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Im Durchschnitt: 4.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen) Kommentare von Lesern: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Weise wie der Wind (5 von 5 Punkten) schreibt G.G. Fangen wir mit einer liebevollen Aufmerksamkeit dieses besonderen Buches an: Der mare-Verlag, samt nomen est omen verantwortlich für die deutsche Herausgabe des 2004 in den USA erschienenen Bestsellers von Scott Huler, schenkt dem Käufer dieses Buches ein kleines Lesezeichen, welches im Inneren auf seine Entjungferung wartet. Das macht so mancher Verlag und jedes Mal fühlt man sich als Leser angenehm verstanden und liebevoll honoriert. Herrlich, nahezu großartig aber die Idee, das Lesezeichen in eine detaillierte Windskala zu verwandeln, also jenes Subjekt, um das es in diesem Buch geht, darauf abzubilden. Dafür erst mal Danke ein außergewöhnlich sympathischer Service. Francis Beaufort teilt das, in keinster Weise tragischem Schicksal vieler Wissenschaftsgrößen des 18. und 19. Jahrhunderts. Seine Erkenntnisse ragen dialektisch in die Moderne hinein. Der Schwede Anders Celsius oder der Schotte James Watt können ein Lied singen, wie der berühmte Erfinder- und Entdeckername späterhin auf einer maßgeblichen Skala verewigt wurde. Die Beaufort-Skala misst den Wind, und das bis heute, und um dies zu tun, muss man ihm zuhören und ihn verstehen. Das hat Beaufort gemacht und Scott Huler hat diese außergewöhnlich sensible, einfühlsame, aufregende und spannende Geschichte ins Zentrum seines wissenschaftlichen Berichtes gestellt. Wobei wissenschaftlicher Bericht nicht der Tragweite dieses Buchs gerecht wird, dass man ebenso einen historischen Roman oder eine moderne Parabel nennen könnte. In jedem Fall ist es unterhaltsam und lehrreich zugleich. Die genauen Recherchen in Archiven und Wissenschaftsbibliotheken, in den Schreinen der Moderne, die sich konstituierte, als neben Beaufort auch Cook, Darwin oder Defoe die Welt in ihrem jeweiligen Metier aus den Angeln hoben, werden kombiniert mit persönlichen Erlebnissen Hulers, der auf einer Segelbootsfahrt die Stille des Windes erkundete. Für jemanden, der Sachbücher schätzt, weil sie etwas vermitteln, das sich von selbst nicht erschließen lässt, ist dieses Buch eine Goldgrube, denn es unterhält und packt einen während der Lektüre. So oder so ähnlich sollte jede Didaktik des Bildungsplanes aufgebaut sein, denn nur so, mit den Glücks- und Spannungsgefühlen, können diese Dinge auch behalten werden. Und nicht nur Beauforts Zeit wird rekapituliert, langsam schwingt sich der Autor mit seinen Lesern in die Gegenwart vor und reüssiert die Geschichte der Winde und seiner analytischen Rezeption in der Post-Beaufort-Ära. Damit rundet Huler das Geschehen hervorragend ab, so dass das Buch eigentlich jedem Natur-, Technik- und Lebensinteressierten nur wärmstens ans Herz gelegt werden kann. Abschließend eine weitere Randnotiz zum Thema Lesezeichen, dass nicht nur wie eingangs erwähnt eine Windskala zu bieten hat, sondern auch noch eine Rückseite. Auf der sind zwei Menschen zu sehen, die in Stühlen sitzen, sowie die gleichen Stühle ohne Menschen, deren Polster heftig vom Wind durchbogen werden. Ich meine, einer der Menschen ist der fast junge Helmut Kohl, der seltsam melancholisch dreinblickt. Wenn er es wirklich ist, und das Ganze mit dem Spruch gut zu wissen, woher der Wind weht Absicht ist, dann kann man nicht nur vor dem Autor zutiefst seinen Hut ziehen, sondern auch vor diesem Verlag. Schöner Band, enttäuschender Inhalt (2 von 5 Punkten) schreibt M.W.B. aus Hard, Vorarlberg Österreich Ich habe das Buch zu Weihnachten bekommen, weil bekannt ist, dass ich mich als begeisterter Segler für alles interessiere, was mit Wind zu tun hat. Das Buch vom Mare Verlag ist ansprechend gestaltet und ich stürzte mich sofort drauf. Ich erwartete mir eine faszinierende Mischung von Biographie und literarischer Gestaltung wie etwa in Sten Nadolnys "Entdeckung der Langsamkeit" oder Erskine Childers' "Das Rätsel der Sandbank", um nur zwei Beispiele zu nennen. Meine Erwartungen wurden aber so sehr enttäuscht, dass ich jetzt - ganz entgegen meinen sonstigen Lesegewohnheiten - auf Seite 204 aufgegeben habe. Es ist die Geschichte eines Journalisten, der eher zufällig auf Beauforts Windskala gestoßen ist und sich in dieses Thema verbissen hat. Als leider eher unbedarfter Forscher versucht er, die