schwarz und weiß einteilt. Das Problem ist nicht nur, dass eine Perspektive, die Millionen Menschen kategorisch und dauerhaft als Bittsteller abstempelt, die Würde dieser Menschen in Frage stellt. Eine solche Perspektive verstellt auch den Blick auf jene Lösungen, durch die sich bisher Arme selbst aus ihrem Leid befreien und für uns nicht Bettler bleiben, sondern Partner werden. Ein Beispiel. Ziegler greift selbst die wichtige Unterscheidung der FAO zwischen "konjunkturellem" und "strukturellem" Hunger auf. Konjunktureller Hunger beschreibt jene Hungerkatastrophen, die akut und relativ kurzfristig durch Dürren, Missernten, Krieg, Überschwemmungen etc. auftreten. In diesen Fällen ist es von größter Wichtigkeit, in kürzester Zeit große Mengen an Nahrungsmitteln von Außen einzuführen. Kurzfristig ist es daher tatsächlich so, dass die reichen Länder geben und die Hungerregion als Bittsteller nimmt. Diese Nothilfe bei konjunkturellem Hunger ist in der Tat dringend geboten. Das Problem des strukturellen Hunger liegt etwas anders gelagert. Hier führen Armut, Unterversorgung etc. nicht zu akuten Krisen, sondern zu chronischer Unterernährung, Krankheit und Elend. Auch struktureller Hunger ist moralisch empörend. Allerdings kann es absolut verfehlt sein, eine Hungerhilfe zu organisieren, die die Menschen dauerhaft als Bittsteller sieht und daher auf lange Sicht Nahrungsmittel von Außen einführt. Ziegler stellt in diesem Zusammenhang das alte System des Welternährungsprogramms vor. Nach diesem System exportierten die reichen Geberländer ihre Agrarüberschüsse schlichtweg in die armen Länder des Südens. Zwar kritisiert Ziegler dieses System - allerdings aus dem völlig falschen Grund. So kritisiert er bspw. "Die Vereinigten Staaten überschwemmten die Organisation mit ihren Weizenüberschüssen, während man sich dort um Völker kümmern musste, die traditionell nur Reis aßen." (S. 51) Die Kritik lautet also, dass die eingeführte Nahrung nicht die kulturellen Bedürfnisse der Menschen beachtet. Eine an sich richtige Kritik. Was Ziegler jedoch nicht kritisiert, ist der wesentlich schlimmere Fall von Agrarhilfe: Nämlich der Fall, dass die USA die gleichen Ländern nicht mit Weizen, sondern dauerhaft mit Reis überschwemmt hätte. Warum würde dies zu einem Problem? Sicherlich, in einer "konjunkturellen" Hungersnot ist eine solche Agrarhilfe überlebenswichtig. Eine dauerhafte "Beschenkung" mit solchen Gaben bewirkt aber, dass die lokale Landbevölkerung, die ihren Lebensunterhalt vom Anbau von bspw. Reis bestreitet, mit den "geschenkten" Importen nicht mehr konkurrieren kann und in die Verelendung getrieben wird. Damit wird gerade den ärmsten der Armen die Chance geraubt, sich durch ihre eigene Initiative, durch ihre Ideen, ihre Arbeitskraft und ihren Einsatz aus Hunger und Armut herauszuarbeiten. Die Folge ist, dass bäuerliche Strukturen nachhaltig zerstört werden und die Selbstversorgung des Landes immer stärker geschwächt wird. Wird nun die Nahrungshilfe von außen plötzlich unterbrochen, ist eine "konjunkturelle" Hungersnot vorprogrammiert. Das Problem solcher Agrarhilfen und Importe erscheint relativ unspektakulär. Tatsächlich ist es eines der gravierendsten Ursachen für Armut in Entwicklungsländern. Ziegler verkennt dieses Problem völlig. Im Gegenteil. So fragt Zieglers Sohn die verständliche Frage, warum die Europäische Union ihre großen Agrarüberschüsse nicht unter den hungernden Menschen in der Südhälfte der Welt verteilt. Ziegler erklärt, dass die EU das nicht als ihre Aufgabe sehe und andere Interessen habe (S.63). Eine viel zu harmlose Erklärung! Ziegler verschweigt, dass gerade die EU-Agrarpolitik mitverantwortlich für den Hunger in der Welt ist. Die EU, Japan und USA erzeugen