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Eine Frau beschließt von einem Tag auf den anderen, ihre kriselnde Ehe zu beenden, sich von ihrem Mann zu trennen. Obwohl sie eine selbstständige, selbstbewusste Frau ist, sieht sie sich in der von ihr herbeigesehnten Freiheit zunächst mit einer lähmenden Angst vor der Einsamkeit konfrontiert. Sie leidet unter Depressionen und dem furchtbaren Schuldgefühl ihrem Kind gegenüber, dem sie den Vater, die Sicherheit der Familie genommen hat. Dann kommt eine neue Liebe. Eine neue Familie mit Kindern aus einer ebenfalls geschiedenen Ehe entsteht, ein hoffnungsvoller Neuanfang, der Behutsamkeit, Mut und Geduld von allen Beteiligten erfordert. Leserbewertungen: Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 22 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) krönender abschluß der trilogie (5 von 5 Punkten) schreibt e. aus wien nach "liebesleben" und "mann und frau" bildet dieses buch den krönenden abschluß der beziehungstrilogie. shalev schafft es den leser in den sog der geschichte zu ziehen. es läßt einen einfach nicht mehr los. das gefühls- und seelenleben der hauptfigur ella wird so intensiv und nachvollziehbar ausgebreitet: das schwanken zwischen trauer und glück, mut und verzweiflung, hochmut und kränkung. nach der trennung von ihrem mann stürzt sich ella in eine neue liebe. doch am ende stellt man sich die traurige frage, wie könnte sie es schaffen nicht immer wieder in die selbe falle zu gehen, wie könnte sie aus dem belastenden beziehungskreislauf endgültig aussteigen? shalev erzählt eine geniale, kluge geschichte mit einer wunderbaren bildreichen sprache. die grenzen zwischen gesagtem und gedachten verschwimmen manchmal, doch das ist für mich keineswegs irritierend, sondern zeugt von größter kunst gefühle sprachlich auszudrücken. das buch ist einfach absolut empfehlenswert! Die Welt im Dazwischen (5 von 5 Punkten) schreibt R.L. aus Köln, Düsseldorf, Neuss, Hilden, Kaarst LEER UND AUSGEBRANNT WIE DIE INSEL THERA - ÜBER DAS ENDE VON BEZIEHUNGEN UND DIE UNMÖGLICHKEIT IN DER NEUEN ETWAS BESSER ZU MACHEN (LUDWIG WITZANI) Ella, eine Mitdreißigerin hat ihren Mann Amnon über. Was er auch sagt oder tut, es geht ihr auf den Wecker. Weder die Tatsache, dass sie einen gemeinsamen kleinen Sohn haben, weder die Warnungen ihrer Freundinnen, weder die Vorhaltungen des Vaters noch Amnons Kummer können sie erweichen. Der Ehemann muss raus aus der gemeinsamen Wohnung, damit Ella zusammen mit ihrem kleinen Sohn ein neues Leben beginnen kann. So weit ein Drehbuch, wie es das Leben tagtäglich schreibt. Als aber nach der Trennung vollkommen unerwartet die Einsamkeit in der Wohnung herumschleicht, als der verstoßene Mann wider Erwarten gut mit seiner neuen Situation zurechtkommt, tut es der alleinerzeihenden Mutter plötzlich leid. Amnon aber lehnt eine Rückkehr in die gemeinsame Ehe ab, woraufhin Ella in ein emotionales Koma fällt und erst durch die Medikamente eines Psychiaters wieder ins Gleichgewicht kommt. Natürlich verliebt sich die junge Mutter sofort in den besagten Psychiater Obed Schefer, der sich - das trifft sich gut - auch gerade von seiner Frau trennt. Schnell ziehen Ella und Obed zusammen, und da der neue Partner auch noch zwei unmündige Kinder mit in die Beziehung bringt, wird die doppelte Einsamkeit der beiden auch noch durch das Getöse von drei bedauernswerten Kindern grundiert. Es ist keine schöne aber eine exemplarische Geschichte, die Zeruya Shalev in ihrem dritten Buch erzählt, aber wie diese Geschichte erzählt wird, macht das Buch zu einem Ereignis. In endlos aneinandergereihten, meisterhaft ausgefeilten Kettensätzen, durch Kommata, Gedankenstriche und lauter Bindeworte vereint, wird der Leser in einen Gedanken- und Handlungsstrom hineingerissen, der auch nicht eine einzige Seite Langeweile aufkommen lässt. Der Gegensatz zwischen der allzumenschlich-allzubanalen Handlung und der Sprachmächtigkeit der Erzählern frappiert dabei immer aufs Neue. Keine Windung der modernen Ichhaftigkeit, keine Lamoryanz oder Kränkungsbereitschaft, der nicht literarisch präzise und ungemein anschaulich hinterhergestiegen würde. So entsteht inmitten