Entstehung und die Bedeutung der Skala aufzudecken. Dabei gibt er aber auf, sobald sich ein Widerstand oder eine Unklarheit zeigt und fängt irgendwo anders an zu recherchieren. Dadurch kommt es zu unzähligen Wiederholungen, Details werden breit ausgewalzt, überhaupt hat der Text etwas Zufälliges, er ähnelt einem ausgeschütteten Zettelkasten eher als einem durchkomponierten Text. Ärgerlich sind die Abbildungen: Reprints der Beaufortskala in verschiedenen Publikationen mit minimalen Änderungen und Karten Beauforts sind so klitzeklein abgedruckt, dass es unmöglich ist, darauf irgendetwas zu erkennen. Unerträglich ist dann die Passage, wo der Autor beschreibt, wie er auf dem Großsegler "Europa" eine Woche ohne Wind verbringt, und wo er dann versucht das Erlebnis des Segelns in Worte zu fassen. Wenn ich keinen blassen Schimmer von Autos habe, schreibe ich nicht über die Formel 1! Ich glaube kaum, dass ich noch die Energie aufbringen werde, mich durch die restlichen 70 Seiten (bis zu den Anhängen) durchzuquälen. Ein Admiral des 19. Jahrhunderts und seine poetische Sprache (5 von 5 Punkten) schreibt T.W. aus Hamburg Das vorliegende Buch von Scott Huler setzt sich auf die Spur von Admiral Francis Beauforts, einem Seefahrer des 19. Jahrhunderts und intellektuellem Feingeist. Scott Huler beschreibt dabei gekonnt die Stimmung und gibt auch die wissenschaftliche Präzision wieder, derer sich Admiral Beaufort so oft bediente. Mit dem Roman DIE SPRACHE DES WINDES wird der Bereich Seefahrt und Wissenschaft zusammengeführt - das Ergebnis ist eine unbezähmbare Leidenschaft alles Seefahrerische in Kategorien und Skalen zu bannen. Woher kommt die Beaufort Skala? Warum entschloss sich der ansonsten sehr schweigsame und stille Beaufort zu einer solchen Skala und woher nahm er die fast philosophisch anmutenden Beschreibungen? Teils sehr knapp und doch so treffend, so charakterisierte Beaufort den Wind in all seinen Ausprägungen. Das Buch DIE SPRACHE DES WINDES von Scott Huler nimmt sich einesteils die Lebensgeschichte des Admirals Beaufort vor und führt und interessant und mit viel Zuneigung durch dieses besondere Leben. Doch auch die Skala und die von Beaufort entwickelten Instrumente und sonstigen Errungenschaften sind Teil dieses guten Buches. Es ist sehr interessant dieses Leben so offen zu sehen und darin herum zu blättern und mit Scott Huler ist jemand dazu berufen worden, welcher selbst den Wind verehrt und zudem Beaufort mag. Scott Huler hat gut recherchiert, er hat es verstanden seine Fakten und sein Wissen positiv und leicht in einen Buch wie DIE SPRACHE DES WINDES umzusetzen. Mir persönlich hat dieses Sachbuch gut gefallen, es hat mir Admiral BEAUFORT nahe gebracht, ich kann nun diese historische Gestalt besser fassen und habe sie auch schätzen gelernt. Die Sprache des Windes ist manchmal wie ein säuseln, wie leichte Schaumkronen auf dem Meer, doch es kann auch ein tiefes Stöhnen daraus werden, als wären die Pforten der Hölle geöffnet. Wer Wind mag, wird Beaufort leiben, doch wer auch den Sturm schätzt, erkennt das Potential dieses Buches und die Arbeit von Scott Huler, welche darin zum Ausdruck kommt. Sehr empfehlenswert! Die Sprache des Windes (5 von 5 Punkten) schreibt P.N. Northumberland Square: Schnur der Fahnenstange flattert, schlägt aber nicht gegen den Mast Scott Huler auf den Spuren Beauforts. Die Windscala steht im Mittelpunkt des Buches. Huler verfolgt ihre Geschichte mit großer Leidenschaft. Er hat ein gelehrsames Buch nicht nur über die Beaufort-Scale geschrieben. Nein, die Ausflüge in die Wissenschaftsgeschichte sind ebenso lesenswert. "Eine kalte Luftmasse rückt auf eine warme vor und die Turbulenzen an deren Grenze verursachen Stürme. Diese Theorie entwickelte erstmals der norwegische Meteorologe Vilhelm Bjerknes während des ersten Weltkrieges (!). So lag es nahe, dass er die unbeständigen Grenzen dieser Luftmassen als Fronten bezeichnete." Immer wieder stellt er die deutliche, sämtliches Überflüssiges weglassende Sprache der Beaufort Skala (sie kommt mit 110 Wörtern aus) in den Vordergrund. Er zeigt auch auf, welche Bedeutung z.B. die Standardisierungsbemühunngen im 19. Jahrhundert für die Entwicklung u.a. auch für die Naturwissenschaften hatte. Das Buch bringt viel Lesevergnügen und, wenigstens für mich, viel Wissenszuwachs! Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist:
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