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La Dolce Fiamma (Standard ed.)Philippe Jaroussky, Jeremie RhorerKomponist: Johann Christian Bach Musik-CD, Audio CD Ausgabe vom 13. November 2009 Herausgeber: Virgin Cla (EMI) Verkaufsrang: 1206 (je kleiner desto beliebter)EAN/ISBN: 5099969456404 ASIN: B002P2SA58 (Amazon-Bestellnummer) Preis: € 15,98 (Ab 20 € Bestellwert versandkostenfrei, Lieferbedingungen s.u.) Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
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Vokalrecitals Lieder und Arien - Philippe Jaroussky - La dolce Fiamma
Wenn das Gespräch einige Jahre nach dem Tod Johann Sebastian Bachs auf den "berühmten Bach" kam, dann war nicht unbedingt der Thomaskantor gemeint, sondern vielmehr dessen jüngster vergnügungssüchtiger aber hochbegabter Sohn Johann Christian (1735-1782), der ? oh evangelischer Schreck! ? nicht nur zum Katholizismus konvertierte, sondern sich der ?frivolen? Oper widmete und damit in Italien und England große Erfolge feierte. Und als Johann Christian Bach am Neujahrstag 1782 in London verstarb, schrieb Mozart seinem Vater sogar: "Schade für die Musikalische Welt!" Ebenso interessant wie seltsam ist es doch, dass die heutige musikalische Welt bisher kaum Notiz von J.C. Bachs Kompositionen nahm. "Ich liebe die Rolle eines Interpreten, der vergessenen Werken die Aufmerksamkeit verschafft, die sie verdienen", sagt der Countertenor Philippe Jaroussky. Mit "La Dolce Fiamma" ? Süße Flamme (nach einer Arie aus Bachs Oper "Adriano in Siria") erweisen er und das Ensemble Le Cercle de l'Harmonie unter Jérémie Rhorer nun dem Vergessenen ihre Reverenz. Silbern glänzt Jaroussky Stimme, deutlich und rein ist seine Diktion - feinsinnig und elegant bis ins letzte Detail seine Interpretation. Nichts Artifizielles oder Süßliches geht von ihm aus, ganz im Gegenteil, sein Gesang scheint an innerer Wucht und Dramatik, an Wahrhaftigkeit, gewonnen zu haben- was auch den anderen Arien aus Bachs "Orfeo ed Euridice", "Carattaco" "Temistocle" und "Artaserse" zugute kommt. Dazu das wunderschöne und sehr informative Booklet- für mich die beste und schönste Produktion des Jahres - Teresa Pieschacón Raphael
Kundenbewertungen: Im Durchschnitt: 4.5 von 5 möglichen Punkten (insgesamt 3 Bewertungen)
Kommentare von Kunden: (Wiedergabe von Amazon nach dem Web Services Licensing Agreement) Die Flamme zündet... (4 von 5 Punkten) schreibt D. aus München Wer Countertenöre schätzt, kommt an Jaroussky nicht vorbei. Im letzten Jahr enttäuschte er seine Fans womöglich ein wenig mit dem frz. Album. Ich gebe zu, daß ich frz. Musik so gar nicht mag (egal ob Klassik oder Pop), bei Jaroussky aber durchaus zugehört habe, und das gern. Allerdings hat mich dieses Album nicht begeistert. Ich war also sehr froh, daß er mit LA DOLCE FIAMMA wieder zu seinem angestammteren Territorium zurückgkehrt. Bach, nicht Sebastian, sondern Johann Christian, ist ja vielleicht der mozartischste Bach, seine Musik, die Mozart übrigens sehr schätzte und die ihn inspirierte und beeinflußte, weist stark auf Mozart hin.
Jarousskys glasklare, fast jungenhafte Stimme leuchtet, seine Technik ist wieder stupend, Orchester und er musizieren auf das allerschönste miteinander. Es gibt kein kleines Aber: Manchmal scheint mir, daß er interpretatorisch noch nicht auf der Höhe dieser Arien ist (die ja viel mehr der Klassik als dem Barock zugehören). Vielleicht ein bißchen zu früh für diese Musik? Nur schön singen (obwohl auch das schwer genug ist) reicht einfach nicht aus.
