Anthropologie Europas: Völker, Typen und Gene vom Neandertaler bis zur Gegenwart

Von Andreas Vonderach

Buch, Gebundene Ausgabe, 448 Seiten, 1. Auflage
Erschienen: November 2008
Sprache: Deutsch
Herausgeber: Stocker
Verkaufsrang: 88049 (je kleiner desto beliebter)
EAN/ISBN: 9783902475527
ISBN-10: 3902475528
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Anthropologie Europas: Völker, Typen und Gene vom Neandertaler bis zur Gegenwart
Was sagen Genetik, Archäologie und Sprachwissenschaft über den Ursprung und die Entwicklung der europäischen Völker? Erstmals faßt ein Buch den aktuellen Forschungsstand zusammen. Mißbraucht von der Rassenlehre des Nationalsozialismus und der Ideologie des Sozialdarwinismus, galt die Anthropologie lange Zeit als diskreditiert. Doch die Fortschritte in der genetischen Forschung der letzten Jahre haben diese Wissenschaft rehabilitiert. Dennoch bleibt es ein weites und schwieriges Feld der Interpretation, die Ergebnisse der Genetik  etwa die Verbreitung bestimmter Gentypen  mit dem Wissensstand der Archäologie, der Geschichtsschreibung oder der Sprachwissenschaft in Einklang zu bringen. Der Autor verfällt nicht in den Fehler, Kultur durch Biologie erklären zu wollen. Und doch liegt in der Erforschung der biologisch-genetischen Entwicklung und Vermischung der verschiedenen europäischen Völker eine eigene Faszination. Kombiniert mit archäologischem sprachwissenschaftlichem, kulturellem und historischem Wissen ergibt sich so ein ganz neuer Blick auf die Geschichte der europäischen Völker. Im ersten Abschnitt behandelt das Buch die Entwicklung Europas von der Steinzeit bis zur Gegenwart aus Sicht der Anthropologie. Der zweite Teil widmet sich den heutigen europäischen Völkern selbst. Woher kommen sie, welche Prozesse haben sie geformt, von wem stammen sie ab, wie nah sind sie untereinander verwandt? Auch wenn die gemessenen Unterschiede nur graduell sind, ergibt sich in der Kombination mit der klassischen Geschichtswissenschaft doch ein neuer Blick auf die Vergangenheit und Gegenwart der europäischen Völker.

Leserbewertungen:
Im Durchschnitt: 5.0 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 4 Bewertungen)

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Guter Überblick (5 von 5 Punkten) schreibt J.M. aus Berlin
Wer ein Buch sucht, das einen allumfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Anthropologie gibt, der liegt mit diesem Buch richtig. Es werden alle Länder Europas dargestellt. Für mich besonders interessant waren die Darstellungen der Länder, die in Folge von Invasionen oder langen Besatzungszeiten durch Nichteuropäer sowie vorhandene Vorbevölkerungen mutmaßlich stark genetisch beeinträchtigt sein müßten. So die Spanier durch die islamische Besatzung, Rußland durch die asiatischen Invasionen oder der Balkan durch die Türken. Spannend war auch die Frage, inwieweit Römer und Griechen ihre nordische Komponente erhalten konnten oder in welchem Ausmaß diese verloren ging. Die Antworten darauf sind überraschend beruhigend. Man muß allerdings bezweifeln, ob dies das letzte Wort der Wissenschaft ist. Überhaupt bleibt vieles noch zu erforschen. Man ist immer noch am Anfang und bleibt auf Spekulationen angewiesen. Ein Mangel des Buches ist die Ausklammerung der IQ-Forschung. Gerade hier wird es für den Rassenkundler interessant. Dafür gibt es aber die Bücher von Rushton, Jensen und anderen. Insgesamt ist es ein kenntnisreiches, wichtiges Buch. Hoffen wir, daß die zahleichen ungelösten Fragen bald geklärt werden.