aufgrund hoher Subventionen massive Überproduktionen, die wiederum erneut subventioniert wird, um sie billig auf dem Weltmarkt zu verschleudern. Diese billigen Produkte überschwemmen die Länder der Dritten Welt und treiben die lokalen Bauern in den Ruin. Die Folge ist, dass - wie Ziegler selbst überzeugend darstellt! - wir zwar mehr als genug Nahrungsmittel auf der Welt produzieren; aber viele Menschen in derartig drastischer Armut leben, dass sie sich diese Nahrung nicht leisten können. Ziegler verschweigt diese Problematik. Dabei sind die tatsächlichen Zahlen erschreckend. Die Agrarsubventionen des Nordens schädigen direkt die armen Bauern des Südens. Jedes Jahr geben hierbei die EU, Japan und die USA ca. $ 320 Milliarden (!) an solchen Agrarsubventionen aus. Zum Vergleich: Diese unfairen Agrarsubventionen verschlingen mehr als sechs Mal (!) die Summe der jährlichen Entwicklungshilfe sämtlicher Geberländer. Ziegler misst dieser Thematik keinen besonderen Stellenwert zu. Stattdessen hat er eine einfachere Erklärung. Er schreibt. "Macht hat nur der Markt. Und der ist mörderisch." Diese Behauptung ist zwar sicherlich populär, geht aber an den tatsächlichen Ursachen des Hungers vorbei. Selbst viele Beobachtungen Zieglers machen dies deutlich. Wenn Ziegler die Korruption unter lokalen Politikern anprangert, die sich lukrative Monopole sichern, liegt hier nicht der mörderische Markt vor, sondern ein Beispiel der mörderischen Folgen der Außerkraftsetzung von fairen und freien Märkten. Gleiches gilt für das Abgleiten von produktiven Wirtschaften in Friedenszeiten ins das Chaos von Kriegsökonomien. Fehlende Institutionen, kein Rechtstaat, die Missachtung von Menschenrechten, Eigentumsrechten, fehlende unabhängigen Gerichte - all das sind Ursachen für Hunger und Armut, nicht weil sie den angeblich mörderischen Markt stärken, sondern weil sie funktionierende Märkte außer Kraft setzen. Ziegler sieht das anders. Seine Kritik ist deutlich. "Die mörderische Ordnung der Welt muss umgestürzt werden. Eine Horde wild gewordener Börsentrader, Spekulanten und Finanzbanditen hat eine Welt der Ungleichheit und des Schreckens errichtet. Denen müssen wir das Handwerk legen."(134) Natürlich ist es einfacher, die Probleme der Welt durch vereinfachende Schuldzuweisungen zu erklären. Ob damit den Menschen, die unter diesem Problem leiden, geholfen wird, bleibt mehr als fraglich. Nach Ziegler sind die internationalen Finanzbanditen für den Hunger der Welt verantwortlich. Der vom Hunger am stärksten betroffene Kontinent ist bekanntlich Afrika. Auffällig ist, dass Afrika keineswegs von internationalen Finanzspekulationen heimgesucht wird. Viel schlimmer: Afrika nimmt im Grunde genommen gar nicht an internationalen Finanzmärkten teil. Afrika ist ja nicht deswegen der Kontinent, der am stärksten von Hunger und Armut betroffen ist, weil sich dort die Globalisierung am stärksten auswirkt - sondern weil Afrika de facto von der Globalisierung ausgeschlossen ist. Zieglers Buch schafft moralische Empörung, aber liefert keine tragfähigen Konzepte. Moralische Ideale sind wichtig; eine Vision einer gerechteren Welt ohne Hunger und Armut ist wichtiger denn je, um die gemeinsamen Probleme unserer Welt zu lösen. Allerdings können wir diese Ziele immer nur in Einschränkung der realen Bedingungen verwirklichen. Andernfalls hat schon oft der blinde Versuch, den Himmel auf Erden zu diktieren, in die Hölle geführt. Wir müssen aufpassen, unser Bedürfnis nach moralischer Genugtuung letztlich nicht aufgrund solcher Fehlzurechnungen auf dem Rücken derer zu befriedigen, denen wir eigentlich helfen wollen. Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
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