dieser meisterhaften Psychologie der modernen Beziehungsunfähigkeit das Portrait zweier seelischer Monaden, die zuerst und vor allem an sich selber leiden. Ella die Ich-Erzählerin des Romans, ist eine Nervensäge der Spitzenklasse, eine Plage der ganz besonderen Art, die am liebsten alle Menschen und Dinge auf die Warteliste ihrer eigenen Launen setzen würde, und ihr Partner Obed ist auch nicht viel besser. Umgeben von einer Mimikry aus Höflichkeit und Zurückhaltung ist er im Kern mürrisch, ehrgeizig und egozentrisch - also ganz und gar das, was Ella verdient, aber ganz bestimmt nicht braucht. So bleibt am Ende für die Späte Familie" nur eine Arena des Misstrauens und des Streites, deren Exzesse sich kaum von den beiden ersten Ehen unterscheiden. Erschöpft von den eigenen Wünschen, Enttäuschungen und Ängsten nehmen Ella und Obed ganz am Ende des Romans an der Beerdigung einer jungen Mutter teil, die ihren Mann und ihre Kinder von Herzen liebte, ehe sie zum namenlosen Schmerz ihrer Umgebung einer heimtückischen Krankheit zum Opfer fiel. Nicht einmal dieses wirkliche Leid besitzt vor den Augen der beiden Getriebenen Bedeutung und Würde - leer und ausgebrannt wie die Insel Thera bleiben sie am Ende des Buches zurück. Ein Leseerlebnis wie ein Menetekel - dringend empfohlen für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ihren Partner zu verlassen, weil sie der Überzeugung sind, dass das Leben ihnen noch etwas schulde. DIE ANKUNFT IM DAZWISCHEN (THOMAS REUTER) Späte Familie", der neue Titel von Zeruya Shalev, klingt nach einer Ankunft - wenn auch einer verspäteten - und wenn man die beiden Vorläufer zu diesem Roman, Liebesleben" und Mann und Frau" mitdenkt, so könnte man den Eindruck gewinnen, als haben die notorisch zweifelnden Charaktere Shalevs nach all ihren Eskapaden, gescheiterten Beziehungen und Ehen schließlich doch noch einen Ort gefunden, der ihre Heimat werden könnte. Der Titel Späte Familie" hat etwas Heimeliges. Ein Hauch von Es-gerade-noch-geschafft-haben. Die Idylle einer späten Ankunft im Zu-Hause. Nichts davon trifft zu. Das Figurenarsenal des neuen Romans von Shalev ist genauso gebrochen, skeptisch, unentschieden und unglücklich wie in den beiden Vorläufern. Ella, Archäologin von Beruf, eine nicht mehr junge Frau verlässt am Anfang der Geschichte mit dem kleinen Sohn Gili ihren Mann Amnon. Von der ungeheuren Erschütterung, die dieser Lebensumbruch mit sich bringt, sind alle Beteiligten offenkundig für immer benommen. Dann tritt Oded, ein Psychoanalytiker, der ebenfalls seine Familie verlassen hat, in Ellas Leben, und für eine gewisse Zeit macht es den Anschein, als eröffnete sich hier die Möglichkeit zu einem neuen, unverbrauchten, glücklichen Leben. Aber der Schein trügt. Die neue Beziehung gestaltet sich genauso schwierig wie die alte. Am Ende sind die Figuren nirgends angekommen. Sie etablieren sich in einem Zustand des Dazwischen, in dem beständige Unklarheit und beständiger Zweifel herrschen. Von einer Ankunft kann also keine Rede sein. Der deutsche Titel Späte Familie" ist daher zwar schön, aber verzerrend. Zutreffender und aufschlussreicher ist der hebräische Titel des Originals, wo der Roman Thera" heißt. Dies sagt den meisten von uns zunächst zwar wenig, erfasst jedoch das Thema des Buches - wie einem bei der Lektüre schnell klar wird - umso genauer. Thera ist der Name einer vulkanischen Insel in Griechenland, die heute Santorini genannt wird. Ein gigantischer Vulkanausbruch von dieser Insel aus soll vor etwa 5000 Jahren für den Untergang der minoischen Kultur verantwortlich gewesen sein. Ein Naturereignis, das die soziale und gesellschaftliche Struktur der gesamten antiken Welt verändert haben soll. Dies ist das Bild, dies ist die Metapher, von der aus sich der Roman erschließt. Ellas Abkehr von ihrem Mann wird kaum begründet und wenig erklärt. Die Entscheidung ihn zu verlassen wird als Ausbruch einer Naturgewalt beschrieben, ein Ereignis mit dem sich nicht verhandeln, mit dem sich nicht räsonieren lässt. Dies ist die furchtbare Realität, an der sich Shalevs Protagonisten abarbeiten und dem sie hilflos versuchen einen Sinn zu geben. Als Archäologin und als