Ein guter Fang (5 von 5 Punkten) schreibt I.B. aus Aalen
Andreas Vonderach ist es gelungen, ein informatives und vom wissenschaftlichen Stand her aktuelles Buch zu konzipieren. Die Beschreibung der biologischen Entwicklung der Europäer seit dem Neandertaler, über den Cro-Magnon-Menschen, die Bandkeramiker, die Menschen der Bronze- und Eisenzeit, über Antike und Mittelalter hin zu unserer Gegenwart bildet den ersten Teil. Entwicklungslinien werden sichtbar, die Gründe für viele Veränderungen nachvollziehbar, und der enge Zusammenhang von kulturellen und biologischen Wandlungen wird verständlich.

Im zweiten Teil des Buches werden die europäischen Völker eingehend beschrieben, nach den morphologischen Typen und deren Kombinationen, aber auch nach serologischen und genetischen Gesichtspunkten. Ein umfangreiches Bildmaterial ergänzt die morphologischen Beschreibungen. Auch dem für manche Autoren heiklen Thema der charakterlichen und tempramentsmäßigen Unterschiede zwischen Bevölkerungen weicht A. Vonderach nicht aus, immer im Bestreben, auch hier die biologischen Ursachen und Wirkmechanismen, soweit bekannt, nachvollziehbar zu machen. Gerade auf dem Feld der biologischen Mit-Ursachen für seelische und geistige Persönlichkeitseigenheiten gibt es ja noch viel zu forschen.

Das Buch zeigt, dass Anthropologen sehr viel zum Verständnis des Menschen beitragen können. Es wäre unsinnig, seriöse Forschungen über die biologische Entwicklung des Menschen in der Geschichte zu ignorieren. Es wäre auch unsinnig, die biologische Mit-Verursachung von seelischen und geistigen Dispositionen jedes Menschen zu vernachlässigen. Letztlich kann diese Forschung auch zu Therapien beitragen, mit denen viel Leid gelindert werden kann. Auch hierzu bietet das Buch ein überzeugendes Beispiel.

Einziger Schwachpunkt des Buches ist meiner Ansicht nach, dass ein Leser vielleicht schon ein gewisses Grundwissen über anthropologische Begriffe mitbringen sollte. Allerdings kann sich ein Einsteiger durchaus auch über das Verzeichnis der Begriffserklärungen soweit orientieren, dass er alles versteht - nur halt ein Quäntchen mühsamer.

umfassend, kompetent (5 von 5 Punkten) schreibt H.S. aus Rhein-Main
Der Autor gibt einen umfassenden Überblick über die Anthropologie Europas.
Bei der Beschreibung der heutigen europäischen Völker sind die Veränderungen, die sich aus der Immigration von Ausländern seit den 60er Jahren ergeben haben, soweit ich sehe nicht berücksichtigt. Doch gerade deswegen erhält man ja einen Überblick, wie es vor diesen rasant ablaufenden Veränderungen war.

Die Beschreibung berücksichtigt sowohl die morphologische Herangehensweise (mit typologischen Rassenbegriff) als auch die moderneren serologischen und genetischen Faktoren.
Anders als in anderen Darstellungen seit den 70er Jahren wird der typologische Rassenbegriff also nicht ausgeblendet. Dadurch erhält man den bestmöglichen Überblick über den neuesten Forschungsstand.

ein umfassendes Nachschlagewerk (5 von 5 Punkten) schreibt R.R.
Dem Autor gelingt es, unvoreingenommen und ohne politische Ideologie die Forschungsfelder Genetik, Archäologie und Sprachwissenschaft zusammen zu fassen und dabei ist ihm ein umfassendes Kompendium über den Ursprung und die Entwicklung der europäischen Völker gelungen. In dieser ausgiebigen Art habe ich selten ein Buch zu dieser Thematik gelesen, das den aktuellen Forschungsstand wieder gibt. Die Anthropologie galt durch die Ereignisse der jüngeren Geschichte lange Zeit als diskreditiert. Die Fortschritte in der genetischen Forschung aber zeigen, dass diese Forschung eine unschätzbare wissenschaftliche Bedeutung hat. Ein Nachschlagewerk, das man durchaus als Standardwerk bezeichnen kann.

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