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Als "tränenreiches Saeculum" hat man das empfindsame 18. Jahrhundert bezeichnet, dabei gab es in diesem Jahrhundert wohl weniger zu klagen als ein Jahrhundert zuvor, wo Hunger und Pest, Krieg und Naturkatastrophen über das Land kamen und man nur in Gott Trost fand. Wenige haben diese elementare Not der Menschen musikalisch so zu fassen vermocht wie Bachs Eisenacher Onkel väterlicherseits, Johann Christoph (1642-1703) in seinem Lamento "Ach, dass ich Wassers g'nug hätte". Das Wasser steht hier für das Tränenwasser, das strömen soll, um von der schweren Last der Sünde zu befreien. Ein wahre Repertoire- Entdeckung! In einer für heutige Künstler ungewöhnlichen Demut und Keuschheit öffnet Magdalena Kozenà ihr Herz; als beseelte Selbstanklage dringt ihre Interpretation in die tiefsten Schichten unserer Seele. Einfach atemberaubend! Inneren Frieden will Kozenà auch nicht in Johann Sebastian Bachs Kantate "Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust" BWV 170 finden. Zutiefst ergreifend besingt sie das irdische Jammertal, "diese Schuld", die "schwerlich zu verbeten" ist. Reinhard Goebel wäre nicht der, der er ist, wenn er für diese Aufnahme nicht weitere Schätze gehoben hätte. Fündig wurde er im Familienalbum des Thomaskantors. Carl Philipp Emanuels Kantate "Selma" erklingt sowie Werke von Johann Christoph Friedrich. Francesco Bartolomeo Contis Motette "Languet anima mea", er lebte von 1682 bis 1732, rundet diese tiefbewegende Aufnahme ab. Bravo! Teresa Pieschacón Raphael Kundenbewertungen: Kategorien, in denen dieser Artikel enthalten ist: Ähnliche Artikel oder Zubehör:
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