Psychiater sind Ella und Oded beide auf dem Gebiet der Sinngebung und Ursachenforschung tätig. Der Glaube an die Existenz von Antworten auf alle unsere Fragen ist hierfür essentiell. Als Ella jedoch gegen Ende des Romans gefragt wird, warum sie ihren Mann eigentlich verlassen habe, vermag sie nur zu sagen: Du kannst mir glauben, dass ich das schon selbst nicht mehr weiß, es war unausweichlich, wie eine Naturkatastrophe." Die tiefe Verunsicherung, die diese Erkenntnis mit sich bringt, ist das Thema des Buches. Das Leben - und ganz besonders die Liebe - hat demzufolge keinen Sinn und kein Ziel. Sie sind willkürlich und ungerecht und obendrein noch unverständlich. Bei den zahllosen Auseinandersetzungen und Streits, die die Paare hier ausagieren, wird dem Leser aufgezeigt, wie wenig diese Liebenden doch voneinander verstehen - wobei man als Betrachter die Probleme natürlich sofort versteht und es ihnen zurufen möchte. Dies alles wird in einer fesselnden und wuchtigen Sprache beschrieben. Shalev rückt ihren Figuren ganz nah auf die Seele. Die Sätze sprudeln in Kaskaden ohne Halt, Punkt und Komma die Seiten herunter. Jede Verletzung, jede Freude, jedes noch so kleine Gefühl der Missachtung wird minutiös seziert und in Sprache gebannt. Wie die beiden anderen Romane von Zeruya Shalev ist Späte Familie" ein Roman, der von jeglicher Geschichte absieht und sich konsequent auf die Gefühlswelt der Charaktere einlässt. Es ist ein Beziehungsroman in Reinform. Als solcher findet er zu fast archetypischen Bildern von großer poetischer Kraft. So endet das Buch damit, dass sich die beiden Paare, die einst wie von einer Naturkatastrophe zu einer neuen Konstellation zusammengewürfelt wurden, gemeinsam zu einem Begräbnis auf dem Friedhof treffen. Unsicher stehen sie beieinander, denn der Wind lässt uns schwanken, als wollte er unseren Stand prüfen, wir stehen dicht beieinander, und ich überlege, ob jemand, der uns jetzt von außen betrachtete, erkennen könnte, wer zu wem gehört." Ein poetisches Bild, das die Ankunft der Liebe im ewigen Dazwischen beschreibt. Wow! (5 von 5 Punkten) schreibt L. Ich habe dieses Buch einfach verschlungen und von Anfang an geliebt! Es ist meiner Ansicht nach der bisher beste und stärkste Roman von Zeruya Shalev. Die Sprache ist wie gewohnt grandios und zieht einen förmlich hinein in die Handlung. Psychologisch ist er derart klug geschrieben, dass es manchmal fast weh tut. Auch wenn ich mich persönlich nicht mit allen Gedanken und Handlungen der Hauptfigur identifizieren konnte, so waren diese dennoch menschlich nachvollziehbar und spannend. Kein Satz ist in diesem Buch zu viel und trotz seiner Üppigkeit kam es mir immer noch zu kurz vor! Mehr davon! intensive beziehungsstudie - "hallo wach" (5 von 5 Punkten) schreibt S.K. aus Südhessen in 'späte familie' zeigt die autorin wieder einmal alles von ihrer seelenlage in ihren beziehungen. zu ihrem sohn, zu ihren partnern und liebhabern, ihren eltern. ihre geschichten fesseln ebenso, wie die von doris lessing. shalevs schreibstil ist gnadenlos aufrichtig. magnetisch. beim lesen all der zerstörtheit der protagonisten keimt in mir der wunsch, sie mögen ihre illusionen über bord werfen und endlich anfangen zu leben. es gibt gottseidank menschen/autoren, die keinen hehl aus ihren "fehlschlägen" machen. dem leser bleibt die hoffnung, sich selbst besser kennenzulernen. wohldenn! Sagen, was gesagt werden muss (4 von 5 Punkten) schreibt I. aus Wien Dieser letzte Teil von Zeruya Shalev's Trilogie hat mir nach Liebesleben am besten gefallen. Mir gefällt es, wie realistisch Shalev die Zusammenführung von zwei zerbrochenen Familien schildert und wie problematisch dieses Thema ist. Man lässt sich scheiden, die Kinder leiden. Man lernt jemanden mit Kindern kennen, aber die Kinder werden nicht akzeptiert, die Kinder des anderen nerven einen und man will sie nicht. Man zerbricht am bloßen Alltag. Wunderbar erzählt und wunderbar nahe gelegt, wie schwer eigentlich das Leben Alleinstehender mit Kindern ist bzw. wie traumatisch Scheidungen für Kinder sind. Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
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