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In solch einem Moment findet Na'ama ihren Mann Udi morgens regungslos im Bett. Erst sind es die Beine, die er nicht mehr spürt, später den Oberkörper bis er schließlich nichts mehr bewegen kann. Noga, die eifersüchtige, um Liebe buhlende Tochter steht daneben und macht ein Gesicht, als hätte sie das schon immer gewusst. Gern würde sie mit ihrem Vater allein sein und seine Liebe für sich haben. Was also tut man in so einem Moment als kluge Ehefrau? Man nimmt sich zurück, sorgt zuerst für das Wohl aller anderen und denkt ganz zuletzt an seine eigenen Wünsche. Oder aber man steht auf und schreit und sagt endlich einmal, dass man so nicht mehr leben kann, und dass die anderen doch auch einmal an einen denken sollen und dass man, auch wenn man Ehefrau und Mutter ist, doch auch ein Recht auf sein Leben hat. Als Leser denkt man sich, dass hier alle Messen gesungen sind und dass auch diese Ehe den Weg alles Irdischen und damit ihrem guten Ende entgegen gehen wird. Alles ist, wo allein die Verletzungen übrig geblieben sind, nur noch eine Frage der Zeit und eigentlich gut bekannt. Zeruya Shalev, die israelische Autorin, die seit ihrem Überraschungserfolg Liebesleben in aller Munde ist, legt ihren zweiten Roman in Deutsch vor, und es ist ein Buch für Frauen. Es ist der nicht enden wollende Klagegesang einer Frau, die glaubt, den Mann geheiratet zu haben, den sie liebt und die zusehen muss, wie der Schwur der lebenslangen Gemeinschaft sich selbst überlebt. Mann und Frau ist ein atemloses und trauriges Buch, ganz wunderbar übersetzt von Mirjam Pressler. -Jana Hensel Udi und Na'ama führen eine Ehe, die von Ereignissen der Vergangenheit belastet ist. Wer trägt die größere Schuld? Udi, der fast den Tod der gemeinsamen Tochter Noga verschuldete? Oder Na'ama, die Udi verletzte, weil sie der Versuchung, mit einem charismatischen Maler fremd zu gehen, nur mit Mühe widerstand? Wo hatte der Reigen der Enttäuschungen und Abhängigkeiten, der sich ausweglos um sich selbst dreht, seinen Ursprung gehabt? Oder musste es so kommen, bei einer Liebe, die schon begann, als beide noch Kinder waren? Die Vorwürfe, das immer gleiche Wechselspiel von Schuldgefühl und Verteidigung, dazwischen die gleichzeitig verhätschelte und doch unglückliche, 10-jährige Tochter Noga; das alles lähmt die Beziehungen untereinander und so wundert es nur auf den ersten Blick, dass Ehemann Udi sich eines Morgens tatsächlich nicht mehr bewegen kann. Er ist gelähmt. Jetzt endlich muss in Bewegung geraten, was über die Jahre erstarrt war. Ein zäher Kampf um Leben und Liebe beginnt, in dem eine Heilerin schließlich die eingefahrenen Zusammenhänge durchbricht. Doch einmal aufgebrochen, setzen sich die Kräfte auf eine Weise frei, die nicht vorauszusehen war. Die israelische Schriftstellerin Zeruya Shalev, bekannt geworden durch den preisgekrönten Bestseller Liebesleben, macht es uns nicht leicht. Minutiös beschreibt sie das Innenleben einer noch jungen, unglücklichen Frau, mit fantasievollen Metaphern und teilweise bedrückender Intensität. Die Schauspielerin Anika Pages liest in dieser Hörfassung mit großer Intimität und Einfühlungsvermögen, zieht uns hinein in die Psyche der schwierigen Heldin und lässt dem Hörer nur die Wahl zwischen Ablehnung und Identifikation. Ein Hörbuch, das vor allem Frauen ansprechen wird, die ähnliche Muster in ihrem Leben wiedererkennen und sich von der eindringlichen und teilweise mystischen Poesie Zeruya Shalevs betören lassen. Das Hörbuch hat eine Länge von ca. 184 Minuten. -Robin Rudolph In dem Moment, in dem ihr Mann nicht mehr laufen kann und ohne Befund nach Hause kommt, tritt der Horror ihres Familien- und Zusammenlebens gnadenlos zutage. Schonungslose Blicke zeigen, dass Na'ama, Udi und die gemeinsame Tochter Noga seit Jahren ein grausames, hoffnungsloses Leben führen. Er terrorisiert seine Frau mit seiner Eifersucht auf alles. Autorisiert dazu glaubt er sich durch einen vermeintlich begangenen Seitensprung mit einem Maler. Sie ist permanent überfordert und kritisiert beständig Tochter und Ehemann. Noga, die Tochter, entwickelt sich zur Einzelgängerin und kleidet sich nur in T-Shirts ihres Vaters. Und als grausame Folie dient der Unfall vor acht Jahren, als er die kleine Tochter fallen ließ. Als eine junge Heilerin in ihr Leben einzieht, beginnt das unaufhaltsame, für alle drei schmerzhafte Auflösen der Abhängigkeit, beginnt die Katastrophe. Anika Pages liest die in der Ich-Perspektive Na'amas vorgestellten Momentaufnahmen des Familienhorrors. Mit ihrer Stimme brennt sie Rückblenden, Bilder und Figuren in unser Gedächtnis. Unterteilt in 20. Kapitel entwickelt sich dabei das Trügerische der gewünschten Harmonie und Sicherheit zum Ende hin glasklar. Es wird als folgerichtig wahrgenommen. Illusionslos, unerschrocken ehrlich hört man in der klaren Stimme vor allem die Enttäuschung, das Besitzdenken, die Kränkung und schließlich das Wiederfinden des eigenen Ichs von Na'ama. Lesung ohne Musik, Spieldauer: 373 Minuten, 4 MC. - culture.text Leserbewertungen: Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist: Ähnliche Artikel oder Zubehör:
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