Aber ganz ehrlich: das ist Mäkelei auf höchstem Niveau, es gibt außer Andreas Scholl derzeit m. E. keinen Counter, der mit Jaroussky vergleichbar wäre. Eine CD, die unbedingt ins Regal gehört. Außerdem holt Jaroussky damit Johann Christian Bach mehr ins Rampenlicht, was dieser mehr als verdient hat.
Zwischen Händel und Mozart (5 von 5 Punkten) schreibt L. ... so könnte man den großartigen Opernkomponisten Johann Christian Bach, den "Londoner Bach", zeitlich, aber auch stilistisch charakterisieren. Die von Jaroussky ausgewählten Arien nehmen vieles von Mozart voraus, der von J. Chr. Bach stark beeinflusst wurde, bewegen sich ähnlich leichtfüßig. Zugleich erweisen sie sich in der Melodik oft so mitreißend und bewegend wie bei Händel. Bach zeigt sich außerdem als Meister der Instrumentierung, der die Bläser in höchst kreativer Weise einsetzte.
Für Philippe Jaroussky ist es kein Problem, dieses starke Orchester mit seiner klangvollen, warmen und zugleich bis zur höchsten Höhe glasklaren Countertenorstimme bei Bedarf zu übertönen. Wie gewohnt singt Jaroussky technisch makellos, mit hörbarer Musizierfreude und bewegendem emotionalem Einsatz erschütternd unter anderem in "Perché tarda é mai la morte", und erstaunt, indem er seine Kopfstimme (!) auch bis in eindrucksvolle Tiefen führt. Ihm zuzuhören ist wiederum eine reine Freude.
Die Ausstattung der CD ist höchst erfreulich, mit einem Buch mit wiederum fundiertem, interessant geschriebenem Material von Frédéric Delaméa.
Insgesamt eine Einspielung, die Johann Christian Bach, der es wirklich verdient, wesentlich bekannter machen wird!
Plädoyer für einen genialen Opernkomponisten (4 von 5 Punkten) schreibt E.k.O. aus Bavaria Philippe Jaroussky`s letztjähriges Carestini-Album stellt für mich den absoluten Höhepunkt in Sachen Countertenor-Recital dar. Daher war ich ungemein gespannt, ob dieser Eindruck durch die neue CD mit Arien von J.C. Bach vielleicht noch übertroffen werden kann. Klare Antwort: Nein- auch wenn sich der Star stimmlich durchaus auf gleicher bemerkenswerter und von keinem Counter-Kollegen erreichten Höhe wie 2008 befindet. Vielmehr ist es die Musik des jüngsten Bach- Sohnes, die vielleicht nicht optimal zu Jaroussky`s klarem, immer noch sehr knabenhaften und in der Höhe metallischem Timbre passt. Für die an der Schwelle zur Frühklassik stehenden, aber noch stark im barocken Stil verwurzelten Carestini-Arien erschien mir die Kombination ideal, J.C. Bachs Melos hingegen gehört eindeutig der Klassik an und überrascht immer wieder durch seine starke Nähe zu Mozart, dessen vokalen Kompositionsstil er wohl am stärksten beeinflusst hat. Und für diesen trotz manch dekorativer Koloraturen, die Jaroussky wie immer konkurrenzlos meistert, doch eher empfindsam-weichen Stil fehlen mir bei dem mit 31 Jahren noch immer recht jungen Franzosen insgesamt stimmliche Wärme und emotionale Reife, was sich besonders im recht matten tiefen Altregister der für den Kastraten Guadagni komponierten Stücken und in der großen 13-minütigen Arie aus "Adriano in Siria", die der Produktion ihren Namen gab, bemerkbar macht. Nur makellos schön und glasklar rein zu singen ist hier einfach zu wenig, was diese Musik (wieder eine Parallele zu Mozart) für Sänger so exorbitant schwer macht
Bei solchen Stellen wird eben doch klar, dass ein Countertenor nur bedingt den Zauber einer Kastratenstimme wieder beleben kann, was nach meinem Empfinden auch für die stilistisch so verwandten Kastratenpartien Mozarts gilt, die insgesamt bei Frauen in besseren Händen scheinen.
Natürlich haben wir es trotz dieser Kritikpunkte insgesamt wieder mit einem erstklassigen Album zu tun, das zahlreiche wundervolle Momente enthält und ganz besonders wertvoll ist, da es einen wichtigen Beitrag zu einer breiteren Wertschätzung des genialen Opernschaffens von J.C. Bach darstellt. Höchste Bewertungen auch für das hervorragende Orchester und die Klangqualität.
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