Reise um die Welt in acht Nächten: Ein Abenteuerroman

Von Hans Christoph Buch

Buch, Gebundene Ausgabe, 256 Seiten, 1. Auflage
Erschienen: 24. August 2009
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Frankfurter Verlagsanstalt
Verkaufsrang: 69568 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783627001643
ISBN-10: 3627001648
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Reise um die Welt in acht Nächten: Ein Abenteuerroman
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Was zu erfahren doch manchmal nicht zu begreifen ist (4 von 5 Punkten) schreibt C.B. aus Bad Nenndorf
Seit über vierzig Jahren veröffentlicht der Weltreisende Hans Christoph Buch Romane, Erzählungen, Essays, aber vor allem auch politische Reportagen und Kriegsberichte. Bereits 1963 hatte er Autor bei einem Treffen der Gruppe 47 aus seinen Werken gelesen. Dann war sein Oeuvre in den 60 er Jahren von der Studentenbewegung und einem undogmatischen Marxismus geprägt. 2004 erhielt er den Preis der Frankfurter Anthologie. Der große Reisende unter den deutschen Schriftstellern verbrachte viel Zeit in Ländern die man unter dem Begriff "Postkolonial" einordnen kann, vor allem Krisenregionen und Kriegsgebiete Afrikas. Darüber hinaus entwickelte Buch bei seinen ausgedehnten Reisen eine besondere Beziehung für den karibischen Raum. Sein neuer Roman heißt "Reise um die Welt in acht Nächten". In diesem Abenteuer- und Reiseroman, in dem es unendlich viele Orte gibt, begleiten wir den namenlosen Erzähler, einen beherzten prüfenden Beobachter auf acht seiner Reisen und erfahren in recht unterschiedlichen Geschichten viel von der Welt. Die Reise beginnt in einem Hotel in Bombay und endet in einem Hotel in Haiti.

Der Roman schildert die Nachtseiten von Buchs Reisen. Es geht dabei nicht um politische Reportagen, wenn auch solche Momente hier und da einfließen, sondern es geht vornehmlich um teils peinliche, teils intime, teils auch verheißungsvolle oder beglückende Erlebnisse in den so genanten Krisengebieten rund um die Welt. Hier schreibt der Autor eigentlich die Geschichten auf, die er immer erzählt hat, über die er aber in den Zeitungen nicht schreiben konnte.

Dabei ist der Protagonist, über den es im kurzen Epilog heißt, dass der Typ ständig unter Strom stand, eine recht schillernde Figur, die da in acht Nächten um die Welt jettet. Einmal heißt diese chamäleonhafte Hauptfigur, Hans, dann China Klaus, Dschungel Rudi oder Amazonas Schmidt.

Trotzdem ist es in dem einen oder anderen Fall durchaus eine bloßstellende Beichte durch die sich der Autor kritisierbar macht und es ist sicherlich auch ein Versuch die eine oder andere Spur zu vernebeln, daher die vielen Namen und Identitäten.Es sind lose zusammenhängende Episoden, kein durcherzählter Roman. Im Mittelpunkt steht immer ein Ort. Übrigens ist das auch keine Reise die sich am Stück vollzieht, denn oft liegen zwischen den Reisen viele Jahre.

Wir begleiten den Erzähler ins Rotlichtmilieu von Mumbai, auf der Suche nach dem deutschen Kriegsreporter in Islamabad. In dieser Episode taucht ein lustiges etymologisches Verwechselspiel auf, eines dieser unverantwortlichen Wortspiele die Schriftsteller so lieben, denn es wird da behauptet, dass zwischen Terroristen und Touristen ein tiefer etymologischer Zusammenhang bestünde.

Eine Schriftstellerdelegation begleiten wir in Beijing und Shanghai auf einer Chinareise, bei der eine Kollegin eine aufregende Affäre mit einem Matrosen hat. In China geht es dem Autor auch darum seine frühere Begeisterung für Mao mit der Wirklichkeit Chinas, die vollkommen anders ist, zu spiegeln. Es ist ein China das in gar keiner Weise mit den naiven Träumen der 68er vergleichbar ist.

Zu den schönsten Reisen gehört die in die Natur der Antarktis, einem Packeis Paradies das von der Zerstörung bedroht ist und das noch kein anderer deutscher Schriftsteller besucht hat. Wir erleben ein Delirium in der Hitze des Kongos und des Senegals und finden uns schließlich in dem Chaos eines Putsches auf Haiti wieder.

Der Autor möchte mit seinen Reisen und Erzählungen als origineller Beobachter aus dem als monoton empfundenen Alltag ausbrechen und so heißt es in einer der Geschichten, jede Reise ist ein Fluchtversuch aus dem Gefängnis der Identität.

In diesem lebendigen Reiseroman stehen, liebevoll mit wachen Sinnen facettenreich betrachtet und beschrieben, die drei großen B" des Mannes im Fokus, nämlich Bars, Bälle und Bordelle, aber es ist in facto ein ironisches Spiel mit diesen Klischees, verknüpft mit einer derb spaßhaften Travestie.


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